Zum ersten Mal: ​​2000 Jahre alte jüdische Siedlung in Beer Sheva entdeckt

Freitag, 5. April 2019 |  David Lazarus

In der Stadt Beer Sheva im Süden Israels wurde der Splitter einer seltenen Öllampe entdeckt, auf dem eine Menorah mit neun Armen dargestellt ist. Dies ist eine der ersten künstlerischen Abbildungen einer jüdischen Menorah, die jemals entdeckt wurde.

Neben der wunderschön gefertigten neunarmigen Menorah haben die archäologischen Ausgrabungen weitere Hinweise auf den jüdischen Alltag im Zentrum der Negev-Stadt zutage gefördert, darunter Kalksteingefäße, die von Juden für die rituelle Reinigung verwendet werden, sowie einen Wachturm und mehr. Die Stätte stammt aus der Zeit des 1. Jahrhunderts n. Chr. bis zur Zeit des Bar-Kochba-Aufstands im Jahre 135 n. Chr., und weist unterirdische verborgene Gänge auf, die von den jüdischen Kämpfern gegen Rom genutzt wurden.

Es ist das erste Mal, dass in Beer Sheva Reste einer jüdischen Siedlung aus der Zeit des zweiten Tempels entdeckt wurden. Die Archäologen Dr. Peter Fabian von der Ben-Gurion-Universität im Negev und Dr. Daniel Varga von der Israel Antiquities Authority sagten: „Die Überreste der Siedlung umfassen ein Gebiet von ca. 2 Dunam (2000 Quadratmeter) und schließen mehrere Strukturen und Installationen, wie die Fundamente eines großen Wachturms, Backstuben, antike Müllgruben und ein unterirdisches System, das wahrscheinlich als jüdisches Ritualbad (Mikwe) genutzt wurde, mit ein. Anzeichen für einen in einigen der Strukturen entdeckten Brand zeugen von einer Krise, die die Siedlung erlebte, wahrscheinlich die des ersten jüdischen Aufstandes im Jahre 70 n. Chr.“ - Das Jahr, in dem der zweite Tempel in Jerusalem zerstört wurde.

Der Ort liegt entlang der Südgrenze des alten Königreichs Judah neben einer Straße, die von Tel Beer Sheva zur südlichen Küstenebene entlang des Mittelmeers führte. Die strategische Bedeutsamkeit des Standortes entlang der Straße war wahrscheinlich der Grund für den Bau eines Wachturms mit einer Höhe von 10 x 10 Metern. Die Überreste einer Treppe, die zu den beiden oberen Ebenen des Turms geführt hätte, wurden ebenfalls freigelegt.

Es herrschte große Aufregung, als die Scherbe der Öllampe gereinigt wurde und ihre dekorative, neunarmige Menorah zum Vorschein kam. Laut Dr. Fabian und Dr. Varga: „Dies ist wahrscheinlich eine der frühesten künstlerischen Darstellungen einer neunarmigen Menorah, die bisher entdeckt wurden.“ Es ist interessant festzustellen, dass von den wenigen Lampen, die eine Menorah darstellen, bisher noch keine siebenarmige gefunden wurde. Das stimmt mit einem Gesetz im babylonischen Talmud überein, das besagte, dass nur die Menorah im Tempel sieben Arme haben dürfe, und Lampen für den häuslichen Gebrauch zwischen acht und elf Armen.

An diesem in die Zeit der römischen Herrschaft über Israel datierten Ort wurden auch Dutzende von Bronzemünzen gefunden. Einige davon wurden in Aschkelon geprägt, andere in Städten des gesamten römischen Reiches.

Es wurde dazu eingeladen, die archäologischen Ausgrabungen ab dem 8. April in der Zeit von 15.00 - 17.00 Uhr kostenlos zu besichtigen.

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