1 Drama „Paradise Now“ wurde zum Oskar nominiert

Freitag, 10. Februar 2006 | 
Das Drama des palästinensischen Regisseurs Hany Abu Assad „Paradise Now“ ist für den amerikanischen Oskar nominiert als „bester fremdsprachiger Film“ und gewann auch schon vor kurzem die Auszeichnung des Goldenen Globus. In Israel jedoch und im palästinensischen Autonomiegebiet rief dieser Film jedoch starke Kritik hervor.

Die Palästinensiser meinen, es hätte ihrer Sache nicht geholfen, da es „zum Guten Israels“ ausgeht. In der Zwischenzeit wurde der Film von den meisten israelischen Kinos wegen seines politischen Inhalts verbannt.

„Paradies Now“ nimmt den Zuschauer zu einem Besuch in die palästinensische Autonomiestadt Nablus (Schem) und einem normalen Tag im Leben zweier junger Männer. Sa´id (Kais Nashef) und Khaled (Ali Suliman) arbeiten in einem Autofriedhof, sitzen herum und trinken Kaffee und rauchen eine Hookah (Wasserpfeife), eine orginalgetreue Darstellung des palästinensischen Alltags.

Die Einwohner von Nablus nennen Israel den „zionistischen Besatzer“ und Israelis „Zionisten“ und erkennen den jüdischen Staat nicht an, genauso wie sie es im wirklichen Leben tun.

Sa´id und Khaled gehören auch der Terrororganisation des Islamischen Dschihad an, der sie sich freiwillig anschlossen. Sie wurden ausgewählt eine spezielle Aufgabe auszuführen: einen doppelten Selbstmordanschlag in Tel Aviv, nachdem sie sich gewünscht hatten als Märtyrer sterben zu können.

Nun stehen Khaled und Sa´id jedoch vor einem Dilemma: sie lernen die hübsche junge Suha kennen, die Tochter von Abu Assam – ein bekannter und verehrter Schahid (Märtyrer). Sie ist die typische im Ausland aufgewachsene „Palästinenserin“, denn sie wurde in Frankreich geboren und wuchs in Marokko auf.

Suha kehrte nach Nablus zurück, um bei einer Menschenrechtsorganisation als Volontär tätig zu sein und hinterfragt den Terrorismus aus theologischen und praktischen Gründen. Suha glaubt dass Selbstmordanschläge unschuldige Menschen töten und nur Rache hervorrufen, was den Teufelskreis der Gewalt nur weiter antreibt.

Dieses Gedankengut dringt auch in die Köpfe von Sa´id und Khaled, die ihr ganzes Leben über immer nur die Propaganda des „Paradieses“ nach einem Märtyrertod eingetrichtert bekommen haben. Wenn sie für Allah und das palästinensische Volk sterben, würden sie von zwei Engeln in den Himmel gebracht werden, wo 72 Jungfrauen auf sie warten.

Die beiden jungen Männer werden ausstaffiert um wie Geschäftsleute auszusehen, nehmen ihr Abschiedsvideo auf und essen ihre letzte große Mahlzeit. Als sie durch den israelischen Kontrollpunkt fahren, werden sie von Soldaten erkannt und fliehen. Nun überlegen sie ihren nächsten Schritt. Sie stehen vor der Wahl, nachdem ihnen das Schicksal zwei Möglichkeiten eröffnete, und der Weg den sie wählen, wird für die Palästinenser und Israelis von langanhaltender Konsequenz sein.

Der Regisseur Hany Abu Assad erteilt hiermit eine klare Botschaft, wie sie auch in dem Werbetrailer des Films zu sehen ist: „Manchmal ist der mutigste Schritt der, etwas nicht zu tun.“

Einer der jungen Männer wählt das Leben, der andere den Tod. Mit diesem Abschluß des Films wählt Abu Assad den „goldenen“ Mittelweg. Ein Film der zum Nachdenken anregt. - Sarah Fischer -

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