ANALYSE: Iran und Israel bereiten sich auf einen Mehrfrontenkrieg vor

Mittwoch, 28. November 2018 |  Yochanan Visser

Die iranischen Führer haben am Wochenende ihren verbalen gegen Israel und die USA verschärft, während neue Informationen zeigen, dass sowohl die israelischen Streitkräfte als auch die Islamische Republik sich auf einen Mehrfrontenkrieg in Israel vorbereiten.

Der neue verbale Krieg begann, als der sogenannte gemäßigte iranische Präsident, Hassan Rouhani, den Teilnehmern einer islamischen Konferenz erklärte, dass Israel ein "Krebstumor" und "ein gefälschtes Regime" sei, das von westlichen Nationen gegründet wurde.

Während er die islamische Welt aufrief, eine "gemeinsame Kraft" aufzubauen, die den "Kampf gegen Verbrecher" gewinnen könnte, behauptete Rouhani, Israel habe die (nicht existierende) "historische Nation Palästina" getötet und vertrieben.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu reagierte auf Rouhanis kriegerische Rhetorik, indem er den Iran warnte, dass Israel wisse, sich gegen das "mörderische iranische Regime" zu wehren.

Seine Aussage hatte eine längere Antwort des iranischen obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei zur Folge, der am Sonntag behauptete, "das zionistische Regime sei deutlich schwächer als vor zehn und zwanzig Jahren", und prahlte, die Hisbollah und die Hamas hätten die Kriege 2005, 2008, 2012, 2014 gewonnen und die letzte Auseinandersetzung im Jahr 2018, die er als "zweitägigen Krieg" bezeichnete.

Am Montag nutzte Khamenei erneut sein Twitter-Konto, um die USA und Israel zusammenzustauchen.

Der iranische Diktator wünschte Israel und die USA "zur Hölle" und sagte den Sieg des "Widerstands" voraus.

„Zum Teufel mit dem US-amerikanischen und dem zionistischen Regime, weil sie die iranische Nation bedroht haben. Ihre Drohungen und Gräueltaten sind bisher gescheitert und werden weiterhin scheitern. Die Sanktionen werden auch durch die Gnade des Widerstandes besiegt“, hieß es im Tweet von Khamenei.

Rouhanis Äußerungen zogen die Verurteilung der USA und der Europäischen Union (EU) nach sich. In einer Erklärung der EU hieß es, die Bemerkungen des iranischen Präsidenten seien "völlig inakzeptabel", während Israel versichert wurde, dass der 28-Staaten-Block der Sicherheit des jüdischen Staates grundsätzlich verpflichtet bleiben wird .

Die EU schien auch zum ersten Mal zuzugeben, dass der Iran eine echte Bedrohung für die Länder des Nahen Ostens und insbesondere für Israel sei, als sie sagte, dass es "aktuelle und aufkommende Bedrohungen in der Region" gäbe.

Neue Informationen unterstreichen tatsächlich den Umfang der iranischen Bedrohung für die Stabilität im Nahen Osten und die Existenz des Staates Israel.

Das syrische Nachrichtenportal Zamanalwsl verfolgt die kriegerischen Aktivitäten des Iran in Syrien und berichtete am Dienstag, dass die Iraner zusammen mit dem Regime des Diktators Bashar al-Assad militärische Einrichtungen rekonstruieren, die von der israelischen Luftwaffe (IAF) zerstört worden waren.

Eine dieser Einrichtungen ist das Hauptquartier der Quds Force des iranischen Revolutionsgardenkorps in der Nähe des internationalen Flughafens von Damaskus.

Das iranische Regime gibt enorm viel Geld in Syrien aus, wo es eine 80.000 Mitglieder starke schiitische Brigade errichtet hat, die die israelischen Golanhöhen "befreien" will.

Verschiedenen Quellen zufolge haben die Mullahs jährlich zwischen 15 und 20 Milliarden Dollar in Syrien ausgegeben, um ihren Traum von einem schiitischen Halbmond zu verwirklichen und ihr Endziel zu erreichen: die Vernichtung Israels.

Das islamistische Regime in Teheran ist auch stark an einem Projekt beteiligt, das die demografische Situation entlang der Grenze zu Israel verändern soll, wo bis vor kurzem sunnitische Rebellengruppen die Region kontrollierten.

Das Middle East Media Research Institute (MEMRI) berichtete am Sonntag, dass das Assad-Regime Hunderttausenden Iranern und ausländischen schiitischen Kämpfern die syrische Staatsbürgerschaft verliehen hat, die während der längeren Offensive an Seite der syrischen Armee gekämpft haben, was Assad zur Wiedererlangung der Kontrolle über zwei Drittel des Landes verholfen hat.

Diese Iraner, die zum größten Teil Mitglieder der Quds Force sind, sowie schiitische Kämpfer und ihre Familien werden in den Häusern vertriebener sunnitischer Syrer untergebracht, die im Rahmen sogenannter Versöhnungsabkommen in die überwiegend sunnitische Provinz Idlib im Norden Syriens deportiert wurden.

Diejenigen, die in ihrer Heimatstadt bleiben wollten, werden nun nacheinander vom syrischen Regime ermordet, berichtete das Nachrichtenportal Syria Direct aus Daraa.

Die stille ethnische Säuberung im Süden Syriens „widerspricht den in diesem Jahr zwischen Israel und Russland erzielten Vereinbarungen, wonach sich die iranischen und schiitischen Kräfte aus dem Süden Syriens zurückziehen müssen. Die Ausstellung von Personalausweisen an diese Kämpfer könnte dazu führen, dass sie dort bleiben können, angeblich ohne diese Vereinbarungen zu verletzen“, so MEMRI.

Es gibt noch mehr.

Die Hisbollah, die Anfang 2017 ein fester Bestandteil des syrischen Militärs wurde, baut derzeit zahlreiche militärische Einrichtungen und Trainingslager in der Nähe der Grenze zum Libanon.

Die Einrichtungen beherbergen auch Mitglieder der iranischen Quds Force, die von Qassem Soleimani befehligt wird, dem Mann, der in den letzten Jahren so gut wie alle großen Schlachten im Irak und in Syrien unter seinem Befehl hatte.

Hossein Salami, der stellvertretende Befehlshaber der Iranischen Revolutionsgarde IRGC, gibt offen zu, dass die Quds Force zusammen mit der sogenannten Basij-Miliz, einer Abteilung des IRGC, die bisher nur im Iran tätig war, stark in Syrien und anderen arabischen Ländern beteiligt ist, in denen der Iran versucht, die islamische Revolution auszubauen.

„Heute sind die Zweige des starken Baums von Basij in den islamischen Ländern ermächtigt, die unheilvollen Ziele der USA, Israels und al-Sauds zu besiegen", sagte Salami am Sonntag in einem Interview mit Mitgliedern des IRGC in Teheran.

Der IRGC-Kommandant behauptete auch, dass der Iran so mächtig geworden ist, dass er die Fähigkeit hat, "den Feind zu jagen, wenn es nötig ist, und ihm eine unvergessliche Niederlage zuzufügen."

Auch an der südlichen Front bei Israel setzt der Iran seinen militärischen Aufbau fort.

Wie wir bereits Anfang dieses Monats berichteten, stand der Iran höchstwahrscheinlich hinter dem eintägigen Krieg im Süden Israels, der begann, als die Hamas eine Seite aus dem Spielbuch der Hisbollah für Kriege herausholte und einen israelischen Bus mit einer Kornet-Panzerabwehrrakete ins Visier nahm.

Auf den Bus, der 50 Minuten vor seiner Explosion eine Gruppe von 50 israelischen Soldaten abgesetzt hatte, folgte eine beispiellose Raketenoffensive gegen zivile Ziele im Süden Israels.

Das israelische hebräischsprachige Nachrichtenportal Walla berichtete nun, dass die ISIS-Niederlassung Wilayat Sinai eine neue Ladung iranischer Kornet-Panzerabwehrraketen und andere GPS-gesteuerte Waffen abgefangen hatte, die für Gaza gedacht waren.

Wilayat Sinai weigert sich, die Waffen an die Hamas zu übergeben und könnte sie in der Zukunft in einer weiteren Schlacht gegen die ägyptische Armee oder gegen die israelische Armee einsetzen.

Die israelische Armee führt derzeit eine massive Übung durch, um sich auf einen Mehrfrontenkrieg vorzubereiten, wie am Sonntag in den israelischen Medien berichtet wurde, während das US-Militär angeblich eine große, hauptsächlich kurdische Stellvertretertruppe aufbaut, mit der die Präsenz des Iran in Syrien eingeschränkt werden soll.

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