Internationale “Beobachter” in Hebron

Donnerstag, 17. Januar 2019 |  Dov Eilon

(Foto: Nato Shohat/Flash90)

Seit 25 Jahren patrouillieren die Mitarbeiter der Organisation TIPH (Temporary International Presence in Hebron) durch die Stadt Hebron, um die Situation in der Stadt Hebron zu beobachten. Sie wollen sicherstellen, dass die Vereinbarungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde sowie die Menschenrechte eingehalten werden.

Die Organisation wurde durch einen Vertrag zwischen der PLO und Israel mit den Ländern Italien, der Schweiz, der Türkei, Schweden, Norwegen und Dänemark gegründet. Der Vertrag besagt, dass diese Länder Beobachter nach Hebron schicken. Deren Berichte gegen dann an ihre Herkunftsländer, Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde.

Die Mission der TIPH ist, wie ihr Name besagt, zeitlich begrenzt und wird alle sechs Monate verlängert. In der letzten Zeit häuften sich die Beschwerden über die Mitarbeiter der ausländischen Mission. Im Sommer wurde ein schweizer TIPH-Mitarbeiter gefilmt, wie er einem 10-jährigen jüdischem Jungen in Hebron eine Ohrfeige gab. In einem anderen Fall wurde ein Mitarbeiter durch eine Sicherheitskamera dabei ertappt, wie er die Reifen eines Autos eines jüdischen Bürgers Hebrons durchstach.

Ein TIPH-Mitarbeiter macht sich am Auto eines jüdischen Bewohners in Hebron zu schaffen

Auch beschwerten sich israelische Soldaten, dass die TIPH-Mitarbeiter ihre Arbeit am Kontrollpunkt stören würden und bewusst Unruhen und Streit auslösen würden, um ihre Präsenz vor Ort zu rechtfertigen.

Der Minister für Innere Sicherheit, Gilad Erdan, forderte von seinem Büro eine Bericht über die Aktivitäten der Organisation anzufertigen. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht und bestätigen die Beschwerden über die Mitarbeiter von TIPH.

“Die Mitarbeiter der Mission stören und streiten sich mit den Soldaten an den Kontrollpunkten über die Vorgehensweise gegenüber der palästinensischen Bevölkerung. Sie versuchen, ihre hohen Gehälter durch das Schaffen von Streitsituationen an den Berührungspunkten zu rechtfertigen”, heißt es in dem Bericht.

Die jüdischen Bewohner kämpfen schon seit langem gegen die Organisation an. Die Gültigkeit der Vereinbarung zwischen der Organisation und Israel läuft Ende dieses Monats aus. Der Minister Gilad Erdan bat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nun darum, die Vereinbarung nicht mehr um weitere sechs Monate zu verlängern.

“Man muss sich nicht wundern, dass eine Gruppe, die sich aus Polizisten islamischer Länder wie die Türkei und pro-palästinensischen Ländern zusammensetzen, israelische Soldaten und die Polizei bei ihrer Arbeit stören. Die Regierung sollte eine Fortsetzung der Aktivitäten dieser Gruppe verhindern, die Israel Schaden hinzufügt”, sagte der Minister.

Die TIPH ist jedoch nicht die einzige internationale Organisation, die Beobachter nach Hebron schickt. So kann man in Hebron auch Menschen durch die Straßen gehen sehen, die eine Weste mit der Aufschrift “EAPPI” tragen. Dabei handelt es sich um die Abkürzung für “Ecumenical Accompainment Programme in Palestine and Israel”. Auf ihrer deutschsprachigen Internetseite beschreibt die EAPPI (auf deutsch: Ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel) den Auftrag ihrer Mission, die “Begleitung von Palästinensern und Israelis bei ihren gewaltlosen Aktionen und die gemeinsamen Anstrengungen zur Beendigung der Besatzung”.

Die israelische Nichtregierungsorganisation Organisation Im Tirtzu kämpft gegen die Mitarbeiter dieser Organisation, die sich offiziell als Touristen in Israel aufhalten und es ihnen daher nicht erlaubt ist, einer Tätigkeit nachzugehen, wie das Patrouillieren in Hebron und die Störung der Arbeit der israelischen Soldaten. Jeden Morgen würden sich die Freiwilligen von EAPPI an den Kontrollpunkten einfinden, um israelische Soldaten bei ihrer Arbeit zu stören und sie international vor den Pranger zu stellen.

Vertreter von Im Tirtzu begeben sich seit einiger Zeit ebenfalls an diese Orte, um ihrerseits die Aktivitäten der EAPPI-Touristen zu filmen, was ihnen wiederum ganz und gar nicht gefällt. So berichtete “Im Tirtzu” von einem ersten Erfolg, als die Verbreitung einer Aufnahme einer Freiwilligen dazu führte, dass diese Hebron und ihre Organisation verließ.

EAPPI Freiwillige in Hebron

Sollte nun die TIPH nicht mehr in Hebron tätig sein dürfen, gibt es noch immer die Freiwilligen Touristen von EAPPI. Übrigens wirbt die Organisation auch jetzt auf ihrer Internetseite für Freiwillige die an den kommenden “dreimonatigen Einsätzen im Westjordanland oder Jerusalem” teilnehmen möchten, wie es in der Einladung heißt.

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