ANALYSE: Trump hilft Israel, mit der neuen russischen Feindseligkeit in Syrien klarzukommen

Montag, 8. Oktober 2018 |  Yochanan Visser

Russland schloss diese Woche die Lieferung der fortschrittlichen S-300 Flugabwehrraketen an Syrien ab, womit es ein zwei Wochen altes Versprechen einlöst, nach dem versehentlichen Abschuss eines Ilyushin IL-20 Aufklärungsflugzeugs durch die syrische Armee und dem fälschlichen Vorwurf an Israels Luftwaffe (IAF), für den Abschuss verantwortlich zu sein.

Am Mittwoch veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium ein Video der nächtlichen Lieferung des S-300 Systems, das zum russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in der Provinz Latakia im Nordwesten des Landes geflogen wurde.

„Wir haben die Rekrutierung des Personals abgeschlossen und mit deren Ausbildung begonnen“, sagte der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu nach der Lieferung der S-300, womit er auf die noch mangelnde Fähigkeit der syrischen Armee verweist, mit dem System zu operieren.

„In Einklang mit der präsidentiellen Entscheidung haben wir mit einer Reihe von Maßnahmen begonnen, um die Einsatzstärke der syrischen Luftabwehrkräfte wieder herzustellen und so die Sicherheit unserer eigenen Soldaten besser gewährleisten zu können“, sagte Shoigu nach Angaben der staatlich kontrollierten Nachrichtenagentur Tass.

„Wir haben die Lieferung des S-300 Systems abgeschlossen. Die Lieferung bestand aus 49 Einzelteile, inklusive Radars, Kontrollfahrzeugen und vier Abschussgeräten“, wie der russische Verteidigungsminister ergänzte.

Die Russen nehmen an, dass es weitere drei Monate dauern wird, bis die syrische Armee, die heute als Stellvertreter des Irans fungiert , in der Lage sein wird, das hoch entwickelte Abwehrschild zu bedienen.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu warnte vorher, dass die Lieferung der S-300 an Syrien „unverantwortlich“ sei, und erklärte, weiterhin Luftangriffe gegen iranische Ziele in Syrien zu fliegen.

US Außenminister Mike Pompeo nannte den Schritt später „eine ernsthafte Eskalation“ und sagte, die Entwicklung des Schildes „biete eon großes Risiko für alle in der betroffenen Region und für die Stabilität im Nahen Osten.“

General Joseph Votel, der Vorsitzende der Stabschefs der US Armee, reagierte ebenfalls auf die Lieferung der S-300 Batterien an das syrische Militär, er nannte sie eine „unnötige Eskalation“.

Er fügte hinzu, dass die Stationierung „eine Anstrengung zu sein scheint, die ruchlosen Aktivitäten der iranischen und syrischen Regime in Syrien zu decken“.

Die Lieferung der S-300 Flugabwehr-Anlagen verändert mit Sicherheit die Spielregeln in dem nun siebenjährigen Syrischen Bürgerkrieg, aber Israel und die USA passen ihre Strategie der neuen Gefahr bereits an, um ihr so entgegen wirken zu können.

Tzachi Hanegbi, Israels Minister für regionale Kooperation und ein Mitglied des Sicherheitskabinetts, sagte am Donnerstag, die israelische Luftwaffe sei in der Lage, die S-300 zu schlagen.

„Sie wissen, wir haben Tarnkappenbomber, die besten Flugzeuge der Welt. Diese Anlagen (S-300) sind nicht mal in der Lage, sie auszumachen“, sagte Hanegbi der israelischen Zeitung Haaretz.

Dabei verwies er auf die amerikanisch produzierten F-35I Tarnkappenbomber, welche sich momentan im Besitz der israelischen Luftwaffe befinden, und welche heute als beste Kampfflugzeuge der Welt angesehen werden.

Die F-35I Tarnkappenbomber sind mit dem AESA Radarsystem ausgestattet, welches Signale von fortgeschrittenen Abwehrschildern wie dem S-300 unterdrückt.

Israel erwarb 50 dieser F-35I (welche in Israel unter dem Namen „Adir“ operieren) zu einem Preis von 125 Millionen Dollar pro Flugzeug. Die letzten Flugzeuge soll der jüdische Staat nicht später als im Jahr 2021 erhalten.

Das hat sich jetzt israelischen Medien zufolge geändert.

US-Präsident Donald Trump hat, nach seinem Treffen mit Netanjahu am Rande der UN-Generalversammlung in der vergangenen Woche, Berichten zufolge die sofortige Lieferung zusätzlicher F-35I-Jets angeordnet.

Diese F-35I Flugzeuge werden von aktiven US Luftwaffen-Staffeln abgezogen und bald in Israel ankommen.

Parallel dazu wird die US Luftwaffe eine zusätzliche Staffel ihrer eigenen F-35 Tarnkappenbomber im Nahen Osten bereitstellen.

Bis jetzt hat die amerikanische Luftwaffe nur eine Staffel der F-35 Kampfflugzeuge im Ausland stationiert, auf dem Flugzeugträger USS Essex, welche im Westpazifik unterwegs ist und Kampfeinsätze in Afghanistan und im Nahen Osten fliegt.

Die Trump-Administration entschied diese Woche, eine weitere Staffel der F-35 Kampfflugzeuge im Al Dharfa Luftwaffenstützpunkt südlich von Abu Dhabi bereitzustellen.

Zusammen werden die israelischen und die amerikanischen F-35 Tarnkappenbomber in der Lage sein, die Gefahr durch den S-300 Luftabwehrschild zu neutralisieren und, wie General Votel es formulierte, ihre Mission „in dieser Umgebung“ fortzusetzen.

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