Wort aus Jerusalem – FELS ODER HARTGETRETENE ERDE

Sonntag, 4. November 2018 |  NAI Redaktion

Wer ein Haus baut, sollte dies auf einem Felsen tun, da es sonst von Wasserfluten unterspült werden könnte und daraufhin zusammenbricht. Damit will Jesus sagen, dass allein Täter Seines Wortes ihr Glaubenshaus auf sicheren Felsen bauen (Matth. 7,24-25). Daher ist die Gemeinde Jesu auf Gottes Felsen gegründet, damit die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen können (Matth. 16,18). Schon der Psalmist (40,3) wusste, dass Gott die Füße derer, die er aus dem Schlamm der Sünde herausrettete, auf einen Felsengrund stellt. Doch nicht immer liegt der Felsen an der Oberfläche, sondern oft tief unter der Erde, so dass man gründlich danach graben muss, bis man auf diesen notwendigen Felsen stößt, um darauf sein Glaubenshaus bauen zu können, d.h. man muss im Wort Gottes graben bzw. forschen, ob es sich so verhält, wie der Prediger predigt (Apg. 17,11).

Viele sogenannte Christen machen sich heute nicht mehr die Mühe, intensiv in der Bibel zu forschen, bis sie in der Tiefe auf den Felsen des Wortes Gottes stoßen. Ihnen reicht ein „lebendiger“ Gottesdienst, wenn dort Zeichen und Wunder gepredigt werden. Sie vergessen, dass nur Täter des Wortes Gottes einmal vor Gott bestehen werden (Matth. 7,21-27). Daher verwechseln viele sogenannte Christen hartgetretene Erde mit Gottes Felsen, denn auch Erde kann hart wie Stein sein, d.h. so irreführend hart, dass viele darauf ihre Gemeinde bzw. ihr Glaubenshaus bauen, denn die hartgetretene Erde ist in ihren Augen ja kein „Sand“, sondern hart wie Fels. Das böse Erwachen kommt, wenn eine Flut diese trockenharte Erde aufweicht, wodurch das trügerische Fundament unter ihrem Haus weggespült wird, was ihr Glaubenshaus zum Einsturz bringt.

Wie kommt es zu diesem trügerischen Fundament? Christen laufen von Kirche zu Kirche, immer dort hin, wo gerade „etwas los ist“. Durch dieses Hin-und-Herlaufen entstehen hartgetretene Wege. Das ist die Tyrannei der Masse, denn es ist leichter, eine Masse in Bewegung zu setzen, als sie zu bremsen. Man läuft da hin, wo alle hinlaufen, denn das muss „ja richtig sein“. Eine Massenbewegung aber gibt keinen Aufschluss über die Echtheit des Glaubens und der Bibelerkenntnis des Einzelnen. Dadurch entsteht nur wie Stein hartgetretene Erde, die fälschlich als Felsen angesehen wird – und alles nur, weil man selber nicht mehr tief genug in der Bibel forscht bis man zum tragenden Glaubensfelsen kommt. Das ist die Ursache dafür, das bei traditions- und trendorientierten Christen in Krisenzeiten, wenn die Flut kommt, das Glaubenshaus zusammenbricht.


Artikel von Ludwig Schneider, Gründer von Israel Heute, aus der Ausgabe von November 2005

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