3 Schabbat-Lesung und Kommentar:

Freitag, 7. April 2006 | 
Schabbat-„HaGadol“-Lesung und Kommentar Zaw (-„Befehl!“) : 3. Mose 6,1 – 8,36; Maleachi 3,4-24 (Sonder-Haftara)

Kommentar :
In unserem Wochenabschnitt Zaw für diesen Schabbat lesen wir weiter über die genauen Anordnungen und Vorschriften der verschiedenen Opferdarbringungen:

  • „Dies ist das Gesetz des Brandopfers“ (sot thorat ha-Ola; 6,2)
  • „(Und) dies ist das Gesetz des Speisopfers“ (sot thorat ha-Mincha; 6,7)
  • „Dies ist das Gesetz des Sündopfers“ (sot thorat ha-Chatat; 6,18)
  • „(Und) dies ist das Gesetz des Schuldopfers“ (sot thorat ha-Ascham; 7,1)
  • „(Und) dies ist das Gesetz des Heilsopfers“ (sot thorat Sewach ha-Schlamim; 7,11)

    Ohne wieder in die Einzelheiten dieser bedeutungsvollen Opferungen hineinzugehen, möchte ich Sie auf den wöchentlichen Prophetenabschnitt, man nennt ihn Haftara, hinweisen.

    Interessant ist, dass diejenigen Prophetenabschnitte (Haftara), die an Thoraabschnitte angehängt sind, welche die „Opfer-Gesetze“ betreffen, auf strikte Zurechtweisungen Gottes hinweisen. Das Volk hatte diese „Opfer-Gesetze“ mit falscher Gesinnung und „mit Lippen und fernem Herzen“ befolgt, sie setzten den Schwerpunkt auf Äußerlichkeiten und ihre Religiosität war aufgesetzt – so dass es Gott zum Gräuel wurde. Interessanterweise wurden bei der Einteilung und Anpassung eines Prophetenabschnitts gerade die Bibelstellen aus Jesaja 43 (von letzter Woche) und der ursprüngliche Prophetenabschnitt dieser Parascha aus Jeremia 7 ausgewählt, die klar davon berichten, wie das Volk vom Wahren „abwich“.

    „Aber sie haben nicht gehört und ihr Ohr nicht geneigt, sondern sind nach den Ratschlägen [und] in der Verstocktheit ihres bösen Herzens gegangen; und sie haben mir den Rücken zugekehrt und nicht das Gesicht.“ (Jer. 7,24)

    „Denn die Söhne Juda taten, was in meinen Augen böse ist, spricht der HERR. Sie haben ihre Scheusale in das Haus (den Tempel) gestellt, über dem mein Name ausgerufen ist, um es unrein zu machen.“ (Jer. 7,30)

    An diesen Schabbat, dem „Großen Schabbat“ (hebr. Schabbat Ha-Gadol“) wird, weil er vor dem großen Erlösungs- und Befreiungsfest, dem Pessach-Fest, steht – ein besonderer Prophetenabschnitt aus Maleachi 3 gelesen. Warum nennt man ihn „groߓ? „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare“ (Vers 23).

    Auch hier lesen wir in Vers 7: „Seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Ordnungen abgewichen und habt [sie] nicht beachtet.“ Gott spricht hier, dass Er „gegen die Zauberer und gegen die Ehebrecher und gegen die falsch Schwörenden und gegen solche, die den Lohn des Tagelöhners [drücken], Witwen und Waisen unterdrücken und Fremde verdrängen und gegen die, die Mich nicht fürchten“ richten wird. (Vers 5)

    Denn Er – und das sollte sich jeder gut einprägen: „... Ich, der HERR, ich habe mich nicht geändert; und ihr, Söhne Jakobs (Israels), ihr habt nicht aufgehört“ .

    Gott sei Dank, Er ist derselbe - damals und heute-, aber auch der zweite Teil des Verses ist ewig! Sein Volk, die „Söhne Jakobs“, werden nicht aufhören zu existieren trotz der vielfachen Versuche der Gegner dieses Volkes Israel, sie auszurotten. Mehr noch, trotz ihrer Sünden, wird Gott „das Herz der Väter zu den Söhnen wenden und das Herz der Söhne zu ihren Vätern!“

    Ein Wort zu Pessach, das am Vorabend des 12. April, dem Seder-Abend, mit einer festlichen Mahlzeit eingeleitet wird. An diesem Abend erinnert der Jude an den Auszug aus der Sklaverei und Gefangenschaft in Ägypten vor über 3300 Jahren. Jedoch war der physische Auszug nur der erste Schritt. Gott benötigte eine Spanne von 40 Jahren, d.h. eine Generation in der Wüste, um „Ägypten“ aus ihren Herzen und ihrem Sinn zu tilgen – bevor sie ins Gelobte Land bzw. ins gelobte Reich Gottes treten durften! Ähnlich ist es auch in unserem ganz persönlichen Wandel mit Gott: Die Befreiung und Erlösung von Sklaverei und Gefangenschaft in der Sünde durch den Tod Jeschuahs – unser Pessach-Lamm - war und ist nur der erste Schritt!

    Lassen wir uns von der Behauptung „Einmal erlöst, für immer erlöst!“ nicht täuschen – sie ist falsch! Es wäre gleichbedeutend zu sagen „Errettet von der Hölle!“ anstatt „Errettet von den Sünden!“ Sündenfrei und heilig soll unser Ziel sein! Das wäre wie bei einem Dieb im Gefängnis, der entlassen wird, bei dem jedoch immer die Gefahr besteht, dass er wieder anfängt zu stehlen, solange er nicht innerlich von dem Drang seiner Sünde befreit ist. „Gedenkt nur Lots Frau“ steht im Neuen Testament, bei ihr war es nur eine äußerliche Befreiung, ihr Herz war aber noch in Sodom und Gomorra!

    Nach der Pessach-Erlösung fängt es erst recht an: Gott möchte ein heiliges Volk, nun als „Befreite bzw. Erlöste“ vom „alten Menschen“ zum „neuen Menschen“ im geistlichen Sinn erneuert und gereinigt. Die Erlösung, die zu Pessach geschah, war und ist geschichtlich und persönlich nur der erste Schritt! Dies sollte man nie vergessen! Ein gesegnetes Erlösungsfest!
    - Michael Schneider -

  • Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
    Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

    Aktuelle Ausgabe

    FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

    Informationen unter:

    E-Mail: info@israelheute.com

    TEL.: 00972-2-6226880