Israels allgemeines Gesundheitssystem steht vor dem Zusammenbruch

Donnerstag, 7. Februar 2019 |  Ryan Jones

Israel wird oft für seine hervorragende Gesundheitsfürsorge angepriesen. Aber hier in Israel schimpfen die Leute heutzutage eher über das Gesundheitssystem, als es zu loben.

In den letzten Wochen gab es auf Titelseiten der Lokalzeitungen immer wieder Schlagzeilen über den bevorstehenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems.

Nun, es ist Wahlkampfzeit, und das Aufzeigen der Probleme im Gesundheitssystem ist für die linksgerichteten Medien ein wirksames Mittel, um sich gegen die derzeit rechtsgerichtete Regierung zu wehren. Aber das macht diese Probleme nicht weniger real.

Das Gesundheitssystem in Israel ist allgemein oder "sozialistisch". Jeder soll Zugang zu genau derselben medizinischen Versorgung haben (obwohl das nicht mehr wirklich der Fall ist, wozu wir in Kürze kommen werden). Was Israels Gesundheitsfürsorge wirklich auszeichnete, war die Qualität und das Engagement der beteiligten medizinischen Fachkräfte.

Unglücklicherweise haben in den letzten zehn Jahren viele der besten und klügsten Ärzte und Krankenschwestern Israels eine Beschäftigung im Ausland gesucht (interessanterweise ist das kapitalistische Amerika der Ort, den die meisten bevorzugen), als Antwort auf die beschämend niedrigen Gehälter hier zu Hause. Viele der besten Ärzte, die sich entscheiden, zu bleiben, verbringen jetzt einen Großteil ihrer Zeit mit der „privaten“ Gesundheitsversorgung die sich nur ein sehr geringer Prozentsatz der Israelis leisten kann, was die medizinische Versorgung Israels (oder zumindest das Beste davon) nicht mehr wirklich "allgemein“ sein läßt.

Darüber hinaus sind die Krankenhäuser in Israel inzwischen bis zum Zusammenbruch überfüllt. Un vielen der oben genannten Schlagzeilen wurde such darüber beschwert, dass Patienten in Tel Aviv, Jerusalem, Haifa und anderswo wegen fehlender Krankenhausbetten in Fluren und sogar in Lagerräumen untergebracht werden.

In einer sehr aufschlussreichen Bemerkung, die am Dienstag von der Zeitung „Makor Rishon“ veröffentlicht wurde, sagte Prof. Naiel Basharat, Leiter der Abteilung für Innere Medizin des „Emek Medical Center“ im Norden Israels, dass, als sein eigener Vater vor einem Jahr todkrank war, er sich dazu entschieden hätte, ihn zu Huase zu versorgen, „wegen der Situation auf den Krankenstationen, sogar in meiner eigenen Abteilung."

Dies ist nicht notwendigerweise eine Anklage gegen eine allgemeine Gesundheitsfürsorge. Israel hat sie jahrzehntelang zum Laufen gebracht. Es ist jedoch eine Warnung für diejenigen, die sehen, dass die allgemeine Gesundheitsfürsorge nicht ohne ihre eigenen einzigartigen Herausforderungen und Probleme ist, von denen einige zu einem Zusammenbruch des Systems führen können, wenn es nicht verantwortungsvoll verwaltet wird.

FOTO: Israels Krankenhäuser sind gefährlich überfüllt und unterfinanziert, und viele ihrer besten Ärzte haben bereits im Ausland nach grüneren Weiden gesucht. (Hadas Parush / Flash90)

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