Israel von palästinensischen Strafgefangenen in die Knie gezwungen

Dienstag, 15. Mai 2012 |  Aviel Schneider  

1600 palästinensische Strafhäftlinge in israelischen Gefängnissen haben ihren Hungerstreik beendet. Über einen Monat forderten sie von Israel bessere Haftbedingungen, die Abschaffung von Isolationshaft und ein Ende der Inhaftierung ohne Prozess (bis sechs Monate). Mit einem ägyptischen Vermittler wurde eine Einigung erzielt. In Israel wurde die Regierung für den Kompromiss mit den palästinensischen Strafgefangenen heftig kritisiert, da Israel schlussendlich allen Forderungen der Palästinenser nachgekommen ist. Über Wochen drohten die Palästinenser, sollte ein Häftling in einem israelischen Gefängnis an dem Hungerstreik sterben, würde deswegen die dritte Intifada im Land ausbrechen. Mit dieser Drohung lässt sich Israel immer sehr schnell unter Druck setzen. In den Palästinensergebieten wurde gestern der diplomatische Sieg über Israel mit Partys gefeiert. Im palästinensischen Rundfunk haben Palästinenser mehrfach betont, dass Israel unter Druck, besonders internationalem Druck, immer nachgeben würde. Die EU setzte sich in den letzten Wochen heftig für die palästinensische Seite gegen Israel ein. Deshalb ist die Kritik im Land groß. In israelischen Gefängnissen bekommen die palästinensischen Häftlinge drei Mahlzeiten, Duschen, täglich Zeitungen, Fernsehen, Handys und alles mögliche, was ihnen das Leben im Gefängnis bequem macht. „Palästinensische Terroristen vergnügen sich in israelischen Gefängnissen wie in einer Freizeit und meckern noch“, bemerkte der Knessetabgeordnete Danny Danon. „Dabei war unser Gefangener fünf Jahre in der Hölle und keiner hat uns geholfen, ihm das Leben zu verbessern.“ Damals hat das Flehen Israels vor der Weltöffentlichkeit zu keinerlei Druck auf die Palästinenser geführt. Nicht einmal das Rote Kreuz durfte den Israeli, der unter der Erde gefangengehalten wurde, besuchen. Dies beweist wiederholt, worüber Israel Heute immer wieder berichtet, und was in der Vergangenheit selbst von Palästinensern zitiert wurde: Israel ist im israelisch-palästinensischen Konflikt oft zu human. Was passiert, wenn palästinensische Strafgefangene nun erneut zum Hungerstreik und zu einem neuen Aufstand gegen Israel aufrufen? Wenn sie diesmal die Freilassung verurteilter palästinensischer Terroristen fordern?

Bild: Palästinensische Familien feiern vor dem Damaskustor in Jerusalem das Aufheben des Hungerstreiks.

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