Israel diskutiert Tragödie der Armenier

Mittwoch, 28. Dezember 2011 |  Kerstin Braun

Trotz aller Spannungen mit der Türkei hat das Knessetkomitee für Bildung, Sport und Kultur in einer Sitzung am Montag das Schicksal der Armenier diskutiert. Die Debatte wurde live im Fernsehen übertragen. Aus dem Büro des Ministerpräsidenten ließ man jedoch die Sorge verlauten, dass die Diskussion den diplomatischen Konflikt mit der Türkei noch weiter entfachen könnte. Am Dienstag bat der Vorsitzende des nationalen Sicherheitsrates, Yaakov Amidror, den Knessetsprecher, Reuven Rivlin, die Diskussion über den Völkermord an den Armeniern durch die ottomanischen Türken 1915 zu vertagen. Amidror ist der Meinung, dass man die Angelegenheit auf ein „weniger sensibles“ Datum verschieben sollte. Rivlin verneinte dies jedoch mit den Worten: „Wir haben die moralische Pflicht, uns selbst und die Welt an die Tragödie des armenischen Volkes zu erinnern.“ Schon seit 1989 kämpft Rivlin gemeinsam mit Haim Oron von der Meretz-Partei dafür, das Schicksal der Armenier jedes Jahr auf die politische Agenda zu setzen, um eine Leugnung der Katastrophe zu vermeiden. „Wir rufen die Nationen auf, den Holocaust nicht zu leugnen und so haben wir Juden kein Recht, die Tragödie eines anderen Volkes nicht anzuerkennen. Die ist keinen politische, sondern eine moralische Angelegenheit“, so Rivlin. In den nächsten Wochen soll das Thema weiter in der Knesset diskutiert werden.

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