Gedenktag an den Holocaust

Mittwoch, 1. Mai 2019 |  Dov Eilon

In Israel beginnt heute Abend der Gedenktag an die Opfer des Holocaust, der “Jom HaShoah”. Israel gedenkt der sechs Millionen Juden, die von den Nazis ermordet wurden.

Wegen des am Abend beginnenden Gedenktages werden in Israel viele Geschäfte früher als sonst schließen. Auch Restaurants, Kinos, Theater und andere Vergnügungseinrichtungen werden gegen 19 Uhr werden heute Abend geschlossen sein. Ebenso wird es keine Sportveranstaltungen geben. Für diesen besonderen Tag des Gedenkens wurde im Jahr 1959 das Gesetz für den Holocaust-Tag verabschiedet. Auch im Fernsehen werden nur Dokumentar-Programme zu sehen sein.

Der Gedenktag wird um 20 Uhr mit der Zeremonie in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem begonnen. Dann werden traditionsgemäss sechs Überlebende des Holocaust stellvertretend für die sechs Millionen Opfer sechs Fackeln anzünden.

In Israel lebten Ende 2017 noch 212.3000 Holocaust-Überlebende. Das sind 8.500 weniger als im Jahr davor. Diese Zahlen veröffentlichte das israelische Statistik-Büro anlässlich des Gedenktages. Vor Beginn des zweiten Weltkrieges gab es 16.6 Millionen Juden auf der Welt, heute sind es 14.6 Millionen.

Morgen früh um 10 Uhr werden für zwei Minuten die Sirenen ertönen. Das ganze Land kommt zum Stillstand, um an die Opfer des Holocaust zu gedenken. Gleich danach findet dann in Jad Vashem eine Zeremonie zur Kranzniederlegung statt, unter Teilnahme von Staatspräsident Reuven Rivlin, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dem Knesset-Vorsitzenden Juli Edelstein, der Präsidentin des Obersten Gerichtshofes Esther Chajut sowie Vertreter der Organisationen der Holocaust-Überlebenden. Um 11 Uhr beginnt im Gebäuder der Knesset das Vorlesen der Namen der Opfer, “Jeder hat einen Namen” heisst diese Veranstaltung. Und um 13 Uhr findet dann die zentrale Gedenk-Zeremonie in Jad Vashem statt.

Jad Vashem: Gedenken an die Kinder

Auch in den Schulen werden heute Abend und morgen Gedenk-Zeremonien abgehalten werden. Zuvor wurde im Unterricht über den Holocaust gesprochen. Viele Schule haben Projekte als Vorbereitung für die Fahrt der Schüler nach Polen, die in der 12. Klasse stattfindet. Im Rahmen dieser Projekte treffen sich die Schüler mit Holocaust-Überlebenden und schreiben ihre Geschichte auf. Oft werden Überlebende in die Schulen eingeladen, wo sie von ihren Erlebnissen erzählen. Die Überlebenden werden von Jahr zu Jahr älter, bis es dann irgendwann keine mehr geben wird, die von dieser schrecklichen Zeit erzählen können. Daher ist es so wichtig, jetzt noch so viele Zeitzeugnisse wie möglich zu sammeln.

Live-Übertragung der Zeremonie in Jad Vashem, heute Abend um 20 Uhr Ortszeit:

Bild: Fotos zur Erinnerung, Jad Vashem (Foto: Miriam Alster/Flash90)

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