Wem werden die arabischen Wähler Israels ihre Stimme geben?

Montag, 25. Februar 2019 |  NAI Redaktion

Israels arabische Wähler sind enttäuscht über ihre Optionen vor den anstehenden nationalen Wahlen.

Um die Stimmen der rechtsgerichteten jüdischen Öffentlichkeit in Israel anzuwerben, betonen die meisten Mainstream-Parteien ihren jüdischen Glauben. Inzwischen scheinen die wenigen arabischen Parteien eher daran interessiert zu sein, eine feindselige "palästinensische Sache" zu vertreten, als sich für die lokale arabische Bevölkerung einzusetzen.

Abdul al-Rahman, ein Bewohner der arabischen Stadt Abu Ghosh in Jerusalem, sagte Israel Hayom, dass die Gemeinsame Arabische List (der Zusammenschluss aller vier arabischen Parteien) nach den letzten Wahlen "uns nicht repräsentierte und großen Schaden für den durchschnittlichen arabischen Bürger, der sich integrieren will, angerichtet hat." Al-Rahman drückte ein wachsendes Gefühl unter den durchschnittlichen israelischen Arabern aus, die sich einfach in den jüdischen Staat integrieren und ein friedliches, wohlhabendes Leben führen wollen. Zu diesem Zweck engagieren sich immer mehr Araber für den Militärdienst, um sich ihren jüdischen Landsleuten beim Schutz der Nation anzuschließen.

Al-Rahman erklärte weiter: „Die arabischen Parteien in der Knesset wollen einen unterlegenden, gedemütigten Araber sehen, wie eine Katze, die gestreichelt werden muss. Warum? Solange die Araber in Israel in einem solchen Zustand sind, erledigt das die Arbeit für sie. Sie wollen, dass die Araber sie anbetteln und schwach sind im Vergleich zu ihnen. Sie haben die Bürger, die für sie gestimmt hatten, zurückgelassen und konzentrierten sich stattdessen auf die Interessen des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas und Syrien.“

Dr. Suhaila Ahmad Halil, eine muslimische Ärztin aus der nördlichen Küstenstadt Akko, sagte der Zeitung, die arabischen Knesset-Parteien sollten sich schämen, weil sie nichts weiter getan haben, als "mörderische Terroristen zu ehren und zu verherrlichen: Sie treten auf die Bühne, sprechen über Palästina und merken nicht, was hier passiert."

Diese Äußerungen waren sehr ähnlich zu denen, die arabische Wähler gegenüber Israel Heute vor den letzten Wahlen im Jahr 2015 geäußert hatten.

Samer Anzawi, ein Einwohner von Nazareth, erzählte uns, dass er und seine Familie für die jüdische Partei Kulanu gestimmt hatten, weil "die arabischen Parteien mich nie vertreten haben. Sie sprechen viel, wenn es um Chancengleichheit geht, Forderungen des arabischen Sektors und die Senkung der Lebenshaltungskosten , doch am Ende des Tages tun sie nichts. Sie sind seit Ewigkeiten in der Politik, aber nichts hat sich geändert."

Anzawi kritisierte auch die arabischen Politiker in der Knesset, sie würden sich hauptsächlich auf die palästinensische Sache konzentrierten und nicht wie Vertreter eines Sektors der israelischen Bevölkerung handeln würden.

„Es geht ihnen nur um die Menschen in der ‘Westbank’, nicht um Menschen wie mich, die in Nazareth und anderswo leben und sechstausend Schekel im Monat verdienen, aber eine große Familie ernähren und mehrere Rechnungen bezahlen müssen", argumentierte er. "Ich möchte, dass die Regierung alle vertritt - ob jüdisch oder arabisch - und nicht eine Partei, die ihre ethnische Herkunft betont und mit den Gefühlen der Menschen in Bezug auf soziale Ungerechtigkeit und Ungleichheit spielt."

Diese und andere Kritiker der arabischen Parteien haben erklärt, dass kürzlich durchgeführte Umfragen darauf hindeuten, dass einige der Parteien bei den Wahlen am 9. April an der Prozenthürde scheitern werden.

Araber machen etwa 20 Prozent der israelischen Bevölkerung aus, was bedeutet, dass ihre Handvoll politischer Parteien wie die der ultraorthodoxen Juden (die etwa 15 Prozent der Bevölkerung ausmachen) keine Schwierigkeiten haben sollten, genügend Sitze für den Einzug in die Knesset zu gewinnen. Dass sie dafür zu kämpfen haben, zeigt, dass sehr viele israelische Araber nicht für die arabischen Parteien stimmen.

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