Israel Heute Morgen

Montag, 30. April 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Hier bei uns tut man sich schwer, in den Alltag zurückzukehren. Der Schock über den völlig sinnlosen Tod von 10 Jugendlichen sitzt bei uns allen noch sehr tief. Wie kann man da so einfach wieder den Alltag beginnen? Gestern sah ich im Fernsehen einige der Eltern sprechen, die ihre Kinder verloren haben. Woher nehmen sie nur ihre Kraft, fragte ich mich. Ihr Leben ist zerstört, plötzlich ohne Vorwarnung. Ein Vater sagte, dass man nach der Woche der Trauer alles tun werde, um die Verantwortlichen für dieses Versagen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Nicht, um sie zu bestrafen oder aus Rache, sondern um zu vermeiden, dass so etwas jemals wieder passieren kann. Viele Seiten haben hier versagt, nicht nur der Leiter der „Bnei-Zion-Mechina“. Es wurde von vielen Seiten vor dem Ausflug bei so einem Wetter gewarnt. Auch heute sind die Bilder der 10 Opfer wieder in den Zeitungen. Ich bin mir sicher, dass sich nun etwas ändern wird, was die Genehmigung von Schulausflügen betrifft. Auch die Eltern werden jetzt nicht mehr einfach so die Genehmigungen unterschreiben, so wie wir es auch immer getan haben. Ab jetzt werden wir uns alle das Ausflugsprogramm durchlesen, um zu sehen, ob es die Sicherheit unserer Kinder garantiert. Und auch die Schulen werden ihre Ausflüge mit grösserer Vorsicht planen. Schade nur, dass es immer erst zu einer Tragödie kommen muss, damit sich etwas ändert.

Als ich als Jugendlicher begann, Hebräisch zu lernen, war eines der ersten Sätze, die ich lernte, der Satz: „Jehije Beseder.“ Auf Deutsch: „Alles wird gut sein“, im Sinne von „mache dir keine Sorgen“. Mir wurde damals beigebracht, dass dies Teil der israelischen Lebensart sei. Alles würde am Ende immer in Ordnung sein, wir bräuchten uns keine Sorgen zu machen, egal, um was für ein Thema es geht. Und in der Tat habe ich diesen Satz später hier in Israel immer wieder gehört. Fast jede Antwort auf meine Fragen begann mit diesem Satz. Immer hieß es, es wird schon in Ordnung sein, mache dir keine Sorgen. Jehije beseder.

In Tel Aviv versammelten sich Absolventen verschiedener „Mechinas“, Vorbereitungs-Schulen, und gedachten der Opfer

Es ist an der Zeit, dass wir begreifen sollten, dass eben nicht immer alles in Ordnung ist. Für dieses „Jehije Beseder“ haben wir schon zu oft einen viel zu hohen Preis zahlen müssen. Es ist an der Zeit, dass wir uns nicht mehr darauf verlassen, dass alles schon irgendwie in Ordnung sein wird. Wir müssen dafür sorgen , dass es so werden wird, kein anderer, nur wir selbst. Jeder Zweifel muss ernst genommen werden, jede Bedenken einer Mutter darf nicht mit diesem so typisch israelischen Satz abgetan werden, nein, die Bedenken müssen ernst genommen werden. Bei einem derartigen Unwetter, wie wir es hier an drei Tagen hatten, einen Ausflug in die Wüste und zu einem Wadi zu machen, um sich die Flut anzuschauen, kann nicht in Ordnung sein. Ich hoffe, dass diese 10 jungen Menschen die letzten waren, die ihr Leben für dieses „es wird schon werden“ verloren haben, noch bevor sie es überhaupt so richtig begonnen haben.

Auch in Jerusalem gedachte man der Opfer

Jetzt scheint draußen die Sonne, es ist Frühling, schon am frühen Morgen war es angenehm warm. Und es soll noch wärmer werden. Sharav ist angekündigt. Und auch der Regen hat uns wohl noch nicht verlassen.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen. Sharav, sehr warm und trocken. Vom späten Nachmittag an kann es im Süden zu vereinzelten Regenschauern kommen, Gefahr von Blitzfluten in den östlichen und südlichen Wadis. In der kommenden Nacht kann es zu Regenschauern mit Gewittern in fast allen Teilen des Landes kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 34 Grad, Beersheva 34 Grad, Eilat am Roten Meer 34 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um zweieinhalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.355 m unter dem Meeresspiegel.

Immerhin ist der Wasserpegel des See Genezareth etwas angestiegen. Ich bin gespannt, ob die Vorhersage von Regen und Gewitter trotz der Wärme richtig sind.

Ab morgen werde ich mich in meinen morgendlichen Berichten wieder mit anderen Themen befassen, denn ob wir es wollen oder nicht, das Leben geht weiter, es muss weitergehen. Alles, was noch momentan aktuell ist, erfahren Sie später in unseren Meldungen.

Und nun wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und erfüllten Montag und einen guten Start in die neue Arbeitswoche, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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