„Gewalt gegen Frauen ist ein nationales Problem“

Freitag, 4. Januar 2019 |  NAI Redaktion

Präsident Reuven (Rubi) Rivlin hielt gestern zusammen mit dem Ministerium für soziale Gleichheit eine Veranstaltung zur Kampagne gegen die Gewalt gegen Frauen ab. Ebenfalls anwesend war die Ministerin für soziale Gleichheit, Gila Gamliel.

(Foto: Mark Neiman/GPO)

Für ihre herausragenden Beiträge zur Kampagne gegen die Gewalt überreichte die Ministerin Auszeichnungen an Ronit Solomon Avera, einer Sozialarbeiterin am Zentrum für die Verhütung häuslicher Gewalt, sowie an Yudit Zicklin-Sidikman, denr Vorsitzenden von „El HaLev“, einer Organisation, die Mädchen und Frauen hilft, durch den Kampfsport ihr Selbstvertrauen zu stärken. Ein Preis wurde auch an die Einsatzgruppe gegen Menschenhandel und Prostitution verliehen.

In seinen Ausführungen kommentierte der Präsident ein Video, das während der Veranstaltung gezeigt wurde und die Geschichte der 26 in 2018 in Israel ermordeten Frauen erzählte. „Wir schauen uns die Bilder dieser Frauen an und wissen eines mit Sicherheit: Wir müssen alles dafür tun, damit keine einzige Frau mehr getötet wird. Wir schulden diesen 26 Frauen, die dieses Jahr in Israel ermordet wurden und deren Gesichter wir gerade im Film gesehen haben, ihren Eltern, ihren Kindern und ihren Schwestern eine moralische Schuld. Wir Männer haben eine moralische Schuld gegenüber unseren Enkelinnen, unseren Töchtern, unseren Schwestern, unseren Nachbarn und unseren Kollegen, unseren Ehepartnern und der israelischen Gesellschaft.“, sagte der Präsident.

„Mord geschieht nicht sofort. Davor gibt es anhaltende und bedeutende Gewalt, die nicht nur körperlich ist“, so der Präsident weiter. „Rund 200.000 Frauen in Israel sind Opfer von Gewalt. Wir müssen sie unterstützen und sie bitten, darüber zu sprechen. Wir müssen ihnen zuhören, um einen sicheren Raum zu schaffen, in dem jede leidende und hilfsbedürftige Frau auf die entsprechende Unterstützung zugreifen kann. Die richtige Reaktion kann Leben retten. “

Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen in Tel Aviv, 12. Dezember 2018 (Foto: Miriam Alster/Flash90)

Der Präsident äußerte sich zu den jüngsten "Notstandsprotesten" gegen häusliche Gewalt, an denen seine Frau Nechama teilnahm, und sagte: "Dies ist in der Tat ein nationaler Notfall. Wenn sich Frauen auf unseren Straßen nicht sicher fühlen, kann sich keiner von uns sicher fühlen. Wenn Frauen verbaler Gewalt ausgesetzt sind und unter wirtschaftlichem Zwang leben, auch wenn wir es nicht sehen, kann sich keiner von uns sicher fühlen. Wenn Frauen Gewalt erfahren, wenn Frauen sexuell missbraucht werden und wenn Frauen ermordet werden, kann sich keiner von uns - nicht einer von uns - sicher fühlen. Gewalt gegen Frauen, der Mord an Frauen ist kein Frauenproblem. Gewalt gegen Frauen ist ein nationales Problem, und wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um es zu verhindern, dagegen anzugehen, es aufzudecken und zu beseitigen. Es muss die Kampagne für alle sein, unabhängig von Geschlecht, politischen Lagern und sozialen Schichten. Im Hinblick auf die Wahlen sollten wir von den Vorsitzenden der Parteien, aller Parteien, den Kampf gegen die häusliche Gewalt und die Gewalt gegen Frauen an die Spitze ihrer nationalen Prioritäten zu setzen und einen echten Plan vorzulegen.“ Am Ende dankte der Präsident den Preisträgern für ihre Arbeit.

Die Ministerin für soziale Gleichheit Gila Gamliel sagte: „Wir haben keine Toleranz gegenüber Gewalt gegen Frauen und wir arbeiten mit allen Mitteln daran, gegen sie vorzugehen. Die heutigen Auszeichnungen sind ein Ausdruck davon. Eine gesunde Gesellschaft sollte diejenigen ermutigen und anerkennen, die gegen häusliche Gewalt kämpfen, und genau das tun wir heute hier.

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