Israel Heute Morgen

Dienstag, 20. März 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Nun ist er auch offiziell da, der Frühling. Wir haben ihn hier allerdings schon seit Beginn des Monates gespürt. Gestern war ein enorm warmer Tag. Bei uns in Modiin waren es am Nachmittag noch um die 34 Grad! Heute, zum Frühlingsbeginn, hat es sich wieder etwas abgekühlt. Doch ab morgen sollen die Temperaturen schon wieder drastisch nach oben steigen. Der Freitag soll ein besonders heißer Tag werden. Bald wird das tägliche Wetter nicht mehr so interessant sein. Mal wird es etwas wärmer sein und ein anderes mal dann etwas weniger warm und an einigen Tagen so richtig heiß. Warm wird es immer sein. Und der Regen? Den gibt es wohl erst einmal nicht mehr, außer vielleicht ein paar Tropfen hier und da.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem deutlichen Rückgang der Temperaturen, doch noch immer überdurchschnittlich warm. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 23 Grad, Tel Aviv 22 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 28 Grad, am Toten Meer 31 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -213.46 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern wurde im Fernsehen viel über das Opfer das letzten Anschlags erzählt. Es wurden traurige Bilder von seiner Beerdigung gezeigt, Familienangehörige kamen zu Wort und erzählten, was für ein Mensch Adiel gewesen sei. In einer Zeitung wird in der Überschrift die Witwe von Adiel zitiert: “Wie ziehe ich die Kinder groß ohne Dich”. Das sagte sie vor dem frischen Grab.

Sie muss ihre Kinder jetzt alleine großziehen - Die Witwe von Adiel (r.), gestern während der Beerdigung (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Und wir sitzen zuhause, sehen diese traurigen Bilder und fühlen uns so hilflos. Wie oft mussten wir Bilder wie diese schon sehen? Oft erzähle ich Bekannten aus dem Ausland, dass wir hier in Israel ein ganz normales Alltagsleben führen, so wie die Menschen in Europa. Aber irgendwie stimmt das dann doch nicht. Sagen wir dies nur als eine Art der Selbstverteidigung, des Schutzes? Weil wir ja gar keine andere Möglichkeit haben, als unseren Alltagstrott weiter zu leben, trotz dieser schrecklichen Anschläge. Wachsen unsere Kinder wirklich genau so auf wie die Kinder in Deutschland? Wahrscheinlich nicht. Denn auch sie bekommen natürlich mit, was hier passiert. Sie sehen die Nachrichten, die Bilder von den Anschlägen.

Jetzt muss ich an die Zeit der zweiten Intifada zurückdenken zwischen den Jahren 2001 und 2005, als unsere Kinder noch klein waren. Es war keine einfache Zeit, fast jeden Tag passierte irgendwo im Land irgendetwas. Besonders Jerusalem war besonders stark betroffen. Doch wir haben unser Alltagsleben weitergeführt, ohne viel darüber nachzudenken. Aber wenn ich jetzt daran denke, dann kommt es mir schon eigenartig vor. Erinnern Sie den Anschlag auf die Sbarro Pizzeria in der Jaffastraße? 15 Menschen kamen bei dem Bombenanschlag ums Leben, 130 wurden verletzt. Warum erzähle ich Ihnen das? Ich habe mit meiner Familie genau 24 Stunden vorher in diesem Restaurant gesessen.

Das Sbarro Restaurant nach dem Anschlag am 9.8.2001, einen Tag vorher hatten wir dort noch gesessen (Foto: Flash90)

Danach sind wir dann nicht mehr in die Stadt gegangen. Und dadurch hielten wir unsere Kinder fern von dem ganzen Stress, den wir damals in der Stadt sehr wohl verspürten. Die Anschläge dieser Tage, die Attacken einzelner Terroristen, ist natürlich nicht mir diesen Bombenanschlägen von damals zu vergleichen, aber trotzdem, normal ist die momentane Lage eben nicht. Unsere Kinder sind mittlerweile gross geworden und sie wissen, in was für einer Realität wir hier leben, für sie ist das leider normal. Der Mensch kann sich anscheinend immer gut an die momentane Situation anpassen, was aber nicht heißen soll, dass das in Ordnung ist. Daher hoffe ich von ganzen Herzen, dass die Opfer der letzen Tage die letzten gewesen sein werden, dass kein Kind mehr einen seiner Eltern verlieren muss. Das wünsche ich nicht nur unseren, den israelischen Kindern, sondern allen Kindern. Auch die beiden Kinder des Terroristen vom Sonntag haben keinen Vater mehr.

Und nun lassen Sie uns wieder nach vorne blicken. Es gibt keine andere Möglichkeit. Draußen scheint die Sonne, es scheint ein wunderbarer Tag zu werden. Ich hoffe, dass ich Ihnen ab jetzt wieder von so unwichtigen Problemen wie die Bauarbeiten am Eingang nach Jerusalem erzählen kann, von den Verkehrsstaus und den Bussen, die mal eben eine Station übersehen oder gar nicht erst ankommen. Denn es ist wirklich etwas chaotisch zur Zeit.

Verkehrsprobleme, über die ich gerne erzähle - Arbeiten am Eingang der Stadt (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Und nun wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und ruhigen Dienstag und einen tollen Frühling. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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