Morgen ist ein Festtag

Montag, 8. April 2019 |  Dov Eilon

Der Tag der Wahlen war und ist für mich immer ein ganz besonderer Tag. Schon ein oder zwei Tage vorher empfinde ich diese ganz besondere Atmosphäre. Ja, ich würde es mit der Vorfreude auf einen Feiertag vergleichen. Allerdings nicht, weil wir an diesem Tag nicht arbeiten müssen, nein, das ist nicht der Grund. Der Grund ist die Bedeutung dieses wichtigen Tages. Wir, die Bürger, haben es an diesem Tag in der Hand, unsere Zukunft zu bestimmen. Und gerade hier bei uns in Israel ist das so wichtig.

Daher frage ich mich immer, wie es sein kann, dass nicht wenige Israelis an diesem Tag einfach zu Hause bleiben. “Es bringt ja eh nichts”, “Was kann meine Stimme schon verändern?”, sind nur zwei Beispiele von Ausreden, nicht an den Wahlen teilzunehmen. Nach den Wahlen wird sich dann wieder über das Wahlergebnis beschwert.

Nicht an den Wahlen teilzunehmen, das gibt es für mich nicht. Die ersten Wahlen in Israel fanden am 25. Januar 1949 statt, noch bevor das Parlament den Namen “Knesset” erhielt. Damals lag die Wahlbeteiligung bei stolzen 85,8 Prozent. Mit großem Stolz hat man damals in dem neuen Staat gewählt.

Die ersten Wahlen in Israel, 1949

Bei den letzten Wahlen im Jahr 2015 lag die Wahlbeteiligung immerhin bei 72,3 Prozent. Es gab schon niedrigere Zahlen. Bei den vorgezogenen Neuwahlen im Jahr 2006 gingen nur 63,5 Prozent der Wahlberechtigten an die Wahlurnen.

Unzufriedenheit über die Politiker sollten kein Grund dafür sein, nicht an den Wahlen teilzunehmen, im Gegenteil. Wir sollten uns, wie damals im Jahr 1949, freuen, morgen wählen zu dürfen. Morgen haben wir wieder die Gelegenheit, Einfluss auf unsere Zukunft, die Zukunft unseres Landes, auszuüben.

Morgen werde ich, obwohl es ein freier Tag ist, sicher schon sehr früh aufstehen, um meiner demokratischen Pflicht, oder besser gesagt, meinem demokratischen Recht, nachzugehen, und meine Stimme abgeben. Unser Wahllokal befindet sich in einer Grundschule ein paar Straßen und etliche Treppenstufen von unserer Wohnung entfernt. Vielleicht treffe ich dort auch einen unserer Nachbarn, den Tourismus-Minister Yariv Levin, der nur 5 Häuser von uns entfernt wohnt.

Später am Tag werde ich dann noch einmal zusammen mit meiner Frau zum Wahllokal gehen. Ich mag diese Atmosphäre der Wahlen nun einmal. Unsere Tochter wird ihre Stimme, und das zum ersten Mal, wahrscheinlich in ihrer Armeebasis abgeben. Und unser ältester Sohn wählt diesmal in Tel Aviv, wo er wohnt. Und dann ist da noch unser jüngster Sohn, der wegen der vorgezogenen Wahlen diesmal noch nicht mitwählen darf. Denn er wird erst 6 Tage nach den Wahlen 18 Jahre alt. Aber vielleicht findet er es gar nicht so schlimm. Er muss sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, welcher Partei er die Stimme geben soll.

Auch ich habe lange darüber nachgedacht, wen ich dieses Mal wählen werde. Der Wahlkampf hat diesmal kaum auf den Straßen stattgefunden. Früher wurden an jeder Straßenkreuzung Aufkleber und Flugblätter verteilt, an den Häusern hingen riesige Wahlplakate. Heute scheint sich der Wahlkampf in den sozialen Netzwerken im Internet abzuspielen. Das ist auch ganz gut, man hat viel weniger Papiermüll auf den Straßen. Nur in den religiösen Stadtteilen fand ich eine Ansammlung von Wahlzetteln auf den Bürgersteigen liegen. Und dann gibt es noch die Wahlwerbespots im Fernsehen, die seit etwa zwei Wochen auf allen israelischen TV-Kanälen täglich gesendet werden. Das sieht dann so aus:

Ich habe mich nicht von den Werbespots beeinflussen lassen, ich habe mich bereits entschieden, welcher Partei ich diesmal meine Stimme gebe. Ich wähle morgen.....nein, nein, das behalte ich natürlich für mich. Aber ich freue mich auf den morgigen “Feiertag” und die Verkündung des Ergebnisses am Abend. Es wir ein spannender Tag werden.

Über die Wahlen und das Ergebnis werden wir Sie am Mittwoch unterrichten. Denn morgen ist ein Feiertag, der Tag der Wahl.

Bild: Die Zettel mit den Buchstaben der Parteien für die Wahlen (Foto: Yossi Zeliger/Flash90)

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