Zerstörung von Häusern - Das richtige Mittel gegen den Terror?

Montag, 17. Dezember 2018 |  Dov Eilon

Nachdem gestern im Flüchtlingslager al-Amari bei Ramallah das Haus eines Terroristen gesprengt worden war, der vor einem halben Jahr einen israelischen Soldaten getötet hatte, haben israelische Sicherheitskräfte heute das Haus des Terroristen von Barkan nur teilweise zerstört (Video). Denn er wohnte nur in einem Teil des Hauses.

Ahraf Naalwa ermordete vor etwa zwei Monaten die beiden Israelis Kim Levengrond und Ziv Hagbi. In der vergangenen Woche ist er bei dem Versuch seiner Festnahme von israelischen Sicherheitskräften erschossen worden, nachdem er sich zwei Monate lang versteckt gehalten hatte.

Schon in der Vergangenheit hatte das Oberste Gericht auf Berufungen von Familienangehörigen der Terroristen reagiert und angeordnet, nur den Teil des Hauses, in dem der Terrorist wohnte, zu zerstören. Das mag der Grund dafür gewesen sein, dass die israelische Armee auch in diesem Fall nur die Zerstörung des vom Terroristen bewohnten Bereiches des Hauses verlangte.

So wurde das entsprechende Teil des Hauses nun statt mit Sprengstoff vorsichtig mit einem Presslufthammer zerstört, sodass wirklich nur der Wohnbereich des Terroristen unbrauchbar gemacht wurde.

Die Familie eines der Opfer war erstaunt über die vorsichtige Zerstörung nur eines bestimmten Teils des Hauses. „Die Wände mit einem Hammer zu schlagen, das ist ein kompletter Witz, es gibt keinen Sinn. Das ganze Haus hätte abgerissen werden müssen. Genau so, wie unser Haus zerstört wurde, als unsere Schwester von uns genommen wurde“, sagte die Schwester von Kim Levengrond.

Auch die Eltern des Terroristen seien angeklagt, ihn unterstützt zu haben, sagte Rafi, der Vater von Kim, und verlangte die Zerstörung des ganzen Hauses.

Doch auch wenn das komplette Haus gesprengt worden wäre, stellt sich die Frage, ob diese Methode der Bestrafung überhaupt effektiv ist. Gestern versprach die Palästinensische Autonomiebehörde, das zerstörte Haus des Mörders des Soldaten wieder aufzubauen. Auch das Haus des Terroristen Ahmed Nasser, der im Januar dieses Jahres Raziel Shevach, Rabbiner und Vater von sechs Kindern, getötet hatte, ist bereits wieder neu gebaut worden. Zuvor hatte die Familie des Terroristen eine vollständig möblierte Wohnung erhalten.

Soll bald wieder aufgebaut werden, das gestern zerstörte Haus des Terroristen im Flüchtlingslager al-Amari bei Ramallah (Foto: Flash90)

Nun spielt man auf israelischer Seite mit dem Gedanken, das Haus erneut zu zerstören. Während der gestrigen Demonstration der Bewohner von Judäa und Samaria gegen die schwache Politik Netanjahus gegen den Terror ging Wirtschaftsminister Eli Cohen (Kulanu) sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn Mahmud Abbas die Häuser der Terroristen wieder aufbaut, muss sein Haus zerstört werden.“

Die Frage ist allerdings, ob es sich dabei überhaupt um eine erfolgreiche Abschreckungsmaßnahme handelt, die Terroranschläge in der Zukunft verhindert. Momentan sieht es nicht danach aus. Auch die Mutter des Terroristen, dessen Haus gestern zerstört worden war, gab sich gelassen. Ihr Haus sei ein Opfer für das palästinensische Volk und würde bald wieder aufgebaut werden.

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880