Amona wurde ein zweites Mal geräumt

Donnerstag, 3. Januar 2019 |  Dov Eilon

Erinnern Sie sich noch an Amona? Amona war eine jüdische Siedlung in Samaria, die vor etwas weniger als zwei Jahren nach einem Gerichtsbeschluss geräumt und zerstört wurde. Die Bewohner der Siedlung mussten danach ein ganzes Jahr warten, bis sie endlich in die neu für sie errichtete Siedlung Avichai ziehen konnten.

Doch vor etwas mehr als zwei Wochen tat sich etwas auf den Trümmern der geräumten Siedlung. Mehrere Dutzend Menschen kehrten nach Amona zurück, um die Siedlung wieder aufzubauen. Dies sollte eine Antwort auf die letzten Terroranschläge sein, bei denen insgesamt drei Menschen getötet worden waren, zwei israelische Soldaten beim Anschlag von Givat Assaf, sowie das Baby, das wegen des Anschlags bei Ofra auf die Welt gebracht werden musste und drei Tage danach verstarb. Kurz vor seiner Beerdigung erhielt es den Namen Amiad Israel.

Zwei mobile Häuser wurden errichtet. Die Neugründung von Amona wurde nicht mit den israelischen Sicherheitskräften abgesprochen. Der Ort gilt nach wie vor als militärisches Sperrgebiet. Yisrael Gantz, der Vorsitzende des Landkreises Binjamin, sagte bei der Neugründung der Siedlung: “Die Grundstücke, auf denen wir diese Bauten errichtet haben, wurden legal gekauft. Ich hatte versprochen, dass wir eine neue Soedlung als Antwort auf die letzten Terror-Attacken bauen werden. Jetzt ist es soweit.”

Bild: Ein paar Tage später nahm sogar die Ministerin für Kultur und Sport, Miri Regev, an einer Grundsteinlegung für die neu errichtete Siedlung Amona teil. (Foto: Hillel Maeir/Flash90)

Doch natürlich gilt Amona auch jetzt noch als illegal gebaute Siedlung, nichts hat sich daran geändert. So war es auch klar, dass der Tag kommen werde, an dem man die Siedlung ein weiteres Mal evakuieren würde. Heute früh war es soweit. Um die 300 sogenannte “Siedler”, der grösste Teil Jugendliche, verschanzten sich in den beiden mobilen Gebäuden, als israelische Sicherheitskräfte eintrafen, um sie zu evakuieren.

Leider gab es dabei unschöne Szenen. Die Jugendlichen warfen Steine und Metallgegenstände auf die Polizisten und Grenzschützer. Um den Zugang zur Siedlung zu erschweren wurden Reifen in Brand gesetzt und Öl vergossen.

Bei der Evakuierung wurden 23 Polizisten und 4 Zivilisten leicht verletzt. Die meisten der verletzten Polizisten wurden durch Steine, die auf sie geworfen wurden, verletzt, ein Polizist erlitt Stichwunden durch ein scharfes Objekt. Fünf der verletzten Polizisten und ein Zivilist wurden zur Behandlung in das Hadassah Krankenhaus gebracht.

Nach Abschluss der Evakuierung begann die Zivilbehörde damit, die beiden mobilen Gebäude wieder zu entfernen. (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Die Partei Nationale Union (Teil des Jüdischen Hauses) verurteilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der auch das Amt des Verteidigungsministers innehat, wegen der Räumung von Amona. “Es sieht so aus, als würde die Wahlkampagne des Ministerpräsidenten mit der Evakuierung von Juden von ihrem Land beginnen. Die Häuser in Amona wurden legal erworben”, hieß es in einer Erklärung der Partei.

In der Erklärung wurde auch erwähnt, das die illegale Beduinen-Siedlung Khan al-Ahmar noch immer nicht geräumt sei, obwohl dies wiederholt vom Gericht angeordnet worden sei. Man sei allerdings immer sehr schnell zur Stelle, wenn es sich um eine jüdische Siedlung handle, erklärte die Partei.

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