Der Wahrheit ins Auge blicken

Freitag, 28. September 2018 |  Dov Eilon

(Foto: Avi Ohayon/GPO)

In dieser Woche war es wieder so weit. Die Führer der Welt trafen sich bei der jährlichen Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Nach der Rede von US-Präsident Donald Trump vor der Versammlung am Dienstag war gestern Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an der Reihe, am Podium zu stehen und sich an die Nationen der Welt zu wenden.

Doch bevor er an der Reihe war, sprach Palästinenserchef Mahmud Abbas, oder Abu Mazen, wie er hier in Israel genannt wird. Abbas sagte, dass es ohne Ostjerusalem als Hauptstadt des palästinensischen Staates keinen Frieden geben würde. Punkt. Jerusalem stehe nicht zum Verkauf. Allerdings sagte er auch, dass die Palästinenser niemals Verhandlungen ablehnen würden. Die Vereinigten Staaten könnten allerdings keine Rolle mehr in diesen Verhandlungen übernehmen. Abbas rief Donald Trump auf, seine Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und seine Entscheidungen bezüglich der palästinensischen Flüchtlinge, wie die Kürzung der Zahlungen an die UNRWA, zurückzunehmen. Auch forderte er die Nationen der Welt auf, Palästina als Staat anzuerkennen.

”Public Viewing” in Nablus während der von Mahmud Abbas vor der UNO-Generalversammlung (Foto: Nasser Ishtayeh/FLASH90)

Trump wird wohl kaum den Forderungen von Abbas nachkommen. Allerdings machte er der palästinensischen Seite am Mittwoch vielleicht etwas Hoffnung, als er vor Journalisten während seines Treffens mit Netanjahu am Rande der Generalversammlung sagte, dass er an die Zweistaatenlösung glaube. Doch schon wenige Zeit später schien Trump wieder einen Rückzieher zu machen als er sagte, dass er die Idee einer Zweistaaten- oder Einstaatenlösung möge, solange sie von beiden Seiten, Palästinensern und Israelis, unterstützt würde.

Netanjahu bemühte sich gestern darum, genau dann vor der UNO-Generalversammlung zu reden, wenn in Israel auf allen Sendern die Abendnachrichten gesendet werden. So war er sicher, das seine Worte einen großen Teil der Bürger Israels erreichen werden.

„Was ich Ihnen heute sagen werde, ist noch nicht in der Öffentlichkeit präsentiert worden“, begann Netanjahu seine Rede (die Internetseite der israelischen Botschaft in Berlin hat eine Übersetzung der Rede veröffentlicht, klicken Sie bitte hier). „Heute enthülle ich eine zweite Anlage, Irans geheimes Atomlager.“ Dann präsentierte er ein Poster mit dem Bild des neu entdeckten Atomlagers und forderte die Zuschauer auf, den Ort bei Google Maps selber zu suchen. Netanjahu ist ein Meister, wenn er redet. Selbstsicher und natürlich in einem fehlerfreien Englisch versuchte er, die Nationen der Welt von der Wahrheit zu überzeugen, von der Tatsache, dass der Iran seine Atompläne niemals aufgegeben hätte. Er forderte die Internationale Atomenergie-Organisation auf, nach Teheran zu fahren und dieses neu enthüllte Atomlager zu besuchen und zu kontrollieren. Bis jetzt hatte die Behörde immer gesagt, der Iran würde das Abkommen einhalten. Interessant wäre, zu wissen, was sie jetzt unternehmen werden.

„Israel wird alles tun, um sich gegen die iranische Bedrohung zu verteidigen“ sagte Netanjahu und wandte sich direkt an die Iraner: „Wir werden weiterhin gegen Euch in Syrien vorgehen, im Libanon und im Irak, immer und wo auch immer, um unser Land und unser Volk zu verteidigen.“ Er zeigte auch eine Karte aus der libanesischen Hauptstadt Beirut, wo der Iran und die mit ihm verbündete Hisbollah angeblich Raketen verstecken würde. „Israel weiß, was ihr macht und wo ihr es macht. Was der Iran versteckt, wird Israel finden.“

Netanjahu wandte sich an die Europäer und sagte: „Ich bin der Sohn eines Historikers. Ich frage nicht nur als der Sohn des Historikers, ich frage als Jude, als Bürger der Welt, als jemand, der das 20. Jahrhundert erlebt hat: Haben die Europäer nichts aus der Geschichte gelernt? Werden sie jemals aufwachen?“

„Hier in Israel brauchen wir keinen Weckruf, denn der Iran bedroht uns jeden Tag. Das Atomabkommen hat den Krieg nicht in die Ferne gerückt, es hat ihn näher an unsere Grenzen gebracht.“

Dann sprach Netanjahu über den Konflikt mit den „Palästinensern“. Er kritisierte diejenigen, die sich gegen das israelische Nationalstaatsgesetz gewandt hatten, das von Palästinenserchef Mahmud Abbas als ein Gesetz bezeichnet wurde, das zu einem Regime der Apartheid in Israel führen würde.

„Israel wird als rassistisch bezeichnet, weil es Hebräisch zur offiziellen Sprache erklärt hat? Wenn Israel zum Apartheidsstaat erklärt wird, weil es sich zum Nationalstaat des jüdischen Volkes erklärt hat, dann ist das geradezu absurd. Es gibt mehr als 50 Länder, die Kreuze oder Halbmonde auf ihren Fahnen haben ", sagte er und betonte, dass diese Länder von Menschen aus vielen Glaubensrichtungen bewohnt werden. "Nur Israel wird verunglimpft", sagte er, um sein nationales Erbe zu feiern. „Hier in der UNO wird Israel absurderweise des Rassismus beschuldigt ... Hier in der UNO wird Israel beschämend der Apartheid beschuldigt. Hier in der UNO wird Israel unverschämterweise der ethnischen Säuberung beschuldigt. Es ist der gleiche alte Antisemitismus mit einem brandneuen Gesicht ", sagte er unter Applaus seiner Anhänger im Saal.

Dann wandte er sich an Palästienserchef Mahmud Abbas. „Präsident Abbas, Sie sollten es besser wissen. Sie schreiben eine Dissertation, die den Holocaust leugnet. Ihre PA verhängte Todesurteile gegen Palästinenser, weil sie Land an Juden verkauften ", sagte er und erwähnte dabei die Politik der Palästinensischen Autonomiebehörde, palästinensische Terroristen für das Töten von Juden in Israel zu bezahlen.

„Präsident Abbas, Sie zahlen stolz palästinensische Terroristen, die Juden ermorden. Je mehr sie töten, desto mehr zahlen Sie. Das ist auch in ihrem Gesetz, und Sie verurteilen Israels Moral? Sie nennen Israel rassistisch? Das ist nicht der Weg zum Frieden."

Netanjahu traf sich in der vergangenen Nacht im UNO - Hauptquartier in New York mit UNO - Generalsekretär Antonio Guterres und forderte ihn auf, den Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA), Yukiya Amano, zu bitten, die Informationen zu überprüfen und die neuen Seiten zu inspizieren, die er in seiner Rede vor der Generalversammlung enthüllt hatte.

Netanjahu und UNO-Generalsekretär Gutteres (Foto: Avi Ohayon/GPO)

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