Gaza: Die Geschichte hinter dem Konflikt

Dienstag, 26. März 2019 |  David Lazarus

Es ist ein kleiner, gerade einmal 360 km² großer Streifen am Mittelmeer, zwischen Ägypten und Israel, der seit Jahrzehnten von Gewalt überschattet wird, in dem Proteste und Militäraktionen an der Tagesordnung sind. Und wieder einmal hat es die Hamas auf israelische Städte abgesehen, drei Langstreckenraketen sind Richtung Tel Aviv abgeschossen worden, Israels bevölkerungsreichster Gegend.

Hier ein kurzer Abriss, wie sich der Konflikt in der Region über die letzten 70 Jahre entwickelt hat:

Ägyptens Kontrolle über Gaza nach Israels Unabhängigkeitskrieg

Am 14. Mai 1948 wurde Israel offiziell ein Staat, die erste jüdische Nation nach 2000 Jahren. Einen Tag später brach zwischen Israel und fünf arabischen Ländern – Jordanien, Irak, Syrien, Ägypten und Libanon – Krieg aus. Während des Krieges flohen zehntausende Palästinenser aus Israel Richtung Ägypten, in der Hoffnung, später wieder in ihre Häuser zurückkehren zu können, wenn Israel von den arabischen Armeen besiegt sein würde. Ägypten verweigerte den Flüchtenden den Zugang ins Land, die Palästinenser blieben im Gazastreifen. Zum Ende des Krieges übernahm Ägypten die Kontrolle über den Gazastreifen.

Israel erlang Kontrolle während Sechstagekrieg zurück

Gaza stand bis zum Sechstagekrieg im Jahr 1967 unter Ägyptens Kontrolle. Als Israel nicht nur Jerusalem und das biblische Kernland Judäa und Samarien sondern auch den Gazastreifen eroberte, brach eine Zeit relativer Ruhe in dem kleinen Landstrich an, das nun unter israelischer ziviler Militärherrschaft stand. Israelis und Palästinenser durften sich zwischen Gaza und Israel frei bewegen, sei es wegen Arbeit, medizinischer Versorgung oder der Pflege von Freundschaften.

1987 brach im Gazastreifen die erste Intifada aus, einen Tag, nachdem ein israelischer LKW versehentlich einen Unfall verursacht hatte, bei dem palästinensische Arbeiter getötet wurden. Gazas Palästinenser sahen den Unfall als einen vorsätzliche Racheakt, weil Tage zuvor ein Israeli bei einem Terrorangriff in Gaza ums Leben gekommen war.

Die Osloer Friedensverträge zwischen der palästinensischen PLO und der israelischen Regierung im Jahr 1995 sahen unter anderem einen Rückzug aus Gaza und großen Gebieten Judaäs und Samarias vor. Israel verließ den Gazastreifen im Jahr 2005 und löste die Gush Katif Landwirtschaftssiedlungen um Gaza völlig auf.

Die Hamas übernimmt die Kontrolle

Nur wenig später riss die Hamas, ein Zweig der terroristischen Muslimbruderschaft, der regierenden PLO im Jahr 2006 die Kontrolle aus den Händen, was einherging mit einem Anstieg von gewaltsamen Angriffen auf Israel. Die Hamas hat seither Gaza fest im Griff, einen Landstreifen, berüchtigt für gewaltsame Proteste, Bomben, Terrortunnel, das Abfackeln israelischer Ländereien und andere terroristische Attacken wie die jüngsten Angriffe mit Langstreckenraketen auf Israels bevölkerungsdichtes Landeszentrum. Die nötigen Raketen und Bomben werden von anti-israelischen Terrorgruppen anderer Länder wie Iran durch Ägypten in den Gazastreifen geschmuggelt.

Es gab mittlerweile drei größere Versuche seitens Israel, den Terror und die Raketen der Hamas seit 2005 aufzuhalten. Operation Gegossenes Blei (2008-2009) und Operation Wolkensäule (2012) waren direkte Antworten auf Raketenangriffe auf israelische Orte in der Umgebung des Gazastreifens. Der Operation Protective Edge („Starker Fels“) im Jahr 2014 ging dagegen die Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen durch zwei Hamasmitglieder voraus.

Zunahme palästinensischer Proteste und Bomben

Am 30. März 2018 unternahmen Palästinenser in Gaza einen organisierten Versuch, die Grenze nach Israel zu durchbrechen und mittels diesem „Großen Marsch der Rückkehr“ genannten Unterfangen nach Israel einzumarschieren. Terrorattacken, Bomben, Raketen und verbranntes Land sind seit diesem Mai 2018 eskaliert, als die Botschaft der USA nach Jerusalem verlegt wurde. Die gewaltsamen Proteste halten bis heute an und fanden in dem Raketenangriff Anfang dieser Woche einen neuen Höhepunkt.

Israels wird in 14 Tagen Wahlen abhalten. In ihrem Versuch, langfristige Lösungen für die Gazaangriffe herauszuarbeiten, versuchen die Politiker, sich gegenseitig zu überbieten. Manche rufen nach einer erneuten Besatzung des Gazastreifens, andere plädieren für die Entmachtung der Hamas. Itamar Ben-Gvir von der rechtsgerichteten Jewish Empowerment Partei rief Israel dazu auf, als Antwort auf die Raketenangriffe nach Gush Katif wieder zurückzukehren, dem jüdischem Siedlungsblock im Gazastreifen, der 2005 evakuiert worden war.

Neu ist das Aufflammen eines Protestes der Palästinenser in Gaza, die diese Woche auf einer öffentlichen Demonstration gegen die Führung der Hamas im Gazastreifen protestierten.

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