Gibt es eine Annäherung der arabisch-israelischen Beziehung?

Dienstag, 2. April 2019 |  David Lazarus

Staatsbeamter der VAE: Der Israel-Boykott war ein Fehler

Ein hochrangiger Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate strebt an, die Beziehungen zwischen den arabischen Staaten und Israel zu verbessern, was als eine Entwicklung zur Normalisierung hin gesehen werden kann.

Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate forderte eine "strategische Verschiebung" der Beziehungen zwischen Israel und Arabien. Er sagte, der jahrzehntelange Entschluss der arabischen Welt, den jüdischen Staat zu boykottieren, sei ein Fehler gewesen. „Wenn man darauf zurückblickt, war der vor vielen, vielen Jahren getroffene arabische Beschluss, keinen Kontakt mit Israel zu haben, eine sehr, sehr falsche Entscheidung“ sagte der hochrangige Vertreter der VAE in einem Interview mit der nationalen Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate.

Der arabische Boykott, der 1945 begann, stoppte den gesamten Handel mit Israel. Ein zweiter Boykott wurde später gegen nichtisraelische Unternehmen verhängt, die mit Israel Geschäfte tätigen, und dann wurde noch ein dritter Boykott verhängt, um auch jene Unternehmen auf die Schwarze Liste zu setzen, die mit anderen Unternehmen Geschäfte machen, die mit Israel Geschäfte machen. Obwohl diese Boykotte Israel schaden, haben sie nicht bewirkt, das Land wirtschaftlich zu behindern, und Israel hat es geschafft, eine der stärksten Volkswirtschaften in der Region und in der Welt aufzubauen. Mehrere arabische Staaten halten sich mittlerweile nicht mehr an diesen Boykott.

Die Beziehungen Israels zu einigen arabischen Golfstaaten haben sich in den letzten Monaten verbessert, denn es wurden hochrangige israelische Beamte offen zu einem Besuch eingeladen. Premierminister Benjamin Netanjahu wurde im vergangenen Oktober in Oman begrüßt. Später im gleichen Monat besuchte Kultur- und Sportminister Miri Regev Abu Dhabi. Auf der Arabischen Halbinsel wurde gar zum ersten Mal die israelische Nationalhymne gespielt, weil ein Israeli die Goldmedaille im Judo gewonnen hatte.

Einer neuen, in dieser Woche durchgeführten, Umfrage des Außenministeriums in Jerusalem zufolge sind 42 Prozent der Bevölkerung in den Emiraten daran interessiert, Beziehungen mit Israel aufzunehmen.

Israelis in Bahrain

Zum Ärger der arabischen Führer wurden diese Woche drei Israelis eingeladen, beim Global Entrepreneurship Kongress in Manama, Bahrain, zu sprechen.

Diese Einladung wurde unmittelbar von Mitgliedern des winzigen Parlaments der Golfstaaten verurteilt, indem sie sich gegen die Aufnahme israelischer Sprecher in Bahrain aussprachen. Wie die meisten arabischen Staaten erkennt der Golfstaat den jüdischen Staat nicht an.

Aufgrund des Nachdruckes einflussreicher Geschäftsleute, die die weltweiten Fähigkeiten des jüdischen Staates im globalen Handel anerkennen, konnte die Regierung aber davon überzeugt werden, die Beteiligung Israels zuzulassen. Zu den Israelis, die eingeladen wurden, auf dem Wirtschaftsforum zu sprechen, gehört Anya Eldan, die stellvertretende Chefin der israelischen Innovationsbehörde, eine der weltweit führenden Agenturen für Innovations- und Kreativunternehmen.

Wie in vielen anderen arabischen Ländern würden die Bahrainer gerne mit israelischen Unternehmern und High-Tech-Innovatoren zusammenarbeiten, aber deren Politiker halten an dem alten Mantra der „palästinensischen Sache" fest. Zu seiner Rechtfertigung, und um das Missfallen über die Anwesenheit der israelischen Geschäftsleute in seinem Land auszudrücken, bekräftigte Bahrain auf seiner offiziellen Facebook-Seite: „Das Parlament unterstreicht seine Unterstützung für die gerechte Sache des brüderlichen palästinensischen Volkes, und das wird weiterhin eine Priorität für das bahrainische und das arabische Volk bleiben. Das Ende der israelischen Besatzung und der Rückzug aus dem gesamten arabischen Land ist für die Stabilität und Sicherheit der Region und für einen gerechten und umfassenden Frieden unabdingbar. “

Diese sich wiederholenden Entschuldigungen für die Ablehnung diplomatischer oder geschäftlicher Beziehungen zu Israel klingen umso lahmer, als Umfragen zeigen, dass Araber im Nahen Osten das Interesse an der Unterstützung der sogenannten "palästinensischen Sache" verloren haben und die Beziehungen zum jüdischen Staat normalisieren wollen. Offiziell unterhält Israel nur diplomatische Beziehungen zu zwei benachbarten arabischen Staaten: Ägypten und Jordanien.

Es ist noch ein weiter Weg, bis man von einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Golfstaaten, oder mit allen arabischen Nationen, in dieser Angelegenheit sprechen kann. In nahezu allen arabischen Ländern wurde die Anerkennung der Souveränität Israels über die Golanhöhen durch die USA, und der Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem, der Hauptstadt Israels, nachdrücklich verurteilt. Auch haben alle arabischen Regierungsbeamten die Erklärung von Ministerpräsident Netanjahu: „Israel ist der Nationalstaat des jüdischen Volkes - und nicht von irgendjemand sonst.“ verurteilt. Anwar Mohammed Gargash, ein hochrangiger Vertreter der VAE, schrieb: „Es genügt nicht, dass Netanjahus Kommentar ekelhaft ist, er bietet den Extremisten sogar noch eine willkommene Rechtfertigung! Der Weg zum Frieden wird durch diese beschämende Art und Weise weiter untergraben.“

Dennoch, einschließlich der jüngsten Ereignisse in Gaza, verlagert sich der Treibsand des Wandels im Nahen Osten langsam zu einer Normalisierung mit Jerusalem hin.

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880