Abschied von Amos Oz

Sonntag, 30. Dezember 2018 |  NAI Redaktion

Am Freitag starb der wohl erfolgreichste und international am meisten anerkannte Schriftsteller Israels, Amos Oz. Der in Jerusalem geborene war international sehr anerkannt, seine Werke wurden in 36 Sprachen übersetzt, was ihm zum am meisten übersetzten israelischen Autor machte.

Amos Oz wurde wurde am 4. Mai 1939 in Jerusalem als Amos Klausner geboren. Nach dem Selbstmord seiner Mutter ging er im Jahr 1954 in den Kibbutz Chulda und änderte seinen Familiennamen in Oz. Seine ersten Werke basieren auf seinen Erfahrungen mit dem Leben im Kibbutz. Er studierte Literatur und Philosophie an der Hebräischen Universität. Er schrieb eine große Zahl von Romanen, Erzählungen, Essays und Kinderbüchern und erhielt dafür zahlreiche Auszeichnungen. Mehrmals war er für den Literatur-Nobelpreis nominiert worden.

In Deutschland bekannte Werke sind “Mein Michael”, “Der perfekte Frieden”, “Black Box”, “Ein anderer Ort” und “Eine Frau erkennen”.

Amos Oz war Mitbegründer der Friedensorganisation “Peace Now”. Er setzte sich für die Zweistaatenlösung ein und kritisierte die israelische Siedlungspolitik. Allerdings sei er kein Pazifist gewesen, wie er selber betonte. Als Reservist kämpfte er im Sechstagekrieg und im Jom Kippur-Krieg. Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, sagte er. Er unterstützte auch die Operation im Gazastreifen im Sommer 2014, war aber dennoch ein entschiedener Kritiker von Ministerpräsident Netanjahu.

Einen großen Teil seines Lebens widmete Amos Oz der zionistischen Linken. Ein früheres Mitglied der Meretz-Partei und ein Freund von Oz sagte: “Wir trennen uns von einem großartigen Autor und einem Intellektuellen, der die Fähigkeit hatte, die Vision ganzer Generationen, die unendliche Liebe für dieses Land hatten, genau auszudrücken, bei Bedarf Kritik hervorzurufen und ein besseres und gerechteres Israel anzustreben.”

So umstritten Amos Oz in Israel zum Teil gewesen sei mag, galt er dennoch als einer der größten Schriftsteller des Landes, wie es Benjamin Netanjahu erwähnte, als er sich zum Tod des Autoren äußerte. “Amos Oz war einer der größten Schriftsteller Israels. Er trug zur Erneuerung der hebräischen Sprache bei, mit der er mit viel Talent und Emotion wichtige Aspekte Israels beschrieb. Auch wenn wir nicht immer der gleichen Ansicht waren, so schätze ich seinen Beitrag für die hebräische Sprache und Literatur. Seine Worte und Werke werden uns noch viele Jahre lang begleiten Möge die Erinnerung an ihn gesegnet sein.”

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, der mit Amos Oz zusammen in die Schule ging, drückte am Freitag sein Bedauern über den Tod des Schriftstellers aus: “Eine Geschichte von Liebe und Licht und jetzt eine große Dunkelheit. Traurigkeit zu Beginn des Shabbats. Er war ein literarischer Gigant, der Ruhm unserer Schöpfer, ein spiritueller Titan. Ruhe in Frieden, lieber Amos.”

Am Montag wird im Kulturhaus “Zavta” in Tel Aviv der Öffentlichkeit die Möglichkeit gegeben, am Sarg des Verstorbenen vorbeizugehen, um dem Schriftsteller die letzte Ehre zu erweisen. Um 12 Uhr findet die Trauerzeremonie statt und um 15 Uhr beginnt im Kibbutz Chulda die Beerdigung.

(Foto: Creative Commons)

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