3 Schabbat-Lesung und Kommentar:

Freitag, 3. Februar 2006 | 
BO (Komm): 2. Mose 10:1–13:16; Jeremia 46:13-28

Kommentar:

In unserem Wochenabschnitt (Parascha) Bo lesen wir von den drei letzten Plagen (hebr. Makot, wörtlich: Schläge), nachdem wir bereits im vorhergehenden Wochenabschnitt über die ersten sieben Plagen Ägyptens: Blut, Frösche, Mücken, Stechfliegen, Viehpest, Geschwüre und Hagel erfahren haben. Bisher ist schon sehr viel des ruhmreichen und stolzen Ägyptens zerstört worden. Die achte Plage, in unserer Parascha die Heuschrecken, „... fressen auch noch das Letzte, was auf dem Feld nach dem heftigen Hagel übrig blieb. Die ganze Wirtschaft Ägyptens ist zerstört! Nachdem die „Magier“ und Zauberer Ägyptens durch die Geschwürplage ausgeschaltet waren, bettelten bereits die Hofsklaven und Beamten des Pharaos, er solle die Kinder Israel endlich ziehen lassen: „Wie lange [noch] soll uns dieser [Mann/Mose] zur Falle sein? Laß die Leute ziehen, damit sie dem HERRN, ihrem Gott, dienen! Erkennst du [denn] noch nicht, daß Ägypten verloren ist?“ (10,7) Sie erkannten klar, was vor sich ging, doch der Pharao und sein „verstocktes Herz“ noch nicht – wieder, war es ein Machtkampf zwischen JHWH, dem wahren Gott, und Pharao, der Weltgott.

Jede Plage endet gleich: „Und der Pharao verstockte sein Herz“ - wobei es am Ende Gott war, der des Pharaos Herz verstockte/verhärtete. Der Pharaoh, der vom Rat seiner Magier abhängig war, stand nun alleine da. Vielleicht machte Gott aber auch nur eine Pause, was gleichermaßen den Trotz des Pharaos hervorrief. Ist es bei uns nicht ähnlich? Immer dann wenn es uns wieder gut geht, verhärten wir unser Herz gegenüber Gott! Der Grund, warum Gott Pharaos Herz verhärtete, steht direkt am Anfang unserer Parascha: „...auf dass ich diese meine Zeichen unter ihnen tue, und daß du verkündigest vor den Ohren deiner Kinder und deiner Kindeskinder, was ich in Ägypten ausgerichtet habe und wie ich meine Zeichen unter ihnen getan habe, daß ihr wisset: Ich bin der HERR.“

Manche werden nun sagen, das sei unfair, Gott verhärtet jemandem das Herz und dann straft er ihn!? Hier möchte ich auf den Römerbrief verweisen, Kapitel 9: „So erbarmt Er sich nun, welches er will, und verstockt, welchen er will.“ (Vers 18). In diese Entscheidungen sollte der Mensch sich nicht einmischen, denn es ist Chefsache!

Mir kommt ein interessanter Gedanke: Der Pharao war hartherzig (hebr. keschej lev) und auch das Volk Israel ist – übrigens bis heute – hartnäckig (keschej oref)! Einen harten Nacken von (voll) Stolz und Hochmut, und ein hartes Herz, das nur den eigenen Willen kennt, beides muss Gott uns brechen, damit wir treue Nachfolger Jesu werden können. Das bringt mich auf einen weiteren Punkt in unserer Parascha: Wir lesen über den wiederholten, bedingungslosen Appell Moses: Laß mein Volk ziehen, so das sie Mir dienen werden! Das ruft Gott jedem Sünder zu!

Ist es nicht paradox? Einerseits verlangt Mose die Befreiung seiner Sklavenbrüder und andererseits lesen wir wieder von einer Dienerschaft! Im Hebräischen gibt es ein Wort für Sklaven, Diener und Knechte und das heißt Ewed! Das würde bedeuten, wir sind auf ewig Ewed, die Frage ist nur von wem? Übertragen gesprochen von Ägypten, also von der Sünde oder aber vom HErrn. „Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben... Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Matthäus 6,24) Dies ist der Grund, warum wir mit zerbrochenem Herzen und Willen vor den Thron der Gnade kommen – wie auch von David in Psalm 51 beschrieben.

Als der Pharao Mose drohte, er wolle sein Angesicht bzw. seinen Gott nicht wiedersehen, sonst werde er ihn töten, hatte er sein Schicksal besiegelt (10,28). Nicht nur Gott wandte sich nun gegen Pharao, sondern sogar sein eigenes Volk, denn wir lesen in Kapitel 11,3: „Und der HERR gab dem Volk Gunst in den Augen der Ägypter. Der Mann Mose war sogar sehr angesehen im Land Ägypten, in den Augen der Hofbeamten des Pharaos und in den Augen des Volkes.“

Die letzte Plage war die die härteste und sie wurde angekündigt mit der Vorhersage, dass nach ihrem Ende das Volk Israel in Eile ausziehen werde aus Ägypten, noch in der selben Nacht! Sie lautete: Tod allen Erstgeborenen von Mensch und Vieh. Und wieder lesen wir von dem Schutz Gottes über Seine Kinder: „...damit ihr erkennt, daß der HERR einen Unterschied macht zwischen den Ägyptern und den Israeliten“ (Vers 7, auch 9,4 + 6). Was für ein Trost!

In Kapitel 12 lesen wir von dem Mittel, das vor dem Tod bewahrt: Reines Blut vom „fehlerfreien“ Lamm, das zur Erlösung geschlachtet wurde. Es muss an die Türpfosten der Häuser der Hebräer gestrichen werden, ein klarer Hinweis auf das „sündenfreie“ Lamm Gottes, dessen Blut an die Pfosten unserer Herzen gestrichen wurde – für unsere Erlösung und Befreiung, wie damals die Kinder Israel. Das erste biblische Fest am ersten Monat des Jahres ist Pessach, was „Überschreiten“ heißt, denn der Todesengel überschritt die Häuser Seines Volkes.

Daher feiert das jüdische Volk einschließlich der messianischen Juden, die sich an Christus orientiert (oder: die an ..glauben), noch heute, am 14. Nissan das Pessach-Fest sieben Tage lang mit ungesäuertem Brot – ein Symbol für die Eile des Auszugs und Gottes Eingreifen!

So machten sich 600.000 jüdische Männer (im Alter von 20 bis 60 Jahren), bereit, mit allem Hab und Gut Mose zu folgen und Ägypten zu verlassen. Zählt man Kinder, Frauen und Greise noch hinzu, kommt man auf über 1,5 Millionen Israeliten, die am Auszug teilnahmen. Abrahams Verheißung von einer „großen Nation“ ging in Erfüllung, und so wird auch die Verheißung Jeremias, die von einem „viel größeren Auszug“ in der Endzeit spricht, in Erfüllung gehen (Kapitel 23,7-8): „Darum siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da wird man nicht mehr sagen: So wahr der HERR lebt, der die Söhne Israel aus dem Land Ägypten herausgeführt hat! - sondern: So wahr der HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel herausgeführt und sie gebracht hat aus dem Land des Nordens und aus all den Ländern, wohin ich sie vertrieben hatte! Und sie sollen in ihrem Land wohnen.“
(so auch die tröstlichen Worte aus unserem Prophetenabschnitt in Jeremia 46,27-28) - Michael Schneider -

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