Katzav muss ins Gefängnis

Mittwoch, 7. Dezember 2011 |  Nettanell  

Am Mittwoch hat Israels ehemaliger Staatspräsident Mosche Katzav (66, mitte mit weissem Haar) seine siebenjährige Gefängnisstrafe angetreten. Er wurde vom israelischen Gericht für schuldig befunden, seine Sekretärinnen missbraucht und vergewaltigt zu haben. Auch sein Einspruch vor dem Obersten Gerichtshof in Jerusalem hat das Urteil nicht beeinflusst. Vor seinem Haus auf den Weg ins Gefängnis Ma‘asijahu sagte Kazav, dass heute ein lebendiger Mensch in Israel begraben wird. „Heute wird in Israel ein Mensch getötet, dem man großes Unrecht angetan hat. Heute wird in Israel nicht nur ein Mensch getötet, der Großvater von Enkelkindern ist und Staatspräsident war, sondern zu Unrecht für etwas verurteilt, was nicht der Wahrheit entspricht. Dies wissen alle meine Verwandten und Freunde. Ich warne das Volk Israel, in Zukunft nicht alle Gerichtsurteile für bare Münze zu nehmen, sondern für Wahrheit und Recht zu kämpfen. Die Wahrheit wird eines Tages ans Licht kommen, wenn ich noch lebe oder nach meinem Tod.“ Solange Katzav seine Tat nicht bereut, kann Israels Staatspräsident Schimon Peres ihn nicht begnadigen, was Katzavs Familie eigentlich von Peres erbeten hatte. Im Gefängnis wird er in der gleichen Abteilung mit dem orthodoxen Juden und ehemaligen Knessetabgeordneten Schlomo Benisri zusammen inhaftiert sein, denn auch Katzav ist religiös. Darüber hinaus wird der neue Häftling Katzav auf andere Strafhäftlinge treffen, die er in seiner Zeit als Staatspräsident nicht begnadigt hat. Einerseits wird der Fall im Volk als Blamage betrachtet, aber andererseits ist dies ein Signal, dass jeder im Staat Israel verurteilt wird, auch wenn er einmal Staatspräsident war.

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