Israel Heute Morgen

Mittwoch, 7. November 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Lange hat sie nicht gedauert, die erste Kostprobe des kommenden Winters. Einen etwas verregneten Tag mit ein paar Blitzen und Donner, das war es dann auch schon wieder. Schon gestern ist es bis auf ein paar Tropfen recht trocken geblieben. Meine Regenjacke ist jetzt wieder im Schrank. Draußen scheint jetzt wieder die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. Allerdings ist es noch immer etwas kühl, angenehm kühl. Doch ab dem Wochenende sollen die Temperaturen auch hier in Jerusalem wieder über die 20 Grad-Marke steigen.

Es ist ein gutes Zeichen, wenn man den Tag mit dem Wetter beginnen kann. Es ist ein Zeichen einer gewissen Normalität, wir wünschen uns nicht mehr als das, Normalität, was auch immer das sein mag. Ein normales Leben ohne die täglichen Drohungen aus allen möglichen Richtungen gegen Israel, ein normales Leben ohne Terror, ein normales Alltagsleben ohne Raketenalarme im Süden oder auch im Norden. Ein normales Leben ohne Angst. Ein normales Leben, in dem ich mir keine Sorgen machen muss, wenn mein Sohn im nächsten Jahr seinen Armeedienst beginnt. Auch im normalen Leben gibt es doch genug Alltagssorgen, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Ich würde mich gerne damit begnügen. Auch unser Land hätte in dieser Normalität noch eine ganze Menge an Problemen, die es lösen müsste. Vielleicht könnte es das, wenn sonst eben alles „normal“ wäre. Dann müsste nicht ein großer Teil des Staatshaushalts in die Sicherheit und Verteidigung unseres Landes gesteckt werden. Mich würde wirklich interessieren, wie es bei uns aussehen würde, hätten wir nicht diese ständige Bedrohung unserer Existenz vor Augen.

Alltag in Tel Aviv, mehr wollen wir nicht (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Der heutige Tag begann also wie ein ganz normaler Tag. Doch leider bin ich mir sicher, dass wir zu einem gewissen Zeitpunkt wieder von Ereignissen berichten werden, die eben nicht zu einem normalen Alltag gehören. Doch ich hoffe, dass wir jetzt erst einmal einen ganz normalem Tag genießen können. Und daher befassen wir uns noch einmal mit dem Wetter.

Hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit für die Jahreszeit weiterhin zu niedrige Temperaturen. Gegen Nachmittag vereinzelte Regenschauer, besonders in den Bergen. Gefahr von Blitzfluten in den östlichen Wadis. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 21 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad, am Toten Meer 28 Grad, Beersheva 23 Grad, Eilat am Roten Meer 27 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.65 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern wurde in letzter Sekunde ein Generalstreik in Israel verhindert. Normalerweise finde ich es persönlich nicht so tragisch, wenn der Müll mal einen Tag nicht entleert wird oder die Behörden und Banken geschlossen sind. Auch mit einem Tag ohne Bus komme ich klar. Doch diesmal bin ich erleichtert, dass der Streik verhindert werden konnte. Denn heute Abend fliegt unser jüngster Sohn mit einem Freund für ein paar Tage ins Ausland. Er hat sich diese kurze Reise selbst zusammengespart und alles ist bereit und gebucht. Ein Streik heute hätte alles kaputt gemacht. Denn auch der Flughafen sollte heute bestreikt werden. Und das scheint eines der grössten Druckmittel der Gewerkschaft zu sein. Ich persönlich denke, dass es verboten sein sollte, den Flughafen, das einzige Tor zu Welt von Israel, zu schließen. Da werden wir, die Bürger, und auch die viele Touristen quasi zu Geiseln gemacht. Aber ich weiß, Flughafenstreiks gibt es nicht nur bei uns.

Dabei unterstütze ich das, um was es der Gewerkschaft bei diesem geplanten Streik ging. Es geht um die Sicherheit am Arbeitsplatz. Es gibt viel zu viele tödliche Unfälle an den Arbeitsplätzen, besonder im Bau. Erst gestern fielen drei Bauarbeiter von einem Gerüst, das plötzlich zusammenbrach. Und dann gab es in der Vergangenheit viele Kräne, die umstürzten, mit tragischen Ergebnissen. Die Gewerkschaft fordert Maßnahmen für die Sicherheit an den Arbeitsplätzen. Dem stimmen auch in der Regierung alle zu. Ich weiß nicht, warum erst mit einem Streik gedroht werden muss, damit sich der Staat mit diesem Problem ernsthaft auseinandersetzt. Vielelicht ist das wieder diese Sache mit der Normalität. Ohne die ganze anderen Probleme, die wir haben, hötte man wohl sicher mehr Zeit, sich mit diesen anderen nicht weniger wichtigen Themen zu beschäftigen.

Nicht genug Sicherheit am Arbeitsplatz. Das eingestürzte Baugerüst.

Nun gibt es also keinen Streik und unser Sohn kann in seinen kurzen Urlaub starten. Als Vater macht man sich auch dabei schon genug Sorgen, das sind die Sorgen das alltäglichen Lebens. Ich wünsche meinem Sohn angenehme Tage und dass er unversehrt und glücklich wieder nachhause kommen wird. Auch wenn unsere Kinder schon groß sind, es werden immer unsere Kinder bleiben, um die wir uns sorgen werden. So ist das eben.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und ganz normalen Dienstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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