3 Schabbat-Lesung und Kommentar

Freitag, 10. Februar 2006 | 
BESHALACH (Als er ziehen ließ): 2. Mose 13:17-17,16; Richter 4,4-5,31

Kommentar :

In unserem Wochenabschnitt (Parascha) BeSchalach lesen wir über den Auszug aus der ägyptischen Sklaverei und Knechtschaft in die Freiheit. Der Wandel von den dunklen Tagen in Unterdrückung hin zu den siegreichen Tagen der Erlösung. Kaum befreit, werden die Israeliten jedoch schon vor ein weiteres Problem gestellt - sie sind kaum befreit/erlöst, schon kommen die Zweifel und Versuchungen: das Schilfmeer liegt vor ihnen und die ägyptische Armee ist ihnen eiligst auf den Fersen. Wo ist (jetzt) Gott? So ist es auch mit jedem Erlösten, der gerade aus der Gefangenschaft seiner Sünde befreit wurde. Es ist der Beginn des Wandeln mit Gott. „Weder wich die Wolkensäule vor dem Volk bei Tag noch die Feuersäule bei Nacht.“ (13,22) – das ist unser Trost in Gott! Nun begann Gott die Reise mit Seinem Volk, nicht nur physisch oder irdisch, sondern auch geistlich!

Gott verstockte das Herz des Pharaos zum letzten Mal, und ließ ihn mit seinem Heer den Befreiten hinterher stürmen. Voller Angst und Panik schrien die Kinder Israel nach Gott und Mose: „Hast du uns etwa deshalb weggeführt, damit wir in der Wüste sterben.. Es wäre nämlich besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.“ Ohne die 40 Jahre in der Wüste, in denen Gott Mose auf seine Führerrolle vorbereitet hatte, konnte eine solch Antwort voller Gottvertrauen von dem Menschen Mose nicht kommen: „Fürchtet euch nicht! Steht und seht die Rettung des HERRN, die er euch heute bringen wird!... Der HERR wird für euch kämpfen, ihr aber werdet still sein.“

Mein Rat an alle, die vor solchen Glaubensprüfungen stehen, verweisen Sie auf diese Bibelstelle und behalten Sie diese Textstelle im Herzen.

Gott ließ Sein Volk unangetastet und trockenen Fußes durch das Meer ziehen, denn „der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, brach auf und trat hinter sie“ (14,19). Interessant sind hier die Worte vor und hinter, also total umhüllt und geschützt durch die Engel Gottes!

Bis der Feind einsah: „Laßt uns vor Israel fliehen, denn der HERR kämpft für sie...“ (14,25). Das ist mein Rat an allen Feinde Israels – auch heute! So wie der HErr Sein Volk Israel von der Tiefe der Finsternis verschonte und rettete, wird Er aber auch Seine Feinde in der Tiefe ertrinken lassen. Beide werden die Hand Gottes spüren, Sein Volk (14,31) und Sein Feind (14,18).

Wie sah die Siegesfreude aus, die das Volk Israel erleben durfte – ich möchte hier auf unseren Prophetenabschnitt aus Richter 5 verweisen, der die Zeit der Prophetin Deborah beschreibt. Lobpreislieder wurden tanzend gesungen (Kapitel 15): „Meine Stärke und mein Loblied ist Jah, denn er ist mir zur Rettung geworden. Er ist mein Gott, und ich will ihn preisen...“
„Du bliesest mit deinem Atem - das Meer bedeckte sie; sie versanken wie Blei in gewaltigen Wassern... Wer ist dir gleich unter den Göttern, o HERR!...“
„In deiner Gnade hast du geleitet das Volk, das du erlöst, hast es durch deine Stärke geführt zu deiner heiligen Wohnung“ (deshalb wird dieser Schabbat auch der Gesang-Schabbat, Schabbat-Schira, genannt.)

Doch dann kam – schon nach drei Tagen – eine weitere Glaubensprüfung: Es mangelte an trinkbarem Wasser! Wie schnell vergisst man Gottes Wunder - und was für ein Wunder! Ein klarer Beweis, dass Wunder (allein) nur (kurzfristige) Aufmerksamkeit hervorrufen, so war es auch zur Zeit Jesu! Das umkehrende Herz jedoch fehlte. Der tägliche Wandel mit Gott, und das Erneuern von Herz und Sinn, das heißt das Verwandeln vom „alten Menschen“ zum „neuen Menschen“, nur das allein wird wirklich (Versuchungen) standhalten.

Nachdem das bittere Wasser in Süßwasser verwandelt wurde, spricht Gott – interessanterweise - schon von Geboten und Ordnungen, die das Volk einhalten soll, obwohl doch Gott noch keine gegeben hat (erst am Berg Sinai!) – wie ist dies zu verstehen? Gott will diesem Volk Wegweisungen und Anordnungen geben, um es zu einem heiligen und besonderen Volk zu machen. Er gibt seine Gebote, damit der Mensch sie befolgt – auch in dem Bewusstsein, dass er sie nicht vollständig einhalten kann und deshalb immer von Gottes Gnade abhängig bleiben wird. Er wählte uns, nicht wir Ihn! Dies muss uns immer klar sein. (Joh. 15,16)

Dann erlebte das Volk das Manna-Brot Wunder. 40 Jahre lang gab es jeden Morgen Brot vom Himmel. „Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus (vom) dem Himmel. Denn das Brot Gottes ist der, welcher aus (vom) dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt... Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens: Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten. (Joh. 6, 31-35).

Hier liegt das Prinzip des Rüsttags in Vers 5 im 16. Kapitel begründet, Gott sorgte für zwei Portionen am Freitag, damit der Schabbat nicht entheiligt wird (16,26).
Ein weiteres Prinzip lesen wir drei Verse weiter: Jedes Murren und Beschweren gegen die geistliche Autorität ist eigentlich gegen Gott (Vers 8). Darum gebt acht, wie Ihr eure Stimme gegen euren Gemeindehirten erhebt! Gott hört alles.

Wie im persönlichem Leben auch, reagierten die Israeliten in der Wüste immer wenn es „eng“ wurde und Notsituationen kamen, mit Murren und der Sehnsucht nach Ägypten! Sehnsucht nach dem sündigen Leben, der „süße Geschmack“ der Sünde tauchte wieder auf. David, der selbst viel Not kannte, schrieb: „Aus der Bedrängnis rief ich zu Jah. Jah antwortete mir in der Weite.“ Psalm 118,4
- Michael Schneider -

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