Äthiopische Juden feierten das Sigd Fest

Freitag, 9. November 2018 |  NAI Redaktion

(Foto: Miriam Alster/Flash90)

Am Mittwoch haben die äthiopischen Juden in Israel das Sigd Fest gefeiert. An diesem Feiertag erneuern sie ihren Bund mit Gott und drücken ihre Verbindung zu Zion aus. Neben dem Gebet wird an diesem Tag auch gefastet. Der Tag wird am 29. des Monats Cheshvan gefeiert und gilt seit dem Jahr 2008 als ein offizieller Feiertag für alle Israelis.

In Jerusalem wurde die Feier vom Kulturministerium und dem Zentrum für das Erbe des äthiopischen Judentums organisiert. Geistliche Führer, israelische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und auch viele Neugierige versammelten sich, um gemeinsam zu feiern.

„Bei diesem Tag handelt es sich um einen zentralen Feiertag, der seit Tausenden von Jahren gefeiert wird“, sagte Dr. Somcha Gathon, Direktorin des Zentrum für das Erbe des äthiopischen Judentums in einem Interview mit The Media Line (Video). Sie selbst war im 1984 nach Israel eingewandert. Sie erklärte weiter, dass dieser religiöse Feiertag seinen Ursprung in der Bibel habe und an die Gabe der Torah am Berg Sinai erinnere. „Wir beten für den Frieden in Zion, Jerusalem und für das ganze Volk Israel“, sagte sie weiter.

Die äthiopischen Juden, historisch bezogen als Beta Israel (Haus von Israel) bezeichnet, sollen Nachkommen der antiken Israeliten sein, möglicherweise vom verloren Stamm Dan oder von Juden, die aus dem Königreich Judäa nach der Zerstörung des ersten Tempels vertrieben wurden.

Zu Ehren des Sigd Festes waren auch der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin und die Kulturministerin Miri Regev anwesend. Der Präsident nutze die Gelegenheit, gemeinsam mit Justizministerin Ayelet Shaked, die Mitglieder der äthiopischen Gemeinde dazu aufzufordern, Anträge für Begnadigungen einzureichen, damit die Vorstrafen vor allem von Minderjährigen und Jugendlichen gelöscht werden könnten. Viele junge äthiopische Juden hatten Probleme bei der Eingliederung und wurden wegen gewaltfreier Delikte verurteilt, wie die Weigerung, sich austzweisen oder Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. Man möchte damit einen Neuanfang versuchen. Viele junge Äthioper hatten unter Diskriminierungen zu leiden, unter anderem wenn es darum ging, einen Arbeitsplatz zu finden. Es gab in der Vergangenheit mehrmals große Demonstrationen und Proteste, die nicht immer gewaltfrei blieben.

Präsident Reuven Rivlin sprach am Feiertag der äthiopischen Juden (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Der in Äthiopien geborene Knessetabgeordnete des Likud, Avraham Neguise, begrüsste die Entscheidung des Präsidenten und der Justizministerin. „Es ist sehr wichtig, eine Vertrauensbasis zu schaffen, zwischen der äthiopischen Gemeinde und denen, die für die Ausführung des Gesetzes verantwortlich sind. Wir haben hier die Gelegenheit, die Vergangenheit zu korrigieren und ein neues Leben zu beginnen, besonders für die jungen Menschen“, sagte der Abgeordnete.

Die Kulturministerin Miri Regev sagte vor Tausenden Teilnehmern, das die Israelis eine tiefe Selbstkritik an sich üben müssten, um den Rassismus gegenüber den äthiopischen Juden auszurotten.

Heute leben nach Angaben des zentralen Büros für Statistik 148.700 Juden äthiopischer Abstammung in Israel, 61.700 von ihnen wurden in Israel geboren.

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880

Am meisten gelesen