Raketenterror und Rückkehr zur Routine

Sonntag, 28. Oktober 2018 |  Dov Eilon

Unruhiger Shabbat mit Dutzenden von Raketen und Mörsergranaten. Die Nacht zum Samstag haben die Bewohner der Landkreise um den Gazastreifen herum in den Sicherheitsräumen verbracht. Den ersten Raketenalarm gab es am Freitag kurz nach 22 Uhr. Das Raketenabwehrsystem Iron Dome wehrte die meisten Raketen ab. Die anderen landeten auf offenen Gebieten ohne größere Schäden anzurichten, von leichteren Schäden in einem Treibhaus im Kibbutz Netiv HaAsera abgesehen.

Den Raketenangriffen vorausgegangen war ein weiterer unruhiger Freitag mit um die 16.000 “Demonstranten” und Randalierern am Grenzzaun zum Gazastreifen. Sie warfen Steine, Molotov-Cocktails und Granaten auf die israelischen Soldaten. Vier Palästinenser kamen durch Schüsse israelischer Soldaten ums Leben. Am Abend begann dann der Raketenbeschuss auf Israel.

”Demonstranten” am Grenzzaun, Freitag (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

Auf die Reaktion der israelischen Luftwaffe musste nicht lange gewartet werden. Es wurden eine Reihe von Zielen der Hamas angegriffen. Als Folge darauf gab es dann weitere Raketenangriffe. So ging es während der ganzen Nacht. Und auch am Morgen des Shabbat wurde der Schlagabtausch fortgeführt. Den letzten Raketenalarm gab es am Morgen des Shabbats um 10:10 Uhr.

Unter den von der israelischen Luftwaffe angegriffenen Zielen war auch das neue Sicherheits-Hauptquartier der Hamas, das vollständig zerstört wurde. Vor dem Angriff wurden die sich im Gebäude befindenden Menschen aufgefordert, das fünfstöckige Gebäude zu verlassen.

Nach etwa 39 Raketen auf Israel und nach israelischen Luftangriffen auf nicht weniger als 80 Ziele der Terror-Organisationen Hamas und veröffentlichte der Islamische Jihad, der für die Raketenangriffe verantwortlich gewesen sein soll, dass man einem Waffenstillstand zustimmen werde, sollte Israel seine Angriffe gegen den Gazastreifen einstellen. Der letzte israelische Angriff ereignete sich nach dem Raketenangriff gestern früh. Als Reaktion darauf wurden 8 Ziele des Islamischen Jihad angegriffen.

Damit endete eine weitere “Runde”, der mit 39 Raketen und Mörsergranaten intensivste Beschuss auf Israel seit Anfang August, als nicht weniger als 150 Raketen und Mörsergranaten vom Gazastreifen aus auf Israel abgeschossen worden waren.

Israel beschuldigte Syrien und den Iran, hinter den Raketenangriffen auf Israel zu stehen, der vom Islamischen Jihad ausgeführt wurde. Verteidigungsminister Avigdor Liberman forderte eine scharfe Reaktion auf den Raketenbeschuss, doch nach dem unter Beteiligung Ägyptens Einigung auf eine Waffenruhe blieb es ruhig.

So wurden die Bewohner des Grenzgebiets zum Gazastreifen aufgefordert, in die Routine zurückzukehren, wie schon so oft in den letzten Monaten. Doch sie sind nicht mehr bereit, in dieser Routine zu leben. Sie hatten diesmal eine schärfere Reaktion seitens der israelischen Regierung erwartet. Aus Protest gegen den seit sieben Monaten bestehenden Terror im Grenzgebiet zum Gazastreifen hat sich nun eine Protestgruppe entwickelt. Gestern Abend demonstrierten Bewohner der Stadt Sderot am Eingang ihrer Stadt. Heute wurden die Bewohner dazu aufgerufen, ihre Kinder aus Protest gegen den nicht endenden Terror nicht in die Schulen zu schicken. Ziel der Proteste ist es, endlich Ruhe zu bekommen und den sich immer wieder eskalierenden “Runden” der Gewalt und des Terrors ein Ende zu machen.

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