„Verzeihen Sie die Verbrechen des Holocaust", sagt der brasilianische Präsident

Montag, 15. April 2019 |  David Lazarus

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro erklärte dazu bei einem Treffen mit evangelischen Führern am Wochenende in Rio de Janeiro.: „Die Verbrechen des Holocaust können vergeben werden, aber wir können sie nicht vergessen.“

In Yad Vashem,dem Holocaust Museum in Jerusalem, antwortete man sofort. „Es liegt nicht om Ermessensbereich irgendeiner Person, zu entscheiden, ob die Verbrechen des Holocaust vergeben werden können", hieß es in einer Stellungnahme aus Jerusalem.

Der israelische Präsident Reuven Rivlin sagte: „Wir werden niemals vergeben und niemals vergessen. Niemand wird die Vergebung des jüdischen Volkes anordnen, und es kann niemals im Namen der Interessen erlangt werden.“

Einige haben dem brasilianischen Präsidenten vorgeworfen, seinen Besuch in Israel nur als politisches Spiel seiner starken evangelischen Basis zu nutzen. Vergebung ist ein zentrales Thema im Christentum.

In einem Vorwurf zur umstrittenen Bemerkung von Bolsonaro wies Rivlin darauf hin, dass „politische Führer die Zukunft gestalten. Historiker beschreiben die Vergangenheit und recherchieren, was passiert ist. Sie sollten auch nicht in das Territorium des anderen gelangen.“ Der Präsident von Israel verglich die Nazis mit dem Hauptfeind des auserwählten Volkes aus biblischen Zeiten:„ Alles, was Amalek uns angetan hat, ist in unserem Gedächtnis eingegraben, der Erinnerung eines uralten Volkes. Wir werden niemals denen helfen, die die Wahrheit leugnen oder versuchen, sie in Vergessenheit geraten zu lassen“, sagte er.

Der brasilianische Präsident, der für seine kontroversen Kommentare bekannt ist, sagte nach seinem Besuch in Yad Vashem am 2. April, dass „es keinen Zweifel gibt, dass die Nazis eine linke Bewegung waren." Es ist allgemein anerkannt, dass der Nazismus eine rechtsextreme Bewegung war. Yad Vashems eingehender historischer Forschung zufolge hat die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg "fruchtbaren Boden für das Wachstum rechtsradikaler Gruppen in Deutschland geschaffen, die Entitäten wie die Nazi-Partei hervorbringen."

Präsident Bolsonaro gilt als pro-israelischer Führer, was für seine immer größer werdende Popularität unter der wachsenden evangelischen Bevölkerung im südamerikanischen Land ausschlaggebend ist. Bolsonaros Sohn Eduardo berichtete, Brasilien sei bereit, seine Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

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