Airbnb? Nicht in Judäa und Samaria!

Dienstag, 20. November 2018 |  NAI Redaktion

Es gibt wohl kaum Reisende, die nicht schon einmal nach einer Unterkunft auf der Internetseite von Airbnb gesucht haben. Besonders bei Touristen in Israel ist der Service von Airbnb, die Vermittlung von Übernachtungsmöglichkeiten in privaten Zimmern oder Wohnungen, sehr populär. Wenn Sie aber für Ihren nächsten Israelurlaub ein nettes Zimmer in Ariel oder Maale Adumim suchen, dann sollten Sie sich beeilen. Denn schon in wenigen Tagen werden Sie dort, wie in allen anderen Orten Judäas und Samarias, keine Zimmer oder Wohnungen mehr finden.

Bild: Die Stadt Maale Adumim (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Das internationale Ferienwohnung-Vermietungs-Unternehmen hat erklärt, dass man bald sämtliche Einträge von Zimmern und Häusern, die sich in jüdischen Siedlungen der sogenannten „Westbank“ befinden würden, aus dem Verzeichnis streichen werde. Um die 200 Zimmer- und Wohnungsangebote werden davon betroffen sein.

Mit dieser Entscheidung gibt Airbnbdem Druck der BDS-Bewegung nach, die, zusammen mit den Palästinensern, schon seit längerem diesen Schritt gefordert hatten. In der Erklärung von Airbnb heißt es: „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir die Einträge aus der besetzten Westbank streichen sollten, die das Herz des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern ist. Viele Mitglieder der internationalen Gemeinschaft sind der Ansicht, das Firmen sich nicht an Grundstücken, von denen Menschen vertrieben wurden, bereichern dürfe. Wir hoffen, dass früher oder später ein Rahmen geschaffen wird, mit der die gesamte Gemeinschaft einverstanden sein wird, damit es eine Lösung für diesen historischen Konflikt geben wird, mit einem klaren Weg, den jeder gehen kann.“

In Israel wurde diese Entscheidung scharf kritisiert. Tourismusminister Yariv Levin forderte Airbnbauf, die Entscheidung zurückzunehmen und nannte sie beschämend. Weiter sagte er, dass er plane, gegen die Aktivitäten der Gesellschaft in Israel vorzugehen.

Auch der Minister im Büro des Ministerpräsidenten Michael Oren kritisierte Airbnb, Israel auf die schwarze Liste zu setzen, während andere Regionen auf der Welt, in denen es Land-Dispute gibt, zu ignorieren. Dabei erwähnte er unter anderem den türkischen Teil Zyperns, Tibet, die Krim und die Westsahara.

Der Minister für Innere Sicherheit Gilead Erdan nannte die Entscheidung antisemitisch. „Die BDS-Bewegung unterscheidet nicht zwischen Israel und Judäa und Samaria, was sie betrifft, hat Israel kein Recht, zu existieren. Überall auf der Welt gibt es politische Konflikte. Sie (Airbnb) müssen erklären, warum sie sich nur mit der politischen Lage in Israel befassen“, sagte Erdan.

Weiter empfahl er den Gastgebern, die von der Entscheidung betroffen seien, juristisch gegen Airbnbvorzugehen, die sich an einem Boykott des Staates Israel beteilige. Er werde sich mit Offiziellen in der USA beraten, wo bereits mehr als 25 Staaten Gesetze verabschiedet haben, die einen Boykott gegen Israel verbieten.

Für die Haus- und Zimmereigentümer, die bis jetzt durch Airbnbviele Gäste aus der ganzen Welt bei sich begrüssen konnten, kann die Entscheidung starke Einnahmeverluste mit sich bringen. Gidi, der ein Zimmer in Gush Etzion über Airbnb anbietet, versteht den Schritt der Gesellschaft nicht. „Es ist dumm, Politik in den Tourismus zu bringen. Wenn man einen Weg sucht, die Chancen auf einen Frieden zu verringern, dann ist das genau der richtige Weg. Wer sich auf einen Boykott einlässt, verhindert jede Chance auf einen Dialog. Wir werden sicher Einnahmeverluste haben, aber das wird uns nicht stoppen“ sagte er der Zeitung Jediot Achronot.

Momentan können noch Zimmer in Judöa und Samaria gesucht werden, doch den Aussagen von Airbnb zufolge, werden die rund 200 Einträge in den nächsten Tagen entfernt werden, sehr zur Freude der Palästinenser, die sich schon vor ein paar Jahren an Airbnb gewandt hatten (Video).

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