Hunderte Äthiopier protestieren in Tel Aviv

Hunderte Äthiopier protestieren in Tel Aviv

Mehr als 600 Menschen haben am Mittwoch auf den Straßen Tel Avivs gegen die Diskriminierung der äthiopischen Gemeinde Israels demonstriert. „Dieser Protest ist erst der Anfang“, sagte der äthiopischstämmige Student, Mulet Harato, in seiner Rede vor der aufgewühlten Masse. Der Student marschierte von Kirjat Malachi bis nach Jerusalem, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Vor einigen Wochen wurde es äthiopischstämmigen Israelis verwehrt, Wohnungen in Kirjat Malachi zu mieten. Dies war einer der Auslöser für die aktuelle Protestwelle. Leitfiguren der sozialen Proteste im vergangenen Jahr wie Daphne Leef und Knessetmitglieder Ilan Ghilon und Nitzan Horovitz (Meretz-Partei) waren auch bei der Demonstration in Tel Aviv dabei. „Dieser Protest ist keine Privatangelegenheit mehr, er betrifft die ganze israelische Gesellschaft“, sagten die Demonstranten israelischen Reportern vor Ort. Am Ende der Demo marschierte der Mob die Straßen Tel Avivs entlang und versprach, beim nächsten Mal sogar mehr Menschen mobilisieren zu wollen. „Ein äthiopisches Kind hat weniger Zukunftschancen, aber nicht weil es weniger klug ist, sondern weil ihm die Gesellschaft Steine in den Weg legt“, erklärte Lehrer Itamar Kramer.

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