Saudis zu den Israelis: "Glaubt Netanjahu nicht!"

Freitag, 15. Februar 2019 |  Ryan Jones

Ein hochrangiges Mitglied der saudischen Königsfamilie gewährte den israelischen Medien in dieser Woche ein beispielloses Interview, um allen Israelis eine einfache Botschaft zu übermitteln: Glaubt Netanjahu! nicht!

Der ehemalige saudi-arabische Geheimdienstchef und früherer Botschafter in den USA und Großbritannien, Prinz Turki bin Faisal Al Saud, wurde in London von Barak Ravid vom israelischen Fernsehsender Channel 13 interviewt.

Er sagte Ravid, dass die Israelis wissen müssen, dass Premierminister Benjamin Netanjahu in Bezug auf die Erwärmung der israelisch-arabischen Beziehungen in den letzten Jahren übertrieben hat. Prinz Turki sagte, dass Netanjahu dies sicher mache, um vor den anstehenden Wahlen in Israel eine gute Figur zu machen: "Er ist ein Mann, der sich vor der Wahl gerne zeigt und sagt: ‘Schaut, was ich für Euch getan habe. Ich habe Euch dies und das gebracht.‘ Wie alle Politiker."

Prinz Turki erklärte, dass es in Wirklichkeit so wäre, dass Saudi-Arabien und möglicherweise auch andere Golfstaaten die Beziehungen zu Israel niemals vollständig normalisieren würden, bis der Konflikt mit den Palästinensern gelöst sei.

"Die öffentliche Meinung in Israel sollte nicht getäuscht werden und glauben, dass die palästinensische Frage eine tote Sache ist", sagte der saudische Prinz. "Aus israelischer Sicht möchte Herr Netanjahu, dass wir eine Beziehung haben, und dann das palästinensische Problem lösen können. Aus saudischer Sicht ist es umgekehrt."

Netanjahu hat in letzter Zeit mehrfach behauptet, dass die arabische Welt von der palästinensische Sache müde sei, und danach strebe mit Israel in einer Reihe von Fragen unabhängig von der Situation im "Westjordanland" zusammenzuarbeiten. Dies wurden in den letzten Jahren durch Äußerungen aus arabischen Hauptstädten untermauert, wo arabische Führer und Medien in Bezug auf den palästinensischen Nationalismus in der Tat einen müden Eindruck machten.

Prinz Turki war Israel gegenüber in keiner Weise abwertend, beschuldigte Jerusalem aber, die arabischen Friedensangebote nicht ernst genommen zu haben. Wie andere saudische Regierungschefs sagte er, er freue sich auf eine Zukunft, in der Israel und die arabische Welt zusammenarbeiten: "Mit israelischem Geld und saudischen Köpfchen können wir viel erreichen."

Prinz Turki betonte, dass er das Interview als Privatperson gebe und in seinen Ausführungen nicht die saudische Regierung vertrete. Er gab jedoch zu, Riad vorher über das Interview informiert zu haben, und Ravid enthüllte, dass sich der Prinz nur wenige Tage vor dem Gespräch mit der israelischen Presse mit dem saudischen König Salman getroffen habe. Daher würde, unterstrich Raid, Prinz Turki eindeutig eine Nachricht direkt aus Riad an die israelische Öffentlichkeit übermitteln.

Schauen Sie sich das folgende Interview an. Zu Beginn wird Hebräisch gesprochen, aber das eigentliche Interview wird auf Englisch geführt.

Ironischerweise behauptete Prinz Turki zur gleichen Zeit, dass Netanjahus Darstellung der wärmenden Beziehungen zur arabischen Welt eine Täuschung war. Der israelische Ministerpräsident befand sich in Warschau, wo er ein sehr freundschaftliches Gespräch mit dem Außenminister von Oman, Yusuf bin Alawi bin Abdullah, geführt hatte.

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