ANALYSE: Iranische Raketenbedrohung für Israel nimmt zu

Montag, 11. Februar 2019 |  Yochanan Visser

Neue Berichte über die Präsenz Irans in Syrien deuten darauf hin, dass die Quds Brigade der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) derzeit nach einem anderen Standort für ihr Hauptquartier in dem verwüsteten Land sucht. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Iraner nicht die Absicht haben, syrischen Boden zu verlassen.

Dies geschah nach einer Reihe israelischer Luftangriffe, bei denen wiederholt Waffenlager und das sogenannte Glas Haus, das Hauptquartier der Quds Brigade am internationalen Flughafen von Damaskus, zerstört wurde.

Der jüngste israelische Luftangriff auf iranische Einrichtungen in der Nähe des Flughafens in Damaskus, der am 29. Januar stattfand und eine Reaktion auf einen misslungenen iranischen Versuch war, eine israelische Militärbasis am Hermon-Berg mit einer Rakete zu treffen, war für die Quds Brigade und ihrem Kommandanten Qassem Soleimani anscheinend zu viel.

Der Raketenangriff der israelischen Luftwaffe wurde vom libanesischen Luftraum aus durchgeführt und zerstörte ein Waffenlager in der Nähe des Glashauses und den Eingang zum Passagierterminal am Flughafen von Damaskus.

Soleimani hat sein eigenes Hauptquartier in einem stark bewachten Komplex an der Straße des Volkspalastes in Mezzah, einem Viertel im Westen von Damaskus.

In gleichen Stadtviertel befinden sich auch schiitische Milizen aus dem Irak, Pakistan und Afghanistan sowie das Hauptquartier der Hisbollah in Syrien und der syrischen Republikanischen Garde.

Der israelische militärische Geheimdienst und der israelische Geheimdienstblog „Intelli Times“ berichten nun, dass die Quds Force einen Teil ihrer militärischen Infrastruktur auf den sogenannten T-4-Luftwaffenstützpunkt zwischen Homs und Palmyra (biblisches Tadmor) verlegt.

Die T-4-Basis war jedoch auch das Ziel israelischer Luftangriffe und befindet sich noch immer in Reichweite der israelischen Luftwaffe, trotz des Einsatzes des russischen Flugabwehrsystems S-300, das Ende letzten Jahres an die Armee von Assad geliefert wurde und nach Ansichten einiger Beobachter inzwischen einsatzbereit sein soll.

Die Intelli Times soll den iranischen Umzug entdeckt haben, nachdem sie ein syrisches Ilyushin-76-Frachtflugzeug verfolgt hatte, das sich auf dem Weg von Teheran nach Damaskus befand, jedoch vom Radar verschwand, nachdem das Flugzeug den Redakteuren des israelischen Blogs zufolge in Richtung T-4 unterwegs war.

Ein paar Stunden später setzte das Flugzeug seine normale Flugstrecke zum internationalen Flughafen Damaskus fort.

Die Iraner glaubten zunächst, sie könnten Angriffe der israelischen Luftwaffe auf ihrem Stützpunkt am Flughafen von Damaskus vermeiden, indem sie militärische Einrichtungen in der Nähe von Gebäuden errichteten, die für zivile Zwecke genutzt werden, aber die anhaltenden israelischen Angriffe auf die Gebäude führten zu Spannungen mit dem Assad-Regime.

Präsident Bashar al-Assad möchte, dass ausländische Fluggesellschaften nach Damaskus zurückkehren, und er arbeitet fieberhaft daran, die Beziehungen zu Regierungen im Nahen Osten und auch anderen wiederherzustellen, nachdem er den siebenjährigen Bürgerkrieg mit russischer und iranischer Hilfe gewonnen hatte.

Assads Bruder Maher, der als Vertrauter von Soleimani gilt, soll den Iranern und ihren schiitischen Vertretern bei der Verlagerung der iranischen Stützpunkte und Waffenlager geholfen haben und den Bau neuer iranischer Raketenanlagen an syrischen Armeestützpunkten im Gebiet von Damaskus erlaubt haben.

Eine dieser Stützpunkte beherbergt die Vierte Panzerdivision der syrischen Armee, die unter dem Befehl von Maher al-Assad steht.

Die Iraner arbeiten ununterbrochen daran, ihr Raketenarsenal in Syrien auszubauen, und versuchen, die ballistische Kurzstreckenrakete Burkan-2H und eine neue Version der Golan-1000-Rakete mit einer Nutzlast von 450 Kilogramm zu entwickeln.

Lokale syrische Medien veröffentlichten am Sonntag neue Satellitenbilder, die Beweise für den Bau der neuen iranischen Anlagen in syrischen Militärstützpunkten und den Wiederaufbau der von Israel zerstörten Raketenanlagen lieferten.

Aman, der israelische militärische Geheimdienst, berichtete letzte Woche, der Iran habe beschlossen, die unterirdischen Raketenanlagen, die er im Libanon baute, zu verlegen, bis sie von Israel enthüllt und anschließend von der Hisbollah entfernt wurden.

Die Organisation Technologischer Industrien (OTI) in Syrien hat dem Iran und der Hisbollah dabei geholfen, Sanktionen der USA und Europas zu umgehen, und unterstützt den Iran und die Hisbollah bei der Entwicklung von präzisionsgelenkten Raketen in Syrien.

Gleichzeitig baut der Iran sein Arsenal an ballistischen Raketen für mittlere und lange (nuklearfähige) Raketen weiter aus.

In den letzten Wochen hat der Iran zwei neue Lenkflugkörper enthüllt oder getestet, die in einem zukünftigen Krieg gegen Israel eingesetzt werden könnten.

Am Samstag präsentierte der IRGC die Dezful-Boden-zu-Boden-Rakete, die eine Reichweite von 700 Kilometern hat, nachdem sie die neue Hoveizeh-Marschflugkörper mit einer Reichweite von 1.330 Kilometern erfolgreich getestet hatte.

Der IRGC-Befehlshaber Mohammed Ali Jafari enthüllte die Rakete in einer bislang geheimen, unterirdischen ballistischen Raketenanlage, die laut Fars News im Iran "U-Bahn-Stadt" genannt wird.

„Die Präsentation dieser Raketenproduktionsanlage tief unter der Erde ist eine Antwort an den Westen ... die glauben, dass sie uns durch Sanktionen und Drohungen davon abhalten können, unsere Ziele zu erreichen", sagte Jafari.

Der IRGC-Kommandant griff die Europäische Union an, die am Montag letzte Woche das iranische Programm für ballistische Raketen verurteilte und sagte, von den jüngsten Aktivitäten Teherans "zutiefst betroffen" zu sein.

In einem ersten Hinweis darauf, dass der Iran an Atomwaffen arbeiten könnte, sagte die EU, die iranischen Aktivitäten „verstärken das Misstrauen und tragen zur regionaler Instabilität“ bei.

„Der Iran sollte insbesondere die Arbeiten an Raketen unterlassen, die das Erreichen von Atomwaffen ermöglichen", heißt es in der Erklärung der EU, die keine europäischen Sanktionen gegen den Iran angekündigt hat.

Unterdessen erhöht die Trump-Administration den Druck auf andere Länder, ihrem Beispiel zu folgen und "harte internationale Beschränkungen (erneut) zu verhängen, um das iranische Raketenprogramm zu verhindern".

Die Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrats, die 2015 den Atomabkommen mit der Islamischen Republik billigte, fordert den Iran auf, "keine Aktivitäten im Zusammenhang mit ballistischen Raketen zu unternehmen, die Atomwaffen tragen können".

FOTO: Werden die Israelis wegen des wachsenden Raketenarsenals des Irans wieder zu den Verteilungsstellen von Gasmasken eilen? (Yonatan Sindel / Flash90)

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