Israel Heute Morgen

Dienstag, 4. Dezember 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Heute kann unser Sohn wieder ausschlafen, denn schon wieder beginnen hier bei uns die Schulferien. Diesmal sind es natürlich die Chanukka-Ferien. Bis zum nächsten Dienstag können wir wieder auf Ferien-Alltag umschalten. Das heißt, für uns ist es kaum noch von Bedeutung, unser jüngster Sohn ist fast 18 Jahre alt und in der 12. und damit letzten Schulklasse. Er braucht uns nicht mehr, um seine Ferien zu gestalten. Ganz anders sieht es jedoch bei den Eltern jüngerer Kinder aus. Die müssen sich nun wieder darum kümmern, dass ihre Kinder nicht alleine sind, denn Eltern haben bekannterweise weniger Urlaubstage als die Schulkinder.

Um dieses Problem wenigstens teilweise zu lösen, bietet der Staat die sogenannte „Schule der Feiertage“ an. Allerdings nur für Schüler bis zur 3. Klasse. Für einen symbolischen Preis, können die Kinder auch in den Ferientagen in die Schule oder Kindergarten kommen, wo sie dann ein abwechslungsreiches Programm bekommen sollen. Das hilft aber nur den Eltern kleinerer Kinder. Als unsere Kinder noch klein waren, gab es so etwas nicht, so wie viele Dinge. Wir durften damals auch noch für den Kindergarten kräftig in die Tasche greifen, was heute zum Glück nicht mehr der Fall ist.

Chanukka ist ein ganz besonderes Fest. Es ist das Fest der Festivals, Vorstellungen für Kinder. Das ist schon immer so gewesen. Die Woche von Chanukka ist die Woche der Kindervorstellungen, der Märchen, Musicals, Liederfestivals. Fast ein ganzes Jahr lang werden diese Festivals und Vorstellungen vorbereitet. Das bei uns populärste Festival zu Chanukka ist das sogenannte „Festigal“, in dem immer die beliebtesten Stars mitwirken. Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als wir mit unseren damals kleinen Kindern zu den jährlichen Chanukka-Vorstellungen gegangen waren. Mindestens bei einer der Darbietungen sollte man gewesen sein, das war Standard.

Clip für das Festigal 2018

Diese Festivals sind leider keine billige Angelegenheit und sind ein fester Bestandteil des alljährlichen “Chanukka Budgets “einer Familie. Zum Glück wurden und werden viele der Tickets an den Arbeitsplätzen und durch die Personalräte zu einem billigeren Preis verkauft. Für den, der diese Möglichkeit nicht hat, wird ein Besuch beim Festigal eine sehr teure Angelegenheit. Die Tickets für das Festigal kosten heute so um die 170 Shekel (ca. 40 Euro), andere Vorstellungen können etwas billiger sein. Für eine Familie kann es also sehr teuer werden. Aber man möchte den Kindern ja auch etwas bieten.

Und das ist noch nicht alles. Heute früh hörte ich im Radio einen Bericht über die Preise für Getränke und kleine Snacks, die bei den Vorstellungen angeboten werden. Dem Bericht zufolge soll eine Sufgania, das klassische Chanukka-Gebäck, beim Festigal die stolze Summe von 15 Shekel (3.50 Euro) kosten. Im Supermarkt liegt der Preis bei 3 Shekeln (70 Cent). Im Radio wurde dies als Skandal bezeichnet. Und nur wenige Minuten später meldete sich der Veranstalter und erklärte, dass man den Preis für eine Sufgania jetzt auf 10 Shekel (2.40 Euro) gesenkt habe. Na, vielen Dank, billig ist das auch nicht. Und wenn Sie jetzt denken, dass es sich damit hat, dann irren Sie sich. Denn erst nach der Vorstellung und nach der Pause mit teuren Getränken, Sufganiot oder gar einen Hot Dog für läppische 30 Shekel (7 Euro), ja sie lesen richtig, erst dann geht der “Spaß” für die Eltern so richtig los.

Ich kann mich noch so gut daran erinnern, an einen wahrlichen “Spießrutenlauf” zwischen allen möglichen Ständen am Ausgang, die durch das Angebot von billigem Spielzeug, Erinnerungs-DVDs des Festivals, Zuckerwatte, Ballons, Bagels, Getränke usw. kein Kinderherz ruhig ließen. Ich versuchte damals, immer möglichst schnell durch diesen Korridor der Verlockungen zu kommen, ohne zu viele Shekel dort zu lassen. Auf der anderen Seite wollte man das Kind auch nicht enttäuschen. Zu Hause landeten die blinkenden oder leuchtenden Spielzeuge dann meistens in die große Spielzeugkiste, wo sie auf die Spielzeuge früherer Jahre trafen. Erst als wir nach Modiin zogen, haben wir uns von ihnen getrennt.

Aber ich möchte nicht alles schlecht machen. Denn es ist ja nicht so, dass uns Eltern die Vorführungen keinen Spaß gemacht haben. Das haben sie meistens. Wir sind auch nicht immer nur zum Festigal gegangen, manchmal war es ein schönes Kindermärchen, ein Ballett oder ein Kinderkonzert. Eigentlich war es doch eine schöne Zeit. Bis auf die Zuckerwatte und das Blink-Spielzeug.

Und jetzt schulde ich Ihnen noch das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einem Rückgang der Temperaturen. Bis zum Nachmittag kann es im Norden und an der Küste zu vereinzelten Regenschauern und Gewittern kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 22 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 23 Grad, am Toten Meer 26 Grad, Beersheva 21 Grad, Eilat am Roten Meer 26 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.655 m unter dem Meeresspiegel.

Das heutige Titelbild stammt von einer Ballon-Parade, die gestern hier in Jerusalem stattgefunden hat, bei der mit riesigen Ballons durch die Straßen gezogen wurde. Organisiert wurde die Parade vom Ministerium für Angelegenheiten der Diaspora. Die Parade hatte das Motto: “Zusammen: Laufen mit dem Judentum der Welt”. Sie soll die Zusammengehörigkeit aller Juden der Welt betonen. Angelehnt war diese Parade an die Macy’s Thanksgiving Day Parade von New York. Insgesamt 6000 Menschen sollen mit dabei gewesen sein. Mal sehen, ob diese Parade nun ein Teil der Chanukka-Tradition werden wird.

Gestern Abend haben wir die zweite Chanukka-Kerze angezündet. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und friedlichen Dienstag. Wie immer gibt es bei uns später aktuelle Nachrichten aus Israel, bleiben Sie uns treu. Machen Sie es gut.

Chanukka 2. Kerze (Foto: Dov Eilon)

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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