Israel Heute Morgen - Neuer Streit um den Shabbat

Montag, 6. August 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Gestern sah ich bei uns im Fernsehen einen Bericht über die nicht endende Hitzewelle in Europa. Dabei wurde auch Berlin erwähnt und die vergebliche Suche der Berliner nach einem Ventilator oder einer Klimaanlage.Später stieß ich im Internet dann noch auf einen Bericht über einen EDEKA Supermarkt, der eine kurze Abkühlung im Kühlhaus des SUpermarktes anbietet. 2 Minuten Kälte für 3 Euro, naja. Ich konnte mir da das Lächeln nicht verkneifen. Wir haben diese hohen Temperaturen jeden Sommer. Und das ist der Grund, warum es uns nicht weiter stört. Denn die Klimaanlage ist immer bei uns. Sie lief bei uns zuhause während der Nacht, so dass ich einen guten Schlaf hatte. Dann stieg ich ins Auto, in dem sich eine ausgezeichnete Klimaanlage befindet. Und jetzt sitze ich in meinem Büro und spüre die kühle Brise der Klimaanlage in der Redaktion. Was kümmert mich da die Hitze draußen. Und ganz so heiß wie bei Ihnen soll es heute auch gar nicht werden. Wenn Sie es also ein wenig kühler haben wollen, kommen Sie nach Israel!

Und hier das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt bis heiter ohne bemerkenswerte Veränderung der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um drei Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.98 m unter dem Meeresspiegel.

Und jetzt wieder zurück zu unserem alltäglichen Problemen. Als hätten wir nicht schon genug davon wie der Streit um das Nationalitätsgesetz, die Hamas mit den Feuerdrachen im Süden und die Iraner in Syrien im Norden, sieht es so aus, als würde der Streit um den Shabbat wieder beginnen. Gestern erhielten vier Städte, Herzlia, Givatayim, Holon und Modi'in-Maccabim-Reut, eine Mitteilung des Innenministeriums, die besagt, dass der Innenminister Arie Deri die städtischen Gesetze bezüglich der Öffnung von Geschäften am Shabbat für nichtig erkläre. Damit würde er von seinem Recht, das er durch das zu Beginn des Jahres verabschiedete sogenannte “Supermarkt-Gesetz” Gebrauch machen, das besagt, dass städtische Gesetze bezüglich des Shabbats vom Innenminister genehmigt werden müssen. Der Innenminister verlangt von den Städten nun, für die Schließung der Geschäfte am Shabbat zu sorgen.

Bericht über den Streit um das “Supermarkt-Gesetz”

Die Forderung des Innenministers wurde vom Vorsitzenden der Stadtverwaltungen Haim Binas, der auch Bürgermeister der Stadt Modi'in-Maccabim-Reut ist, auf das schärfste zurückgewiesen. Es würde sich dabei nur um einen Versuch Arie Deris handeln, Stimmen für den bevorstehenden Wahlkampf zu gewinnen. Auch habe er (Arie Deri) gar nicht das Recht, das städtische Gesetz für ungültig zu erklären, da es im Falle von Modiin und anderen Städten noch vor der Verabschiedung des “Supermarkt-Gesetzes” verabschiedet worden wäre. Außerdem dürfe das Innenministerium dem neuen Gesetz zufolge nur bis 60 Tage nach Verabschiedung des städtischen Gesetztes eingreifen, was in diesen Fällen nicht geschehen war. Haim Bibas kündigte an , zusammen mit den anderen STadtverwaltungen vor das Oberste Gericht zu ziehen. Nichts würde sich in Modiin ändern, de Geschäfte, die am Shabbat geöffnet sind, werden auch weiter offen bleiben.

Überhaupt ist dieses “Supermarkt-Gesetz” eigenartig. EInerseits gibt es dem Innenminister die Möglichkeit, ein städtisches Gesetz bezüglich des Shabbats abzulehnen, andererseits hat er aber überhaupt keine Möglichkeit, gegen Geschäfte, die am Shabbat geöffnet haben, vorzugehen. Noch vor der Verabschiedung des Supermarkt-Gesetzes entschied ein Gericht, dass jede Stadt selber entscheiden dürfe, wie sie den Shabbat gestalten möchte.Das denke ich auch. Nicht alle Israelis, sogar der größte Teil von ihnen, sind religiös. Es ist klar, dass in einer religiösen Stadt wie Bnei Brak die Geschäfte am Shabbat geschlossen haben, aber warum in Modiin? Niemanden stört es. Auch wird kein Arbeitnehmer dazu gezwungen, am Shabbat arbeiten zu müssen, denn das ist verboten. Leben und leben lassen, das sollte das Motto sein. Bei uns in Modiin funktioniert das ausgezeichnet. Ich musste neulich am Shabbat etwas einkaufen, dass ich vergessen hatte. So ging ich zu einem der offenen Geschäfte, während draußen eine religiöse Familie ihren Shabbat-Spaziergang machte. Das funktioniert.

In diesem Video werden Touristen und Einheimische gefragt, was sie von dem „Supermarkt-Gesetz“ halten

Ich schließe mich der Meinung des Bürgermeisters Haim Bibas an, dass es sich bei der Mitteilung des Innenministers Deri (Shas) um einen Versuch handeln könnte, die Gunst der Wähler zu gewinnen. Nun stellt sich die Frage, ob der Likud und Netanjahu nun hier mitspielen werden, um auch nach den nächsten Wahlen eine Koalition mit den orthodoxen Parteien eingehen zu können. Das die Regierung in kritischen Fragen zugunsten der orthodoxen Koalitionspartner entscheidet, das haben wir vor kurzem auch bei der Abstimmung um das Gesetz zur Leihmutterschaft gesehen. Nun heißt es abwarten und sehen, wir sich der neue Streit um den Shabbat entwickeln wird.

Und nun wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und nicht zu heißem Montag und einen guten Beginn der neuen Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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