Nach all den Negativschlagzeilen über die Türkei und Israel gab es endlich einmal eine Geschichte über Freundschaft und Nächstenliebe zu vermelden. Als der israelische Bergsteiger Nadav Ben Jehuda etwa 300 Meter vom Gipfel des Mount Everest entfernt war, sah er den Türken Aydin Irmak, 46, mit dem er sich schon im Camp angefreundet hatte, besinnungslos am Boden liegen. Ohne nachzudenken gab Ben Jehuda seinen langjährigen Traum von der Besteigung des Mount Everest auf, kehrte um und rettete den verzweifelten Kollegen.
Acht Stunden lang trug er den Freund zum nächsten Camp, wo ein Hubschrauber beide in ein Krankenhaus in Katmandu flog. Ben Jehuda, der seine Handschuhe während des Aufstiegs verloren hatte, erlitt Erfrierungen an seinen Fingern, wovon einige wahrscheinlich amputiert werden müssen.
Das letzte Wochenende soll eines der tödlichsten in den vergangenen Jahren gewesen sein. Ben Jehuda beschreibt seinen Aufstieg als „mit Leichen gepflastert. An einer Stelle hingen zwei tote Bergsteiger an ihren Seilen, sie wussten, dass sie sterben würden und seilten sich ab, um in einen frostigen Todesschlaf zu entschwinden.“
Für den Türken Aydin Irmak aus New York verlief die Sache noch einmal glimpflich. Er und Ben Jehuda befinden sich zur Zeit noch in Katmandu und fühlen sich wie Brüder. Sie wollen auch in Zukunft gemeinsam Berge besteigen, sich gegenseitig besuchen und als ein gutes Beispiel echter Freundschaft zwischen ihren beiden Ländern dienen.