Israel Heute Morgen

Donnerstag, 29. November 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Es stinkt wieder hier in Jerusalem. Kaum war ich heute früh aus dem Bus gestiegen, da kam mir schon dieser scharfe und widerliche Gestank entgegen. Ich und alle Jerusalemer kennen diesen Geruch leider viel zu gut. Er wird uns auch in den nächsten Tagen nicht verlassen. Ich hatte Glück, dass ich heute mit einem anderen Bus gekommen bin und daher nicht in unmittelbarer Nähe der zentralen Busstation aussteigen musste. Denn dort stank es noch extremer. Diesmal hat dieser Gestank mich allerdings nicht überrascht, denn gestern Abend habe ich nach langer Zeit mal wieder die Abendnachrichten im Fernsehen geschaut. Und dort wurde von einer neuen Demonstration orthodoxer Juden der sogenannten „Jerusalemer Gruppe“ (Peleg Jerushalmi) berichtet.

Auch Ihnen sollte diese Gruppe von vergangenen Berichterstattungen hier bei uns bekannt sein. Es handelt sich um eine relativ kleine, aber sehr entschlossene Gruppe orthodoxer Juden, die gegen den Armeedienst demonstrieren (Sie standen unter der Führung des im Februar verstorbenen Rabbiners Shmuel Auerbach) . Auch sind auch nicht bereit, sich an der Rekrutierungsstelle zu melden, um vom Armeedienst befreit zu werden. Nein, se wollen nichts mit der Armee zu tun haben. Und wenn dann einer ihrer Leute von der Militärpolizei verhaftet wird, weil er die Einberufungsbescheide ignoriert hat, dann geht diese Jerusalemer Gruppe auf die Straßen. Der Verkehr wird dann meistens für einige Stunden blockiert, denn irgendwie schafft es die Polizei nicht, gegen sie anzukommen. Und dann kommt das Stinkwasser zum Einsatz. Aber auch das ist den Demonstranten völlig egal. Sie kennen das Ritual schon.

Stinkwasser auf Demonstranten, gestern in Jerusalem

Ich hatte Glück, dass ich gestern eine Stunde früher als sonst von Jerusalem weggefahren bin. Das kann ich nämlich, seitdem ich morgens vor der Stadtverwaltung von Modiin parke und dadurch nicht an eine bestimmte Linie gebunden bin. Jetzt komme ich in Modiin, stieg ins Auto und bin 5 Minuten später zuhause. Die Straßenblockaden der Demonstranten begannen erst, nachdem ich Jerusalem bereits verlassen hatte. Aber immerhin haben wir jetzt die neue Zugverbindung zum Flughafen. Wäre ich gestern später aus dem Büro gegangen, als die Demonstration schon im Gange war, hätte ich den Zug zum Flughafen nehmen und dann dort in den Zug nach Modiin umsteigen können. Ein gutes Gefühl, dass mich blockierte Straßen nicht mehr daran hindern, nachhause zu kommen.

Der Gestank wird sich jetzt noch einige Tage halten, vielleicht wäre jetzt etwas Regen angebracht, um das Stinkwasser wegzuspülen. Und der Regen soll morgen sogar wieder zu uns zurückkehren, allerdings mehr im Norden und an der Küste. Aber vielleicht bekommt ja auch Jerusalem etwas davon ab.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Bewölkt ohne bedeutende Veränderung der Temperaturen. In den nördlichen Bergen weht ein mäßiger Wind. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 24 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad, am Toten Meer 26 Grad, Beersheva 26 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt weiterhin bei -214.645 m unter dem Meeresspiegel.

Chanukka-Leuchter vor unserer Redaktion (Foto: Dov Eilon)

Heute früh wurde ich daran erinnert, dass wir am Sonntagabend bereits die erste Kerze des Chanukka-Leuchters anzünden werden. Kurz vor unserem Redaktionsgebäude wurde eine große “Channukia” aufgestellt. Sie ist eine von vielen, die von Chabat überall im Land aufgebaut und dann jeden Abend angezündet werden. Dabei werden dann auch “Sufganiot” verteilt, die jüdische Version von Berlinern. Aber darüber können wir ein anderes Mal sprechen. Also, ab Sonntagabend ist Chanukka, das Lichterfest . Dann wird es ab Montag auch schon wieder Schulferien geben, so schnell vergeht die Zeit.

”Sufganiot”, es gibt viele Sorten (Foto: Dov Eilon)

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Donnerstag. Wir nähern uns schon wieder dem Wochenende, der Monat November geht zu Ende. Später gibt es wieder aktuelle Meldungen aus Israel, bleiben Sie uns treu und machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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