ANALYSE: Was stand hinter dem jüngsten Mini-Krieg zwischen Israel und Gaza?

Mittwoch, 8. Mai 2019 |  Yochanan Visser

Am Montagmorgen um 4.30 Uhr vereinbarten Israel und die palästinensischen Gruppierungen in Gaza nach fast zwei Tagen intensiver Kämpfe einen weiteren Waffenstillstand.

Insgesamt wurden 690 Raketen auf Bevölkerungszentren im Süden Israels abgefeuert. Eine Rakete erreichte sogar die Stadt Beit Shemesh, etwa 20 Kilometer westlich von Jerusalem.

Das israelische Militär reagierte mit mehr als 260 Luftschlägen auf Ziele, die mit der Hamas und dem Islamischen Jihad in Gaza in Zusammenhang stehen, wobei insgesamt 29 Menschen infolge der jüngsten blutigen Konfrontation starben, von denen vier Israelis waren.

Nach dem Inkrafttreten des Waffenstillstands sagte Premierminister Benyamin Netanjahu, die Kampagne sei noch nicht zu Ende und die IDF habe „Vorbereitungen“ für Militäraktionen in Gaza beibehalten.

Die Bewohner in den grenznahen Gebieten zum Gazastreifen reagierten mit Wut auf das neue Waffenstillstandsabkommen, das von israelischen Regierungsvertretern offiziell dementiert wurde.

Beobachter glauben, dass das Abflauen der Gewalt nur kurz andauern wird, und von der Erneuerung der Finanzhilfe für die von der Hamas kontrollierte, von Armut geplagte Küstenenklave im Süden Israels abhängt.

Wenn dies wahr sein sollte, könnte die Ankündigung Katars, dass es „das palästinensische Volk mit 480 Millionen Dollar unterstützen“ werde, ein Grund zur Hoffnung sein, dass der Waffenstillstand diesmal anhalten wird und die Israelis im Süden Israels dann endlich normale Lebensbedingungen genießen können.

Der größte Teil der Katar-Hilfe wird jedoch an die Palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah gehen, die sich hartnäckig weigert, die für sie von Israel erhobene Steuereinnahmen anzunehmen, seit sich Jerusalem dazu entschlossen hatte, monatlich 138 Millionen US-Dollar davon wegen der „Pay to Slay“( monatliche Zahlungen an die Familien von „Märtyrern“)-Politik der PA abzuziehen.

Diese Politik führt ins Jahr 1964 zurück, als die PLO den Palästinensischen Mujahedin- und Märtyrer- Fonds anlegte, mit dem die Familien von Terroristen unterstützt werden, die entweder von Israel getötet oder eingesperrt werden.

Wenn wir uns die Nachrichten genauer ansehen, die während der jüngsten Konfrontation zwischen der IDF und den palästinensischen Terrorgruppen in Gaza veröffentlicht wurden, ergibt sich ein anderes Bild.

Die Kämpfe, die an diesem Wochenende ausgetragen wurden, waren die achte Runde von temporären Feuergefechten zwischen den Parteien innerhalb eines Jahres.

Jeder dieser kurzen Kämpfe endete mit einem von Ägypten vermittelten Waffenstillstand und wurde, wie wir noch sehen werden, - wie bei dem letzten Ausbruch - vom Iran, über dessen Stellvertreter Islamischer Dschihad und Hamas, angeordnet.

Die Eskalation fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem der Hamas-Führer Yahya Sinwar und der islamische Dschihad-Führer Ziad al-Nakhala sich in Kairo zu Gesprächen für einen dauerhaften Waffenstillstand befanden, welcher den Berichten zufolge die Aufhebung der israelischen Sanktionen gegen Gaza sowie die Freilassung palästinensischer Insassen Israelischer Gefängnisse beinhalten soll.

Sowohl Sinwar als auch al-Nakhala unterhalten enge Beziehungen zum Iran, denn Sinwar war für die Versöhnung zwischen der Hamas und dem Iran verantwortlich, nachdem die Terroristengruppe aus dem Gazastreifen anfangs sunnitische islamistische Rebellen in Syrien unterstützt hatte, um das vom Iran unterstützte Regime von Bashar al Assad zu stürzen.

Der Iran hat kein Interesse an einem langfristigen Waffenstillstand zwischen Israel und seinen Stellvertretern in Gaza und möchte, dass sie den Druck auf den jüdischen Staat erhöhen.

ehemalige israelische Berater für nationale Sicherheit, Ya’acov Amidror sagte, die Gewalt wurde durch die Islamische Republik ausgelöst, während der israelische Botschafter der UN, Danny Danon sagte, der Iran stehe hinter allem, was im Nahen Osten geschieht.

"Sie geben jährlich 7 Milliarden Dollar für den Terrorismus aus, sei es im Libanon, in Syrien, im Jemen, in Ägypten oder auch in der Hamas in Gaza", betonte Danon gegenüber FOX News.

"Wir haben gesehen, was in den letzten Tagen, passiert ist, als Israel zurückschlug, nachdem die Hamas mehr als 600 Raketen auf unsere Zivilbevölkerung abgefeuert hatte", fügte der israelische Diplomat, noch bevor der Waffenstillstand in Kraft trat, hinzu.

Der Beweis dafür, dass die israelische Regierung richtig erkannt hatte, dass der Iran hinter dem Zermürbungskrieg steht, der vom islamischen Dschihad und der Hamas geführt wurde, war die Ermordung von Hamed Ahmed Abed Khudari, einem Hamas-Agenten, der für die Überweisung iranischer Gelder an die verschiedenen palästinensischen Terrorgruppen im Gazastreifen verantwortlich war.

Khudari wurde in seinem fahrenden Auto getötet, und seine Hinrichtung kennzeichnete die Erneuerung einer „Politik der Tötung hochrangiger Terror-Offiziere“, sagte Netanjahu während einer Sicherheitssitzung im IDF-Hauptquartier von SOUTHCOM.

„Israel hat die Spielregeln geändert, und die Hamas weiß das ganz genau“, fügte der israelische Premierminister hinzu.

Elf der mehr als zwei Dutzend palästinensischer Araber, die bei den Luftangriffen der israelischen Luftwaffe im Gazastreifen getötet wurden, waren Mitglieder des iranischen Islamischen Dschihad, der unter dem Namen „Kuds Brigaden“ in Gaza operiert.

Derselbe Name wird vom iranischen Revolutions-Schutz-Korps für jene Fraktion verwendet, die für den Export der Islamischen Revolution in andere Teile des Nahen Ostens und darüber hinaus verantwortlich ist.

Qassem Soleimani, der Kommandeur der Kuds-Kräfte des IRGC, unterhält enge Beziehungen zu Sinwar, worüber wir Ende letzten Jahres berichtet hatten.

Die Tatsache, dass die Hamas nach dem Sommerkrieg 2014 ihre militärische Infrastruktur in Gaza wiederaufbauen konnte, war auf die Unterstützung der "Islamischen Republik Iran" zurückzuführen, wie sich der Hamas-Führer damals stolz brüstete.

Foto: Flash90

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880