Zeichen des guten Willens - Israel lässt zwei syrische Häftlinge frei

Sonntag, 28. April 2019 |  Dov Eilon

Am gestrigen Shabbat wurde in den israelischen Medien von der vorzeitigen Freilassung zweier syrischer Häftlinge berichtet. Staatspräsident Reuven Rivlin habe sie begnadigt. Dies sei als Zeichen des guten Willens geschehen, nachdem vor etwa drei Wochen die Leiche des israelischen Soldaten Zachary Baumel von Syrien nach Israel gebracht wurde. Die begnadigten Häftlinge befinden sich bereits in Syrien.

Die vorzeitige Entlassung aus der Haft der beiden Syrer kommt infolge der Überführung der Leiche des israelischen Soldaten Zachary Baumel vor etwa drei Wochen. Baumel galt seit 1982 als vermisst. Seine Leiche wurde mit russischer Hilfe in Syrien gefunden und nach Israel gebracht. Ministerpräsident Netanjahu reiste danach nach Russland, um Präsidnt Putim persönlich fpe seine Hilfe zu danken. Auch fand in Moskau eine Zeremonie zu Ehren des heimgebrachten Soldaten statt.

Bei den beiden Syriern, die nun vorzeitig in ihr Heimatland zurückkehren konnten, handelt es sich zum einen um Zidan Tweil (57) aus dem syrischen Dorf Khader. Er befindet sich wegen Drogenschmuggels seit 2008 in Haft und wäre im Juli aus der Haft entlassen worden. Der zweite syrische Häftling ist der 35-jährige Fatach-Aktivist Hamis Ahmad, befindet sich seit dem Jahr 2005 in Haft wegen eines Infiltrationsversuch in eine israelische Armee-Basis und eines geplanten Angriffs auf die israelischen Sicherheitskräfte. Er wäre noch bis 2023 in Haft geblieben.

Die israelische Regierung hat die vorzeitige Freilassung der beiden Syrer heute früh bestätigt. Regierungsquellen zufolge habe man sich erst nach der Heimkehr der Leiche des israelischen Soldaten zu diesem Schritt entschieden, als „Zeichen des guten Willens“.

Normalerweise werden Begnadigungen durch das Kabinett genehmigt, doch in diesem Falle soll der Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit entschieden haben, dass dies wegen der besonderen Umstände diesmal nicht nötig sei. So wurde die Begnadigung durch das Justizministerium und dem Büro des israelischen Präsidenten durchgeführt.

Leah Goldin vor einem Bild ihres Sohnes Hadar (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Heute früh meldete sich im israelischen Armeesender Lead Goldin zu Wort, Mutter des Soldaten Hadar Goldin, dessen Leiche zusammen mit der Leiche des Soldaten Oron Shaul seit dem Gazakrieg im Jahr 2014 von der Hamas festgehalten wird. Sie kritisierte die israelische Regierung und sagte, sie würde trotz ständiger Versprechen nicht genug für die Heimkehr der beiden Soldaten tun. Dass Ministerpräsident Netanjahu dazu fähig ist, zeige die Freilassung der beiden syrischen Häftlinge als Gegenleistung für die Rückführung des Soldaten Zachary Baumel, worüber sie erst gestern Abend nach Ende des Shabbats erfahren habe. Man wolle jetzt nicht erst 30 Jahre warten, bis auch die beiden israelischen Soldaten von der Hamas freigelassen würden, sagte Lea Goldin.

Illustration: Gefängnistor (Foto: Avi Dishi/Flash90)

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