Der Holocaust ist keine Seifenoper

Freitag, 3. Mai 2019 |  Tzvi Sadan

Israelis als Nazis zu bezeichnen, ist mittlerweile so normal geworden, dass man diese Bezeichnung für sie inzwischen als die Wahrheit betrachtet. Nach den „neuen Antisemiten“ müssen Juden für immer die Opfer bleiben, und die Tatsache, dass man sie nun beschuldigt, ein anderes Volk ungerecht zu behandeln, rechtfertigt die Gleichstellung der Juden mit den Nazis.

Natürlich ist es ein marxistischer Diskurs, jeden menschlichen Konflikt auf Opfer und Täter zu reduzieren, indem man jeden Sieger als einen Bösewicht und jeden Rebellen als einen Helden hinstellt. Die Opfer- / Täter-Fraktion geht davon aus, dass das Opfer in jedem Fall schuldlos, und der Täter ein Verbrecher ist. Das ist eine vereinfachende und künstliche Dichotomie, die jedoch effektiv eingesetzt wird, um Israel als den allerschlimmsten Bösewicht darzustellen, der es gewagt hat, seine eingeschworenen Feinde niederzuwerfen und zu besiegen.

Das Antisemitische daran ist, dass aber genau diese Stimmen selten oder gar nicht vernommen wurden, um China oder Marokko als „Nazi-Staaten“ zu verurteilen. Oder wie wäre es mit Großbritannien? Wurde es von irgendjemand als „Nazi-Staat“ bezeichnet, weil es mit Hilfe der Amerikaner Deutschland in Schutt und Asche legte und es dann besetzte?

Die Tatsache, dass Israel allein so verurteilt wird, ist ein Warnhinweis, dass diejenigen, die heute einen Vergleich zwischen souveränen Juden und den Nazis anstellen, den geistigen Grundstein für einen weiteren Holocaust legen.

Wenn man Juden mit Nazis vergleicht, ist der moralische Weg dafür geebnet, Israel in Schutt und Asche zu legen, denn aus demselben Grund hat Deutschland ein solches Schicksal erlitten. Israel auf die gleiche moralische Ebene eines nationalsozialistischen Deutschlands zu setzen, ist so fiktiv, abscheulich und gefährlich, dass es sogar schwer wird, diese schlechte Meinung über Israel wieder loszuwerden.

Israelis können so lange reden, bis sie schwarz werden, dass sie keine willkürlichen militärischen Aktionen gegen unschuldige Opfer durchführen, sondern sich stattdessen gegen Feinde verteidigen, welche sich die Zerstörung Israels auf ihre Fahnen geschrieben haben. Sie können darauf verweisen, dass die Unterstellung eines Völkermords an den Palästinensern lächerlich ist, da es heute mehr Palästinenser als je zuvor in deren kurzer Ad-hoc-Geschichte gibt. (Zum Vergleich: Die Juden, die einen echten Völkermord erlebt haben, haben die Bevölkerungszahl von vor dem Zweiten Weltkrieg immer noch nicht erreicht.) Die Israelis können sagen was sie wollen, aber alles, was man für sie übrighat, ist ein herablassendes, antisemitisches Achselzucken.

Die abscheuliche moralische Äquivalenz zwischen Israel und den Nazis hat mich an eine lange vergessene Beerdigung erinnert, die im Januar 1946 in Rumänien stattfand. Auf dem obigen Bild sind Hunderte von Juden zu sehen, die hinter zwei Särgen, die auf dem jüdischen Friedhof beerdigt wurden, hergehen. Aber die Särge enthielten keine Leichname. Sie enthielten vielmehr Seifenstücke, aus dem Fett jüdischer Opfer der Vernichtungslager gefertigt.

In ähnlicher Weise hängte die Gemeinde Pardes Hana im Norden Israels die folgende lakonische Bekanntmachung aus, dass „wegen einer Beerdigung von aus jüdischen Kadavern gemachten Seifen das Büro von 3:30 bis 4:30 Uhr geschlossen ist“.

Das wahre Erbe der Nazis ist keine billige Seifenoper, die von zynischen Schauspielern gespielt wird, sondern ein unbeschreiblicher Horror. Und dessen wird Israel von den neuen Antisemiten beschuldigt.

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880