Israel Heute Morgen

Montag, 29. Oktober 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Nachdem man bei uns wieder, trotz der Proteste der Bewohner im Süden, in den Alltag zurückgekehrt ist, werden in den Medien die Geschichten der Opfer des Massakers gegen Juden in einer Synagoge in Pittsburgh, USA, veröffentlicht. 11 Menschen wurden ermordet und das nur, weil sie Juden waren. Ein grausiger Gedanke, aber ich muss korrigieren, leider, eine grausige und schreckliche Realität.

Heute wurden in der Zeitung die Namen und das Alter der Opfer veröffentlicht. Das älteste Opfer war eine 97 jährige Holocaust Überlebende. Wie tragisch. Da hat sie die Schrecken der Shoah überlebt, um dann doch, nur weil sie Jüdin war, grausam ermordet zu werden. Andere Opfer waren nicht viel jünger, darunter ein Ehepaar, 84 und 86 Jahre alt. Es wird lange dauern, sich von diesem Schock, diesem Trauma, zu erholen, wenn überhaupt. Für Amerika ist ein Anschlag wie dieser ein Schlag ins Gesicht, niemand hatte so etwas für möglich gehalten. In Jerusalem hat man gestern Abend seine Anteilnahme an der Tragödie zum Ausdruck gebracht (siehe Titelbild).

”Das Blut unserer Geschwister schreit”, Bericht über die Opfer, heute in der Zeitung Jediot Achronot

Und nun, mit schwerem Herzen und der Hoffnung, dass die jüdische Gemeinde von Pittsburgh mit dieser Katastrophe irgendwie zurechtkommen wird, zurück zu uns, nach Israel. Morgen wird unsere Redaktion geschlossen sein. Denn morgen gibt es Wahlen. Nicht für die Knesset, noch nicht, aber es stehen die Kommunalwahlen an, die Wahlen der neuen Bürgermeister, Stadträte und der Vorsitzenden der Landkreise. Seit 1989 war der Tag dieser Kommunalwahlen ein ganz normaler Arbeitstag, nur der Tag der Wahlen zur Knesset war ein sogenannter „Shabaton“, ein freier tag. Nun hat man sich entschieden, das auch am Tag der Kommunalwahlen nicht gearbeitet wird. Man erhofft sich damit eine höhere Wahlbeteiligung, die leider bei diesen Wahlen oft sehr niedrig war.

Dabei sind auch diese Wahlen sehr wichtig, geht es hier doch um die Zukunft der Orte, in denen wir leben. Diese Wahlen bestimmen unser tägliches Leben. Und besonders in Jerusalem sind die Wahlen in diesem Jahr von ganz besonderer Bedeutung. Denn Jerusalem wird einen einen Bürgermeister bekommen, da sich der bisherige Bürgermeister Nir Barkat nun der nationalen Politik widmen möchte, er ist Mitglied der Likud-Partei. Daher ist eine hohe Wahlbeteiligung sehr wichtig. Unter den Kandidaten gibt es nur einen säkularen, also nicht religiösen Kandidaten. Alle anderen tragen eine Kipa, einer von ihnen ist orthodox. Damit sage ich jetzt nicht, dass ich etwas gegen religiöse Juden habe, ganz und gar nicht, aber in Jerusalem ist der grösste Teil der Bürger noch immer säkular und sie würden wohl gerne einen nicht religiösen Bürgermeister sehen, doch es sind meistens ausgerechnet die nicht religiösen Wahlberechtigten, die am Ende nicht die zeit gefunden haben, ins Wahllokal zu gehen, aus welchem Grund auch immer. Aber sich danach über das Ergebnis beschweren, es seine zu viele orthodoxe Juden um Stadtrat, da sind sie dann immer die ersten. So sehe ich es jedenfalls. Ich hoffe nur, dass die Wähler den freien Tag jetzt statt für die Wahlen nicht für einen netten Ausflug in die Natur nutzen werden, ich meine, das können sie ja gerne machen, aber bitte erst nach dem Abgeben ihrer Stimme.

Einer von ihnen wird neuer Bürgermeister von Jerusalem werden: Von links nach rechts: Yossi Daitch, Ofer Berkovich, Moshe Leon und Zeev Elkin (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Für unseren jüngsten Sohn ist es das erste Mal, dass er wählen darf. Er ist noch keine 18 Jahre alt, aber bei den Kommunalwahlen darf man bereits mit 17 an den Wahlen teilnehmen. Allerdings werden die Wahlen in Modiin nicht sehr dramatisch sein. Der momentane Bürgermeister Haim Bibas ist sehr beliebt und der einzige Kandidat. Über die Wahlen und die Ergebnisse, besonders die Wahlen in Jerusalem und Tel Aviv, werden wir Sie natürlich ab Mittwoch informieren. Aber ich erinnere Sie noch einmal daran, dass es morgen hier auf unserer Internetseite keine Nachrichten geben wird.

Und nun schulde ich Ihnen noch das Wetter für heute. Der Sturm scheint hinter uns zu sein, heute soll es heiter und trocken sein und etwas wärmer. Die Temperaturen sollen zum Wochenende hin wieder sehr sommerlich werden. Warum auch nicht, wir haben ja schon fast November.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Klar und trocken mit einem weiteren leichten Anstieg der Temperaturen. Am Vormittag starke östlliche Winde in den Bergen im Norden, im Zentrum und im Negev. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 22 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 28 Grad, am Toten Meer 29 Grad, Beersheva 27 Grad, Eilat am Roten Meer 33 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.58 m unter dem Meeresspiegel.

Nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Montag und einen guten Start in die neue Arbeitswoche. Wir werden ab Mittwoch, nach den Kommunalwahlen, wieder für Sie da sein. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880