Israel Heute Morgen

Mittwoch, 28. November 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

In diesen Tagen ist es bei uns wieder recht sommerlich. Während es an Abend und am frühen Morgen recht kühl, schafft es die Sonne, die Temperaturen auf sommerliche Werte steigen zu lassen. Gestern war es mit 26 Grad so richtig warm. Und auch in Jerusalem hatten wir gestern ein wunderbares Wetter. Daher bin ich mittags etwas durch die Stadt spaziert. Ein Video dieses kurzen Spaziergangs können Sie heute in unserem „Video des Tages“ sehen. Auch jetzt ist der Himmel strahlend blau, erst später soll es sich etwas bedecken. Die Temperaturen bleiben auch heute sehr angenehm und laden zum Spazieren ein.

Und hier ist erst einmal das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt bis bewölkt mit einem weiteren leichten Anstieg der Temperaturen. In den Bergen für die Jahreszeit zu warm. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 22 Grad, Tel Aviv 25 Grad, Haifa 24 Grad, Tiberias am See Genezareth 27 Grad, am Toten Meer 26 Grad, Beersheva 27 Grad, Eilat am Roten Meer 27 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.645 m unter dem Meeresspiegel.

Tolles Wetter in Jerusalem, gestern (Foto: Dov Eilon)

Heute soll es in Modiin genauso warm werden wie am Toten Meer, sogar im sonst deutlich wärmeren Eilat wird es heute mit 27 Grad kaum wärmer als bei uns Zuhause werden. Unser jüngster Sohn hat sich wieder die kurzen Hosen aus dem Schrank geholt.

Ich habe festgestellt, dass ich, wenn ich zuhause bin, mich viel weniger für die Nachrichten interessiere als früher. Naja, aus beruflichen Gründen sollte ich immer über die aktuellen Ereignisse informiert sein, aber dafür habe ich hier im Büro der Redaktion ausreichend Zeit. Nach mehr als acht Stunden muss man sich auch etwas davon lösen können. Aber ich habe es immer gemocht, informiert zu sein. Früher, in der Zet, als es noch kein Internet gab, hatte ich immer ein kleines Radio bei mir. Damit habe ich meistens Nachrichtenprogramme gehört, kaum Musik. Und das als studierter Musiker. Aber es gibt ja das Sprichwort: “Der Schuster läuft immer barfuß.” Da mag etwas dran sein. Auch mit den Nachrichten ist es nun so, wenn ich zuhause bin. Da hat man dann andere Prioritäten.

Der Grund, dass ich mich nach meiner Zeit im Büro weniger für die Nachrichten interessiere, mag die Tatsache sein, dass die Lage hier bei uns zurzeit etwas besser ist. Nicht, dass wir keine Probleme haben, sicher haben wir die. Aber dennoch hat man das Gefühl, dass alles etwas ruhiger ist. Dafür braucht man nur etwas durch die Straßen der Stadt zu gehen, was ich gestern ja auch mal wieder gemacht habe. Es ist alles wieder etwas “normaler”. Mehr brauchen wir hier nicht. Wir wollen nur Normalität, Alltag.

Natürlich gehen die ganzen Diskussionen um die Boykottaufrufe der BDS-Bewegung gegen Israel, besonders die neueste Geschichte mit Airbnb, nicht an einem vorbei. Man fühlt sich da schon auch etwas persönlich betroffen. Es ist nicht nett, von anderen zu hören, dass man in einem “schlechten” Land lebt, oder wie soll ich es nennen? Das erinnert mich an das Gefühl, das ich manchmal bekommen haben, wenn ich bei einem meiner Besuche in Deutschland erzähle, dass ich in Israel lebe, dass ich Israeli bin. Man merkt dann oft ein erstes Zögern beim Gesprächspartner. Als würde ich sagen, ich sei mit einem Virus infiziert. Ich weiß ja, dass der größte Teil der Öffentlichkeit im Ausland nur von den normalen Mainstream-Medien über das, was in Israel passiert, erfährt. Und wenn es schon Nachrichten aus Israel gibt, dann leider nur, wenn Israel sich gegen einen Anschlag wehren musste und wenn dann “Palästinenser” verletzt wurden oder gar ums Leben kamen. Der ursprüngliche Grund dafür wird dann meistens erst am Ende erzählt. Aber ich bin ja nicht nur Israeli, ich werde ja auch als Siedler angesehen. Denn Israelis, das ist bekannt, ziehen nie um, wie im Ausland, wenn man eine neue Wohnung hat. Nein, Israelis “siedeln” um. Im besten Falle bemüht man sich im Ausland, Diskussionen um die Lage in Israel aus dem Weg zu gehen, aber das klappt nicht immer. Und dann merke ich, wie einseitig mein Gegenüber informiert ist. Und ich spüre diese Naivität, was das Thema betrifft. Ich kenne das sehr gut. Auch ich war vor 30 Jahren, als ich nach Israel kam, sehr naiv, was eine Lösung des Konfliktes hier betrifft. Mittlerweile habe ich verstanden, dass eine Lösung noch sehr weit entfernt von uns ist. Auch Trump wird da keinen Erfolg haben, so sehr ich es mir wünschen würde.

Daher sind wir erst einmal mit den zufrieden, was wir haben, etwas Ruhe, etwas Normalität, etwas Alltag. Und der ist gar nicht so schlecht. Bei meinen täglichen Gängen durch die Stadt sehe ich auch, dass Araber und Juden zusammenleben könnten. In der Jaffastrasse saßen gestern Araber und Juden zusammen in einem Straßencafé, so schwer es manchen Israelkritiker fallen mag, zu glauben. Es ist eigentlich sogar schade, dass ich so etwas überhaupt betonen muss, dass ich betonen muss, dass auch Araberinnen und Araber völlig normal durch die Stadt gehen und durch die Geschäfte “bummeln”. Im alltäglichen Leben ist ein Zusammenleben gar kein Problem. Es findet statt, hier in Jerusalem, Tag für Tag.

Auf dem Markt gibt es schon wieder Erdbeeren (Foto: Dov Eilon)

Mit diesen Gedanken über die ganze Situation hier bei uns wünsche ich Ihnen jetzt einen angenehmen und friedlichen Mittwoch. Hier in Jerusalem bemühen wir uns um einen ganz normalen Alltag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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