Steinwürfe, Armee-Einsatz und vorübergehende Festnahmen: Für eine Gruppe israelischer Jugendlicher endete der Besuch des historischen Joseph-Grabes in Nablus (Foto) ganz anders als erwartet. Am Samstagabend hatte sich die Jugendgruppe, die zur Siedlerbewegung gehört, zu Fuß in Richtung der palästinensischen Stadt aufgemacht. Einige wurden von israelischen Soldaten aufgehalten. 19 Teenager schafften es jedoch, auf Umwegen nach Nablus zu gelangen. Dort seien sie von Steinewerfern empfangen worden. Die Situation wurde immer gefährlicher. An der Straße, die zum Josephsgrab führt, standen auf beiden Seite große Gruppen von Arabern, berichtete ein Teilnehmer. Die Jugendlichen flüchteten daraufhin und beklagten sich, dass die Armee sie nicht beschützt habe. Die Soldaten warfen ihnen jedoch vor, der provokante Marsch zum Josephsgrab sei nicht mit ihnen abgestimmt gewesen. Die palästinensische Polizei nahm zwei der jüdischen Eindringlinge fest und übergab sie später den israelischen Behörden. Nablus, das biblische Sichem, liegt in den palästinensischen Autonomiegebieten und hat rund 120.000 Einwohner. Nach biblischer Erzählung wurde Josef in Sichem auf einem Feld begraben, das Josefs Vater Jakob einst gekauft hatte. Im Islam ist Josef der Prophet Yusuf.