Familie von muslimischer Likud-Kandidatin wendet sich von ihr ab

Donnerstag, 10. Januar 2019 |  NAI Redaktion

Wenn ein Mitglied der Familie sich für einen Sitz im Parlament bewirbt, würde man erwarten, dass die Familie stolz ist und ihre Unterstützung zeigt. Doch im Fall von Dima Taya, einer muslimischen Araberin aus der arabisch-israelischen Stadt Qalansawe, ist genau das Gegenteil passiert.

Nur wenige Tage nachdem die 25-jährige Dima Taya erklärte, bei den Wahlen für einen Platz in der Liste der Likud-Partei zu kandidieren, veröffentlichte ihre Familie einen von vielen Angehörigen unterzeichneten Brief, in dem sie erklärt, dass sie sich von ihr abwenden und keinen Kontakt mehr zu ihr aufnehmen würden.

In dem Brief heißt es: “Wir, die Familie Taya aus Qalansawe, verkünden dem Volk, dass wir uns von den Worten von Zidan Taya (Anmerkung: Ihr voller Name) distanzieren. Wir verurteilen ihre Aussagen in den Medien und lehnen sie ab. Alles, was sie gesagt hat, spiegelt nur ihre Meinung wieder und nicht unsere. Wir betonen, dass wir keinen Kontakt zu ihr Aufnehmen und sie nicht unterstützen werden, bis sie ihre Aussagen und Meinungen zurück nimmt und zu ihrer Religion und ihrem Volk zurückkehrt, zu dem sie gehört.”

Wie das Nachrichtenportal Ynet berichtet, sagte ein Familienangehöriger, dass alle sehr enttäuscht von ihr seien. “Das zeigt nur ihre Schwäche. So wird sie nie in der arabischen Gesellschaft vorankommen und schadet nur sich selbst”, sagte er weiter. Man kenne den Likud und seinen Vorsitzenden, in dessen Amtsperiode 15 Häuser in Qalansawe zerstört worden seien. Dima habe nichts dazu gesagt, sagte er.

Am Tag der Verkündung, dass sie sich für einen Platz im Likud bewirbt, war Dima Taya in vielen israelischen Fernsehstudios zu Gast. In einem Interview mit dem Sender Keshet 12 erzählte sie, dass sie schon seit sechs Jahren Mitglied des Likuds sei. Sie sei stolz, as erste Muslimin für einen Platz im Likud zu kandidieren. Auf die Frage, was sie von dem umstrittenen sogenannten Nationalstaatsgesetz halte, antwortete sie, das das Gesetz keine der in Israel lebenden Minderheiten diskriminiere. Alle Bürger das Staates hätten die gleichen Rechte. Das Gesetz verletzte niemanden.

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Dima Taya im Studio von i24

Dima Taya wohnt heute in Kfar Manda, eine Stadt 16 Kilometer nordwestlich von Nazareth entfernt. Sie wurde bereits bekannt durch ein Video, in dem sie sich während eines Gesprächs mit einem arabischen Journalisten für den Staat Israel einsetzte. Sie hat sich viel vorgenommen. Sollte sie in die Knesset gewählt werden, möchte sie sich weiter für das Ansehen Israels einsetzen und Einfluss nehmen auf die arabische Gesellschaft. “Als muslimische Frau kann ich die arabische Gesellschaft vor denen bewahren, die dem Staat Israel Unrecht tun”, sagte sie. Auch möchte sie weiter gegen die BDS-Bewegung kämpfen.

Wie wird ihre Familie reagieren, wenn sie tatsächlich einen realen Platz in der Liste des Likud bekommen und nach den Wahlen als Abgeordnete in der Knesset sitzen würde?

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