Auch in Syrien regt sich Widerstand gegen die Regierung. Präsident Bashar Assad (Foto) drängt offiziell auf Reformen, ist aber anderseits darauf bedacht, dass ihm die Macht nicht entgleitet. Sein Land beschränkt den Zugang zur Internet-Plattform Facebook, nachdem es dort am Samstag zu Anti-Assad-Aufrufen gekommen war. In einem Interview mit dem Wall Street Journal sagte Assad, die Revolutions-Bewegungen in Tunesien, Jemen und Ägypten leiteten eine neue Ära im Nahen Osten ein. Die arabischen Herrscher müssten die sozialen und wirtschaftlichen Wünsche ihrer Bürger verstehen, wenn sie an der Macht bleiben wollten.
Dabei ist Assads Regime eines der skrupellosesten in der Region. Die Armut nimmt rasant zu. Verstöße gegen die Menschenrechte werden regelmäßig kritisiert. Syrien ist ganz offen anti-amerikanisch eingestellt und ein Verbündeter der Hisbollah-Terroristen und des Iran. Die Leute hier leiden mehr als die in Ägypten oder Tunesien, aber man sieht es nicht. Denn sie halten ihren Mund, um nicht für zehn Jahre ins Gefängnis zu wandern, sagte ein Medizinstudent gegenüber dem Fernsehsender Al Dschasira.
Syrien fordert von Israel die Rückgabe der Golan-Höhen, die im Sechstagekrieg erobert wurden. Israel lehnt dies wegen der strategischen Bedeutung des Gebietes ab. Von Stellungen auf den Golanhöhen kann syrische Artillerie weite Teile Nordisraels beschießen. Bereits seit 1964 hatte Syrien versucht, den Wasserzufluss zum Jordan als wichtigste Wasserquelle Israels abzuschneiden.