Ende der Gewalt am Grenzzaun zum Gazastreifen?

Donnerstag, 4. April 2019 |  Dov Eilon

Die Hamas, der Islamische Jihad und weitere Terrorgruppen im Gazastreifen sollen einem Bericht der in Jerusalem erscheinenden arabischen Zeitung Al-Quds zufolge ihren Mitgliedern befohlen haben, sämtliche gewaltsamen Aktionen am Grenzzaun einzustellen, darunter die Angriffe mit an Luftballons angebrachten Brandbomben und Sprengsätze. Auch soll es keine nächtlichen Attacken entlang der Grenze mehr geben. Auch wurde angeordnet, bei den Unruhen am Grenzzaun keine Sprengsätze mehr zu verwenden.

Diese Anordnungen sind das Ergebnis der mithilfe Ägyptens erreichten Vereinbarung mit Israel bezüglich einer Waffenruhe. Hamasführer Ismail Haniyeh soll am Mittwoch erklärt haben, das es gute Fortschritte in den Bemühungen um eine Vereinbarung mit Israel gebe. Man habe sich schon auf einen Zeitplan für die Umsetzung einiger der getroffenen Vereinbarung geeinigt, sagte er in einem Interview für die dem Islamischen Jihad nahe stehenden Zeitung Al Istiqlal.

Einige dieser Vereinbarungen sollen angeblich noch vor den israelischen Wahlen am 9. April ungesetzt werden. Darunter fällt die bereits durchgeführte Erweiterung der Fischereizone vor der Küste Gazas und eine Verbesserung der Stromversorgung. Später soll dann eine Gas-Pipeline zum Kraftwerk in Gaza gebaut und die Infrastrukturen verbessert werden. Allerdings müssen all diese Vereinbarungen noch von den verschiedenen Fraktionen im Gazastreifen genehmigt werden.

Haniye äußerte sich auch bezüglich eines möglichen Gefangenenaustausches. Er sehe keinen Grund, mit einem außenstehenden Vermittler nicht darüber zu diskutieren. Allerdings sei dies in den momentanen Verhandlungen zur Waffenruhe kein Thema.

Der morgige Freitag, der Tag des seit einem Jahr stattfindenden “Marsch der Rückkehr”, wird zeigen, ob es die Terrorgruppen im Gazastreifen ernst meinen und tatsächlich an einer Beruhigung der Lage interessiert sind. Leider wurden getroffenen Vereinbarungen in der Vergangenheit nie sehr lange eingehalten. Die Hamas hat aber bereits bewiesen, dass sie für Ruhe sorgen kann, wenn sie wirklich daran interessiert ist.

Unruhen am Grenzzaun, letzte Woche

Archivbild: Hamas-Führer Haniye während einer Feier zum 31. Jahrestag der Hamas. Dezember 2018 (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

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