Ich träume von einem jüdischen Weihnachten

Freitag, 12. April 2019 |  David Lazarus

Wer hätte gedacht, dass es die Juden waren, die sich Melodien erträumten und so einige der berühmtesten und beliebtesten Weihnachtslieder komponierten, die jemals geschrieben wurden? Der mit dem Academy-Award nominierte Larry Weinstein befasst sich in seinem neuen Film mit dieser faszinierenden und beispiellosen historischen Ironie.

Beim siebten jährlichen Canadian Screen Award am 31. März gewann der Dokumentarfilm "Traum einer jüdischen Weihnacht" den höchsten Preis für Non-Fiction-Filme. Mithilfe von Liedern, Interviews und seltenem historischen Filmmaterial wird darin erzählt, wie jüdische Einwanderer in den USA Anfang der 1900er Jahre viele der beliebtesten Weihnachtslieder geschrieben haben, wie zum Beispiel „I’m Dreaming of a White Christmas, Winter Wonderland, White Christmas“ und sogar „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“.

Juden, die über den Atlantik ins „Land des Versprechens“ einreisten, wurden, als sie in die USA kamen, nicht als Weiße angesehen. Die rund eine Million Juden, die in die „Lower East-Side“ von New York zogen, wurden auch nicht als Schwarze angesehen. Sie waren Orientalen und zusammen mit dem starken Akzent und dem schlechten Englisch gab es für diese armen Einwanderer kaum Arbeitsplätze. Es stand jedoch jedem, der Talent hatte, frei, Melodien zu komponieren, und Leute wie Al Jolson (geborener Asa Yoelson), Mel Tormé und Irving Berlin (der „God Bless America“ schrieb) hatten so eine Beschäftigung.

Man kann sagen, dass das Erscheinungsbild Amerikas von einer Nation von Einwanderern durch Filme, Radio, Kunst und Literatur geschaffen wurde. Was wäre Weihnachten, wenn keines dieser Lieder geschrieben worden wäre? „Dreaming of a Jewish Christmas“ erzählt die Geschichte einer Gruppe jüdischer Komponisten, die mehr oder weniger den Soundtrack zur Weihnachtszeit geschrieben haben. Es ist die Geschichte von Immigranten, die Außenseiter waren, aber die sagenhafte Fähigkeit hatten, den Zeitgeist zu verstehen und zu verinnerlichen. Sie konnten Lieder schreiben, die, damals bis heute, die weihnachtlichen Gefühle der Mehrheit der englischsprechenden Welt - und sogar ihre eigenen - am besten ausdrücken.

Alan Dershowitz, pensionierter Professor an der Harvard Law School, der für seine zahlreichen Medienauftritte zur Unterstützung von Präsident Donald Trump bekannt ist, sagt in dem Film: „Juden haben diese erstaunliche Fähigkeit, sich aus ihrer eigenen Kultur herauszudenken, ja, aus ihrer eigenen Haut zu schlüpfen, um die faszinierendsten Dinge zu schreiben.“

"Juden haben ein leichtes Schuldgefühl, wenn sie die Weihnachtstraditionen annehmen“, sagt die jüdische Komikerin Ophira Eisenberg. "“Das liegt daran, dass die Juden bei allem ein leichtes Schuldgefühl haben!“

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