Jom Jeruschalaijm – Der Jerusalemtag

Montag, 21. Mai 2012 |  Michael Selutin  

Gestern feierte Jerusalem seine Befreiung und Wiedervereinigung nach dem Sechstagekrieg, in dem Jerusalem von Israel vollständig erobert wurde. 30 000 Menschen nahmen an der Parade in der Hauptstadt teil, wobei sie Jerusalem in ein Meer blau-weißer Flaggen verwandelten. Überall wurde gesungen und getanzt, was der Parade den Namen Flaggentanz eingebracht hat.
Allerdings kam es auch zu Zusammenstößen zwischen den angereisten Jugendlichen, die meist dem nationalreligiösen Teil Israels Gesellschaft zugerechnet werden können, und linksradikalen sowie arabischen Gegendemonstranten. Es kam vor allem am Damaskustor der Jerusalemer Altstadt zu gegenseitigen Beschimpfungen und kleineren Handgreiflichkeiten, die von der Polizei schließlich unterbunden wurden. Zwei Demonstranten wurden dabei festgenommen.
Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat sagte, diese Feierlichkeiten der „illegalen Annexion Jerusalems“ seien ein Schlag für den „Friedensprozess“, die zeigen, dass Frieden nicht auf Israels Agenda sei.
Auf der anderen Seite sprach sich Premierminister Benjamin Netanjahu gegen jegliche Teilung Jerusalems aus: „Die Geschichte hat uns gezeigt, dass Frieden und Ruhe zwischen den Religionen nur unter Israels Herrschaft über Jerusalem möglich ist,“ sagte er und fügte hinzu, „Israel ohne Jerusalem ist wie ein Körper mit einem schwachen Herz. Nie wieder wird unser Herz geteilt werden (...) Unsere Generation hat das große Privileg, die Erfüllung der Worte der Propheten mit eigenen Augen zu sehen. Jetzt liegt es an uns, diese Veränderung für die kommenden Generationen zu sichern.“

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