Trump ernennt Botschafter gegen den Antisemitismus

Mittwoch, 6. Februar 2019 |  David Lazarus
US-Präsident Donald Trump hat Elan Carr, einen Staatsanwalt aus Los Angeles, zum Sondergesandten des US-Außenministeriums zur Überwachung und Bekämpfung des Antisemitismus ernannt.

Das Büro "vertritt die amerikanische Politik gegen Antisemitismus sowohl in den Vereinigten Staaten als auch international, entwickelt und implementiert politische Maßnahmen und Projekte zur Unterstützung der Bemühungen zur Bekämpfung des Antisemitismus."

Die Ankündigung erfolgte nach Protesten von Gesetzgebern und führenden jüdischen Gruppen, da der Posten während der ersten zwei Jahre der Amtszeit von Trump leer gelassen wurde. Präsident George W. Bush richtete den Wachposten 2004 ein, nachdem die beiden Parteien zu der gemeinsamen Entscheidung gekommen waren, gegen die zunehmenden Bedrohungen für jüdische Menschen und ihre Institutionen in den USA vorzugehen.

Im vergangenen Monat stimmte das US-Repräsentantenhaus einem Gesetzentwurf zu, mit dem die Position vom Gesandten zum Botschafter erhöht wurde, da die Zahl der Antisemitismus-Fälle weltweit zunimmt. Einem Bericht der Diaspora-Abteilung der israelischen Regierung der vergangenen Woche zufolge war 2018 ein Rekordjahr bezüglich der Zahl der Opfer antisemitischer Angriffe, insbesondere in den USA und in Europa. Antisemitische Vorfälle von Rechtsextremen sind jetzt die gefährlichste Bedrohung für jüdische Gemeinden. Mehr noch als der islamische Terror, heißt es in dem Bericht.

Carr ist ein Veteran der US-Armee, der im Irak diente, und ein ehemaliger Präsident der jüdischen Bruderschaft “Alpha Epsilon Pi”, der größten jüdischen College-Bruderschaft der Welt, die an mehr als 190 Universitäten in sieben Ländern vertreten ist.

"Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Carr, da sein Büro den aufstrebenden Antisemitismus bekämpft, der von der extremen Rechten, der extremen Linken und islamistischen Extremisten erzeugt wird und in den sozialen Medien unterstützt wird", sagte David Harris, Vorsitzender des “American Jewish Committee”, in einer Erklärung.

Botschafter Carr wird diese Woche in die Slowakei zu einem von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa geplanten Symposium über Antisemitismus reisen. Weitere Treffen sind mit der Konferenz der Europäischen Union über Antisemitismus in Brüssel geplant und danach wieder in den USA, bei einem Treffen mit ehemaligen republikanischen und demokratischen Verwaltungsbeamten.

FOTO: Elan Carr während einer Dienstreise im Irak im Jahr 2004. (SoCalOperator / Creative Commons)

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