Cyber-Attacke auf israelische Internetseiten

Montag, 4. März 2019 |  NAI Redaktion

Im Laufe des Wochenendes wurden bis zu eine Million israelische Internetseiten, darunter auch die von großen Banken und Telekommunikationsunternehmen, gehackt.

Die betroffenen Seiten waren nur für kurze Zeit offline und wurden durch den Text “Jerusalem ist die Hauptstadt von Palästina #OpJerusalem" ersetzt.

Mehrere israelische Programmierer warnten jedoch, dass die Angreifer versucht und es fast geschafft hätten, Besucher auf die gehackten Webseiten zu bringen, um schädliche Software auf deren Computer zu laden. Wäre das System erfolgreich gewesen, hätte dies den Hackern theoretisch ermöglicht, Teile der israelischen Wirtschaft zum Stillstand zu bringen, so der Hacker Yuval Adam in einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal “Times of Israel”.

Die Angreifer konnten so weit kommen, da sie Fehler einer populären und von vielen israelischen Websites genutzten Plattform für Barrierefreiheit im Internet ausnutzten. Laut Gesetz müssen israelische Internetseiten, die öffentliche Dienstleistungen anbieten, behindertengerecht sein.

Nagisch, was auf Hebräisch "Zugänglich" bedeutet, bietet erweiterte Plug-ins für die Barrierefreiheit und zählt zu seinen Kunden McDonalds, Coca-Cola, Bank Hapoalim und israelische Telekommunikationsunternehmen, darunter 012 Mobile und Golan Telecom. Leider hatte Nagisch es versäumt, einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, was den Hackern die Kontrolle über die Seiten ihrer Kunden zu ermöglichen.

Ran Bar-Zik, ein Entwickler von Verizon Media, der geholfen hat, den Cyberangriff zu stoppen, kritisierte sowohl Nagisch als auch die Millionen Kunden wegen ihrer "unglaublichen Fahrlässigkeit in Bezug auf Warnungen, die in der letzten Zeit gegeben wurden.”

Die betroffenen Internetseiten hatten alle die heute grundlegenden Online-Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen, beispielsweise den ordnungsgemäßen Schutz ihrer DNS-Einträge und das Verschlüsseln sensibler Dateien auf ihren Servern.

"Selbst diese einfache Handlung liegt offensichtlich außerhalb der Möglichkeiten israelischer Internetseiten", schrieb Bar-Zik und fügte hinzu: "Der Staat Israel, die Cyber-Nation, kam noch gut davon. Die Hacker hätten statt bloßen Vandalismus Schäden in Milliardenhöhe verursachen können."

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